Sanierer verklagen Ex-Nürburgring-Pächter auf Millionen

In der Insolvenz des Nürburgringes sind auch Grundstücks-Deals des Ex-Pächters ein Thema fürs Gericht.
In der Insolvenz des Nürburgringes sind auch Grundstücks-Deals des Ex-Pächters ein Thema fürs Gericht.
Foto: dpa
Die Machenschaften um die Rennstrecke am Nürburgring werden vor dem Landgericht Düsseldorf aufgearbeitet. Die Sanierer verlangen Schadenersatz vom Ex-Pächter. Der habe über eine eigene Firma erst Grundstücke ge- und dann an die inzwischen insolvente Nürburgring-GmbH zum zehnfachen Preis verkauft.

Düsseldorf.. Der Düsseldorfer Gerichtsstreit um gut 2,3 Millionen Euro Schadenersatz für einen Grundstücks-Deal am insolventen Nürburgring geht weiter. Bei einem Gütetermin am Mittwoch forderte das Landgericht weitere Angaben von beiden Seiten. Dennoch kündigte der Vorsitzende Richter der 16. Zivilkammer, Frank Henning, einen Vergleichsvorschlag zu einem späteren Zeitpunkt an. Beide Seiten waren nur durch Anwälte vertreten.

Mit dem Zivilprozess wollen die Sanierer der Rennstrecke in der Eifel vom früheren Ring-Pächter Kai Richter gut 2,3 Millionen Euro erstreiten (Az.: 16 O 414/12). Sie verlangen Schadenersatz, weil der in Düsseldorf wohnende Ex-Pächter überteuerte Grundstücke für die am weltbekannten Nürburgring gelegene Partymeile "Eifeldorf" angekauft habe.

Zum mehr als Zehnfachen des ursprünglichen Preises

So soll sich die Firma Richter & König GbR - mit Richter als Mitgesellschafter - per Optionsvertrag Grundstücke am Nürburgring gesichert und später gekauft haben. Gut drei Monate später soll dann die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) - mit Richter als Geschäftsführer - das Areal für 2,5 Millionen Euro von der Firma gekauft haben, zum mehr als Zehnfachen des ursprünglichen Preises.

Die Seite des Ex-Managers erklärte, es seien Risiken und Kosten des Projekts an die GbR ausgelagert worden. Die 16. Zivilkammer forderte, Belege für wertsteigernde Maßnahmen vorzulegen. "Das Risiko der GbR tendierte gegen Null", meinte der Richter.

Unterschiedliche Angaben schon beim Kaufpreis

Eine Stunde benötigte das Gericht, um am Mittwoch Details des komplizierten Falls aufzudröseln. "Soll hier ein Teilaspekt des Nürburgring-Geschehens aufgearbeitet werden?", fragte am Ende Richter Henning die Anwälte mit Blick auf das weitere Vorgehen. Er wolle einen Vergleichsvorschlag machen.

Schon bei der Frage des Kaufpreises gab es unterschiedliche Angaben: 166.000 Euro waren es nach Angaben der Sanierer des insolventen Prestigeprojekts, die andere Seite sprach von 184.000 Euro. (dpa)

 
 

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