Tödlicher SEK-Einsatz in Salzgitter: Mann (28) drohte mit Spielzeugwaffe - dann wurde geschossen

Polizeibeamte stehen nach dem Einsatz am Ort des Geschehens.
Polizeibeamte stehen nach dem Einsatz am Ort des Geschehens.
Foto: imago/Henning Scheffen

Salzgitter. Nach dem tödlichen SEK-Einsatz in Salzgitter sind weiterhin viele Fragen offen. Im Stadtteil Fredenberg war am Donnerstag, 11. April, ein 28-jähriger Mann vom SEK erschossen worden.

In unserem Newsblog halten wir dich über die aktuelle Lage in Salzgitter auf dem Laufenden:

Mittwoch, 17. April:

11.07 Uhr: Peter K. soll die Beamten mit einer Spielzeugwaffe bedroht haben. In dem abgedunkelten Raum habe diese allerdings wie eine echte Pistole für die Polizisten ausgesehen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwoch.

Der 28-Jährige hatte demnach auch nach Warnschüssen der Spezialkräfte nicht aufgegeben und war daraufhin erschossen worden.

Montag, 15. April:

22.05 Uhr: Der 22-Jährige wurde nach Meinung der Ermittler erschossen. Das berichtet die "Salzgitter Zeitung". Demnach starb er durch mehrere Schüsse.

11.57 Uhr: "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Staatsanwältin Meyer. Auch ein Suizid des 22-Jährigen könne nicht ausgeschlossen werden.

10.49 Uhr: Entgegen anders lautender Medienberichte wird es auch heute keine weiteren Informationen zur Todesursache geben. Details könne man auch in den kommenden Tagen nicht mitteilen, um die dahingehenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

10.25 Uhr: Staatsanwältin Julia Meyer bestätigt gegenüber dieser Redaktion: "Die Obduktion des in der Wohnung aufgefundenen Toten hat ergeben, dass eine nicht natürliche Todesursache vorliegt."

09.07 Uhr: Möglicherweise werden im Laufe des Tages auch die Ergebnisse der Obduktion der Leiche veröffentlicht. Auch sie wurde in der Rechtsmedizin Hannover durchgeführt.

08.01 Uhr: Nach wie vor sind viele Fragen offen. Laut NDR gibt es für die Staatsanwaltschaft Braunschweig es "ausreichend Anhaltspunkte" dafür, dass der leblos in der Wohnung gefundene Mann schon längere Zeit tot war.

Samstag, 13. April:

16.21 Uhr: Am Samstagnachmittag hat die Staatsanwaltschaft nach wie vor nicht bekannt gegeben, woran der getötete Mann gestorben ist. Der Mann wurde in der Wohnung des erschossenen Peter K. gefunden. Er soll dort bereits tagelang gelegen haben. Es soll sich dabei um einen 22-Jährigen aus Salzgitter handeln.

Die beiden Männer waren bei Facebook befreundet, sie sollen auch in der Realität zumindest lockeren Kontakt gepflegt haben.

12.09 Uhr: Die Todesursache der männlichen Leiche aus der Wohnung von Peter K. ist noch nicht bekannt gegeben worden von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die Obduktion dauere noch an, heißt es.

11.20 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nach wie vor die Identität des Toten aus der Wohnung von Peter K. nicht offiziell bestätigt. Allerdings hat die Familie des Vermissten hat bei Facebook den Tod ihres Sohnes bekannt gegeben.

Viele User sprechen der Mutter via Facebook ihr Beileid aus. Dabei hatte ein Familienmitglied vorab darum gebeten, dass von Beileidsbekundungen abgesehen werde. "Wir bitten von Beileidswünschen über WhatsApp, Facebook, Messenger Abstand zu nehmen, da wir mit unserer Unendlichen Trauer erstmal alleine klar kommen müssen."

