Schwedisches Festival wird wegen Vergewaltigungen abgesagt

Der Campingplatz auf dem Bråvalla-Festival. 23 Anzeigen wegen sexueller Belästigung gingen bei der Polizei ein.
Der Campingplatz auf dem Bråvalla-Festival. 23 Anzeigen wegen sexueller Belästigung gingen bei der Polizei ein.
Foto: TT NEWS AGENCY / REUTERS
Vier Frauen sollen beim Bråvalla-Festival in Schweden vergewaltigt worden sein. Im kommenden Jahr soll es daher nicht mehr stattfinden.

Stockholm.  Sexuelle Übergriffe haben zur Absage eines der größten Musikfestivals in Schweden geführt. 2018 soll das Spektakel ausfallen. Wie die Polizei am Dienstag bestätigte, hatten bei dem mehrtägigen Bråvalla-Festival in Norrköping, das am Samstag endete, vier Frauen angegeben, vergewaltigt worden zu sein.

In einem Fall soll eine 15-Jährige sogar während eines Konzertes in der Zuschauermenge misshandelt worden sein. Außerdem gingen bei der Polizei 23 Anzeigen wegen sexueller Belästigung ein. Nach Erkenntnissen der Polizei handelte es sich um Einzeltäter und nicht um organisierte Übergriffe.

Zu viele Vorfälle für deutschen Veranstalter

Polizeisprecherin Gunilla Nyström betonte, dass die Anzahl der Anzeigen nicht ungewöhnlich sei. Auf dem Festivalgelände seien diesmal viele Polizisten anwesend gewesen. Das habe es den Opfern erleichtert, Belästigungen anzuzeigen.

Für den deutschen Veranstalter sind es dennoch zu viele Vorfälle. „Es ist nicht so, dass wir mit dem Problem nicht umgehen können oder dass es ein Problem von Festivals ist, es geht um ein klares Statement“, sagte Kajsa Apelqvist, Pressesprecherin der FKP Scorpio in Schweden laut einer Mitteilung. Das Bråvalla-Festival ist mit 50.000 Besuchern eines der größten Musikfestivals in Schweden. In diesem Jahr hatten Linkin Park, Mando Diao, Alesso und The Killers gespielt. (dpa)

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