Samuel Koch in Schweizer Reha-Klinik verlegt

Samuel Koch vom TSG Oetlingen bei einem Wettkampf im Mai 2009. Foto: dapd
Samuel Koch vom TSG Oetlingen bei einem Wettkampf im Mai 2009. Foto: dapd
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Düsseldorf.. Der verunglückte „Wetten, dass...?“-Kandidat Samuel Koch ist am Samstagmorgen in eine Rehazentrum in der Schweiz verlegt worden. Das gab der Ärztliche Direktor der Düsseldorfer Unklinik bei einer Pressekonferenz bekannt.

Der schwer verunglückte „Wetten, dass..?“-Kandidat Samuel Koch ist am Samstagmorgen in ein Rehazentrum in die Schweiz verlegt worden. Das Spezialzentrum für Wirbelsäulenverletzungen und Querschnittslähmungen in Nottwil sei „besonders geeignet für die frühzeitig einsetzende Rehabilitation“, sagte der Ärztliche Direktor des Uniklinikums, Wolfgang Raab, auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Mit der Verlegung sei die Akutbehandlung des 23-Jährigen abgeschlossen. Für eine Reduzierung der momentanen Lähmungen gebe es „zaghafte Hoffnungen“, sagte Raab.

Noch am Anfang der Woche zeigten sich die Ärzte deutlich skeptischer über eine Genesung des 23-Jährigen. Derzeit gebe es aber „Anzeichen für eine positive Erholung“ bei Koch, sagte der Direktor der Klinik für Neurologie, Hans-Jakob Steiger. So habe es am Freitag Hinweise auf eine „diskrete Bewegung an einem Bein“ gegeben. Angesichts der „dramatischen Rückenmarkverletzungen“ gebe es allerdings noch keine Sicherheit für stichhaltige Prognosen. „Die Unsicherheit bleibt bestehen“, sagte Steiger. Sollte Koch in den kommenden Wochen seine Füße bewegen könne, stünden die Chancen auf eine Heilung gut.

Kalkulierbares Risiko

Mit einem Flugzeug der Deutschen Luftrettung wurde der 23-Jährige in die Schweiz gebracht. In der Klinik sei er auf die Intensivstation gelegt worden, sagte der Direktor der Klinik für Anästhesie, Benedikt Pannen. Bei dem Transport habe es sich um ein „kalkulierbares Risiko“ gehandelt. Bereits seit Donnerstag sei die künstliche Beatmung beendet worden und Koch habe eigenständig atmen können. Zudem sei er mehrfach aus seinem Bett in eine sitzende Position gebracht worden.

Die Klinik liegt im Schweizer Kanton Luzern und ist nach Angaben der Ärzte ein hoch spezialisiertes Zentrum für Verletzungen an der Wirbelsäule. Neben einem großen Bereich für Rehabilitationen stünden dort auch intensivmedizinische und chirurgische Bereiche zur Verfügung. Zudem liege die Klinik in der Nähe des Heimatortes der Familie Koch. Wie lange der 23-Jährige nun die Reha absolvieren müsse, lasse sich nicht abschätzen, sagte Steiger. Die erste Rehabilitations-Phase dauere drei Monate.

Unterdessen berichtete der „Focus“, dass Koch über eine ZDF-Versicherung höchstens 100.000 Euro Entschädigung erhält. Nach Informationen des Münchener Nachrichtenmagazins gilt dies auch, wenn der möglicherweise gelähmte 23-Jährige zeitlebens im Rollstuhl sitzen und nie einen Beruf ausüben sollte. Der Sprecher des Senders, Alexander Stock, wollte die Summe am Samstag nicht bestätigen.

Koch war am Samstag vergangener Woche in der Düsseldorfer Messehalle bei dem Versuch, mit Sprungfedern an den Füßen über fahrende Autos zu springen, gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen an der Halswirbelsäule zugezogen. Nach einer Notoperation lag er zwei Tage in einem künstlichen Koma. In der Nacht auf Dienstag wurde er erneut am Rückenmark operiert. Danach zeigten sich die Ärzte noch skeptisch hinsichtlich einer möglichen Genesung des 23-Jährigen. Es traten schwere Lähmungen an seinen Beinen und Teilen der Arme auf. (dapd/afp)

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