09.27 Uhr: Der Hintergrund des Geschehens ist noch vollkommen unklar. Der 28-Jährige soll den anderen Mann bereits Tage vorher getötet haben. Es soll sich nach Bild-Infos um Peter K. handeln. Dieser hatte sich in der Wohnung eines Bekannten verschanzt, der Wohnungsinhaber hatte die Polizei gerufen mit dem Hinweis, dass der 28-Jährige verletzt sei.

Unklar ist bisher auch noch, woher die Verletzungen des später Erschossenen stammten. Dass der Wohnungsinhaber etwas damit zu tun gehabt haben könnte, schließen die Ermittler allerdings aus.

08.53 Uhr: Am Donnerstag hat ein SEK-Team in Salzgitter einen 28-Jährigen in seiner Wohnung erschossen. Der Mann hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig mit einem waffenähnlichen Gegenstand in einer abgedunkelten Wohnung verschanzt.

Als er der mehrfachen Aufforderung, die Waffe fallen zu lassen und herauszukommen, nicht nachkam, feuerten die Einsatzkräfte auf den Mann. Nach Informationen der Bild soll es sich um Peter K. gehandelt haben.

In seiner Wohnung, die rund einen Kilometer entfernt vom Einsatzort liegt, wurde eine männliche Leiche gefunden. Peter K. steht in Verdacht, seinen Bekannten getötet zu haben. Dieser war nach Bild-Infos bereits seit dem 6. April vermisst.

Freitag, 12. April:

17.32 Uhr: Zuletzt hatten mehrfach Gewaltverbrechen Salzgitter erschüttert. Ende Januar erst hatte ein 33-jähriger Syrer einen 25 Jahre alten Iraker im Stadtteil Lebenstedt erschossen. Er soll mit der Liebesbeziehung des Irakers zu seiner Schwester nicht einverstanden gewesen sein. Im Mai vergangenen Jahres erschoss ein 38-Jähriger nach einem Sorgerechtsstreit seine Ex-Partnerin auf offener Straße vor den Augen der vier Kinder. Ende Januar wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

15.27 Uhr: Kräfte von SEK und Polizei haben längere Zeit versucht, verbal Kontakt zu dem Mann aufzunehmen, der sich verschanzt hatte. Er wollte aber nicht kooperieren. Die Gespräche seien darin gegipfelt, dass die Beamten durch den später Angeschossenen in einem abgedunkelten Raum mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht worden seien.

15.24 Uhr: Die Ermittler liefern jetzt auch mehr Details zum SEK-Einsatz: Demnach hatten die Polizisten in der Wohnung die Spezialeinheit angefordert, weil sie "aufgrund des Verhaltens des Verwundeten" befürchteten, "nicht ohne eine drohende Eigengefährdung" wieder rauszukommen.

15.21 Uhr: Zu der Frage, in welchem Verhältnis die beiden Männer zueinander standen und woher die Verletzungen des Angeschossenen stammen, die zum Ursprungseinsatz der örtlichen Polizei geführt haben, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

15.11 Uhr: Weiter heißt es von der Staatsanwaltschaft: "Der Angeschossene steht im Verdacht, Tage zuvor in seiner eigenen Wohnung eine männliche Person getötet zu haben. In seiner Wohnung wurde ein männlicher Leichnam aufgefunden. Die Obduktion zur Klärung der Todesursache ist noch nicht abgeschlossen."

15.06 Uhr: Der von der Polizei erschossene Mann war 28 Jahre alt. Jetzt liegt auch das Obduktionsergebnis vor. Laut Staatsanwaltschaft starb der Mann an einem "spinalen Schock infolge einer Rückenmarksdurchtrennung". In seinem Körper wurde ein Projektil einer 9mm-Kurzwaffe aufgefunden. Das Projektil hat das Rückenmark durchtrennt.

13.51 Uhr: Die Ermittler bitten noch einmal darum, keine Gerüchte im Netz zu streuen. Konkret geht es um einen aktuellen Vermisstenfall aus Salzgitter.

