Schwedens bekanntester Gangster ist tot

Mille Markovic hat die Sex-Eskapaden von Schwedens König Carl XVI. Gustaf aufgedeckt. Jetzt wurde der ehemalige Boxer, Nachtclubbesitzer und Erpresser erschossen.

Stockholm..  Mille Markovic war der vielleicht bekannteste Gangster Schwedens. In einem seiner Erotik-Klubs soll der König von Schweden Stammgast gewesen sein. Am frühen Donnerstagabend wurde der Vater von acht Kindern in der Nähe seiner Wohnung am Stadtrand von Stockholm in seinem Auto tot aufgefunden. „Vier Schüsse in den Kopf. Es war eine reine Hinrichtung“, sagte ein enger Freund Markovics der Zeitung „Dagens Nyheter“. Die Polizei, die die Identität des Toten noch nicht bestätigen wollte, fahndet nach zwei mutmaßlichen Tätern in einem weißen Auto.

Immer schlecht gelaunt

Der 52-jährige Ex-Boxer Markovic wurde landesweit durch seine Rolle als Kronzeuge in einem 2010 erschienenen Buch über Sex-Eskapaden von König Carl XVI. Gustaf bekannt. Laut „Der widerwillige Monarch“ soll Schwedens Staatsoberhaupt in Markovics Stockholmer Striplokal regelmäßig aufgetaucht sein. Über viele Seiten berichtete Markovic von den Treffen des Königs und seiner Herrenrunde mit sehr jungen Mädchen. Angeblich kamen die Frauen teils auch für Geld zu den Männern. Das ist in Schweden ein ernstes Vergehen. Der Kauf sexueller Dienste wird mit bis zu sechs Monaten Gefängnis bestraft.

Der Staub, den er damit aufwirbelte, war Markovic nicht genug. 2011 ging er, der als aufbrausend und stets schlecht gelaunt galt, an die Presse. Er kündigte an, kompromittierende Aufnahmen vom König und seiner Gesellschaft aus den Überwachungskameras des Klubs zu veröffentlichen. Laut der Zeitung „Aftonbladet“ soll der König einen in der Presse namentlich genannten Freund engagiert haben, der untersuchen sollte, ob es solche Bilder tatsächlich gibt. Die Zeitung berichtete auch, dass Freunde des Königs Markovic ein Schweigegeld von 625 000 Kronen (71 000 Euro) ausgezahlt haben sollen. Der König dementierte damals. Die wenigen Aufnahmen, die Markovic der Presse dann doch zuspielte, seien manipuliert, sagten Fotoexperten der Zeitung „Expressen“. Sie wurden nie veröffentlicht.

Markovic wurde unter anderem wegen Misshandlung, Waffen- und Drogenbesitz, Bestechung und der Erpressung eines bekannten schwedischen Sportlers der Prozess gemacht. Zwischen 1995 und 2009 war er dreimal zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.

 
 

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