Schwarzes Loch: Forscher zeigen allererstes Foto - eine Sache überrascht die Wissenschaftler

Das von der Nasa am 30. November 2013 herausgegebene Bild zeigt die Spiralgalaxie M81 mit einem supermassereichen Schwarzen Loch. Schwarze Löcher sind Orte der Extreme. Eine echte Fotografie eines Schwarzen Lochs ist erst jetzt erstmalig gelungen.
Das von der Nasa am 30. November 2013 herausgegebene Bild zeigt die Spiralgalaxie M81 mit einem supermassereichen Schwarzen Loch. Schwarze Löcher sind Orte der Extreme. Eine echte Fotografie eines Schwarzen Lochs ist erst jetzt erstmalig gelungen.
Foto: dpa

Ein bisschen erinnert das Gebilde an Sauron aus „Herr der Ringe“ aus: Eine Art Auge, umringt von strahlender Energie.

Das Bild ist nicht weniger als eine Sensation: Zum ersten Mal ist Astronomen eine Aufnahme gelungen, die ein sogenanntes Schwarzes Loch zeigt. Das Bild des „Event Horizon“-Teleskopnetzwerks, das einen dunklen Fleck vor einem verschwommen leuchtenden Ring zeigt, wurde am Mittwoch zeitgleich auf sechs Pressekonferenzen rund um den Globus präsentiert.

Schwarzes Loch: Bisher nur Illustrationen

Bislang gab es von Schwarzen Löchern nur Illustrationen. Bei dem aufgenommenen Exemplar handelt es sich um das extrem massereiche Schwarze Loch im Zentrum der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 87.

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Schwarzes Loch:

  • Schwarze Löcher erzeugen eine ungeheure Gravitation
  • Weder Licht noch Materie kann aus einem Schwarzen Loch nach außen dringen
  • Der Begriff „Schwarzes Loch“ wurde 1967 durch den Physiker John Archibald Wheeler geprägt
  • Schon im 18 Jh. hatten Wissenschaftler über Schwarze Löcher spekuliert: Sie nannten sie „Dunkle Sterne“
  • Ein Schwarzes Loch hat keine Oberfläche - es ist eher eine Region, in der große Mengen Materie in sich zusammengefallen sind
  • Extrem viel Masse konzentriert sich dort auf kleinem Raum

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An der Entstehung des Bildes waren acht Observatorien auf vier Kontinenten beteiligt. Die aufgenommenen Daten wurden am Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie miteinander kombiniert.

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Und so sieht das Schwarze Loch aus:

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Bahnbrechende Entdeckung erstmals visuell nachweisbar

Durch ihre extreme Masse lassen Schwarze Löcher noch nicht einmal das Licht entkommen, dadurch sind sie praktisch unsichtbar.

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Schwarzes Loch: Materie heizt sich extrem auf

Allerdings heizt sich Materie, bevor sie in ein Schwarzes Loch gezogen wird, extrem stark auf und strahlt dann hell. Dieses charakteristische Leuchten ist in rot in der jetzt vorgelegten Aufnahme zu sehen.

Das Bild sei eine Bestätigung von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie unter den extremsten Bedingungen des Universums, berichtete Karl Schuster, Direktor des Instituts für Radioastronomie im Millimeterbereich (IRAM), das an der Beobachtungskampagne beteiligt war.

Um ein Schwarzes Loch bildet sich eine Gas- und Staubscheibe, auf der neue Materie in den Raumzeitschlund strudelt. Diese Materie dreht sich immer schneller, wird dabei durch Reibung extrem heiß und leuchtet hell auf. Die Teleskope fotografierten das Schwarze Loch vor dieser sogenannten Akkretionsscheibe, „wie eine schwarze Katze auf einem weißen Sofa“, erläuterte die Max-Planck-Gesellschaft.

So sieht ein Schwarzes Loch aus: „Wir waren überrascht“

Mit den Beobachtungen, die auch im Fachblatt „Astrophysical Journal“ vorgestellt werden, hoffen die Forscher zahlreiche grundlegende Fragen zu beantworten, darunter: Sehen Schwarze Löcher so aus wie von der Theorie erwartet? „Wir waren ehrlich gesagt überrascht, wie gut der beobachtete dunkle Fleck mit der aus unseren Computersimulationen vorhergesagten Struktur übereinstimmt“, sagt Zensus.

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Galaxie Messier 87:

  • Das Schwarze Loch, das Forscher fotografieren konnten, liegt im Zentrum dieser Galaxie
  • Die Riesengalaxie ist etwa 55 Millionen Lichtjahre entfernt
  • Schon länger war vermutet worden, dass sich im Zentrum ein Schwarzes Loch befindet
  • Vom Zentrum der Galaxie breitet sich ein unfassbar Energiestream aus: Er reicht 5000 Lichtjahre weit

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Der experimentelle Durchbruch öffne die Tür zu einer Vielzahl neuer Beobachtungen, die unbekannte Details der kosmischen Schwerkraftfallen enthüllen könnten, erläuterte Schuster. „In Zukunft möchten wir auch die Dynamik der einstrudelnden Materie untersuchen. Im Grunde möchte man einen Film davon machen.“ (mj/pen/dpa)

 
 

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