Dortmund

Dortmunder Karneval verleiht Frauke Petry Schrott-Orden „Pannekopp“ – aber die AfD-Chefin will ihn nicht

Frauke Petry wurde eine fragwürdige Ehre zuteil. Sie soll den „Pannekopp“-Orden bekommen – will ihn aber nicht.
Frauke Petry wurde eine fragwürdige Ehre zuteil. Sie soll den „Pannekopp“-Orden bekommen – will ihn aber nicht.
Foto: Michael Kappeler / dpa
  • Die AfD-Chefin sollte den Karnevalsorden des „Geierabends“ bekommen
  • Aber sie lehnte ab
  • Kaum jemand nahm je den „Pannekopp“ entgegen

Dortmund.  AfD-Chefin Frauke Petry hat den Anti-Orden „Pannekopp“ des Ruhrgebietskarnevals gewonnen – aber sie will ihn nicht. Die karnevalistisch-boshafte Auszeichnung wird in jedem Jahr vom Team des „Geierabends“ in Dortmund verliehen.

Petry erhalte den aus Stahlschrott zusammengeschweißten Orden für eine Bemerkung über ihre Jugendzeit in Bergkamen bei Dortmund, teilten die Veranstalter am Dienstag mit. Demnach sagte sie, dort habe es schon in den 1990er Jahren rechtsfreie Räume gegeben – „No-Go-Areas“. Die „Geierabend“-Leute schlussfolgern: „Petry geht gar nicht! Wo sie erscheint, breitet sich schlagartig eine mobile No-Go-Area aus.“

Petry kann Orden nichts abgewinnen

Die Ordensträgerin selbst kann dieser Ehre offenbar nichts abgewinnen. Petry reagierte völlig ernst: „Anders als die lustigen Karnevalisten beim Geierabend haben die Menschen, die in solchen Gebieten leben müssen, überhaupt keinen Spaß an der täglichen Kriminalität vor ihren Haustüren“, sagte sie in einer Stellungnahme.

Der Geierabend-Truppe gab sie mit auf den Weg: „Klamauk gehört zum Karneval. Wenn Klamauk jedoch die Lebenswirklichkeit der Bürger verhöhnt, verkommt er zur billigen Comedy-Propaganda der Mächtigen.“

Der Orden wiegt fast 30 Kilogramm

Der „Pannekopp“ wiegt 28,5 Kilogramm und muss nach den Statuten bis zum Ende der Fastenzeit um den Hals getragen werden. Wohl deshalb hat ihn bislang auch noch niemand in Empfang genommen – bis auf einen stämmigen lokalen SPD-Politiker vor Jahren. Verliehen wird er nach Publikumsabstimmungen bei den „Geierabend“-Sitzungen. (dpa/jei)

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