13.02 Uhr: Laut Polizei wird sich am Nachmittag die Staatsanwaltschaft Braunschweig offiziell zu den neuesten Erkenntnissen äußern.

12.03 Uhr: Laut Polizeisprecher Thomas Oppermann ist noch offen, wann man mit Obduktionsergebnissen rechnen kann. Wahrscheinlich aber noch heute.

11.41 Uhr: Geklärt werden muss unter anderem noch, was es mit der Erstmeldung auf sich hatte: Zunächst war per Notruf gemeldet worden, dass es eine Person mit Schussverletzung in der Wohnung am Hans-Böckler-Ring gebe.

11.30 Uhr: Aktuell werden Zeugen an beiden Tatorten vernommen.

11.01 Uhr: Wie hilft die Polizei dem Beamten, der den tödlichen Schuss abgegeben hat? "Der Kollege hat die Möglichkeit, psychosoziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es gibt zum Beispiel auch eine bei den Kirchen eine Polizeiseelsorge", so GdP-Sprecherin Angela Sielaff. Routinemäßig werde auch eine Untersuchung eingeleitet. "Die GdP steht ihren Mitgliedern mit umfassendem Rechtsschutz zur Seite."

10.50 Uhr: Angaben zu dem von der Polizei erschossenen Mann machen die Ermittler noch nicht. Nach unseren Informationen handelt es sich um einen jüngeren Deutschen, der Drogenprobleme gehabt haben soll. Bestätigen will die Polizei das nicht.

10.38 Uhr: Die Polizei hat wegen des unbekannten Toten in der Einsteinstraße eine Mordkommission gegründet. Dass er einem Verbrechen zum Opfer fiel, bedeute das aber nicht zwangsläufig, so der Polizeisprecher.

10.20 Uhr: Die beiden Leichen werden rechtsmedizinisch untersucht. Die Obduktion findet in Hannover statt. Die Identität des toten Mannes aus der Einsteinstraße steht laut Polizei immer noch nicht fest.

10.14 Uhr: "Die Schusswaffe zu gebrauchen und auf einen Menschen zu schießen, bedeutet für jede/n Beamten/-in eine extreme Belastung. Alle Beamtinnen und Beamten sind froh, wenn sie ihre Waffe nur auf dem Schießstand benutzen müssen", so die Sprecherin der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen, Angela Sielaff.

9.57 Uhr: Den letzten tödlichen Polizeischuss in der Region gab es im vergangenen Oktober in Braunschweig. Ein Beamter hatte sich beim Einsatz von einem 39-Jährigen bedroht gefühlt - und gab einen Schuss auf ihn ab.

9.01 Uhr: Die Polizei gibt nach wie vor keine weiteren Informationen raus. Laut Polizeisprecher Thomas Oppermann waren und sind Polizeikräfte an beiden Tatorten aktiv. "Die ganze Nacht lang wurden Spuren gesichert, die Ermittlungen sind in vollem Gange." Auch müssten noch Zeugen vernommen werden.

8.20 Uhr: Eine ehemalige Anwohnerin bezeichnet die betroffene Gegend als kriminelles Milieu, in dem es häufig zu Gewalt komme. Vor allem abends und insbesondere als Frau habe sie Angst, dort auf die Straße zu gehen, erzählt sie uns.

8.02 Uhr: Gerüchten zufolge soll der von der Polizei erschossene Mann drogensüchtig gewesen sein. "Der Junge hatte einfach nur echt scheiß Probleme. Und keiner wollte ihn helfen", schreibt ein User dieser Redaktion. Auch die "Salzgitter Zeitung" berichtet über den Drogenkonsum des Mannes. Die Polizei spricht von "Spekulation".

7.07 Uhr: Ein Anwohner berichtet dieser Redaktion von dem SEK-Einsatz im Hans-Böckler-Ring: Die SEK-Beamten haben sich vor meiner Haustür bewaffnet, mit Schild und Rammbock und mit MPs (Maschinenpistolen, Anm. d. Red.). Dann sind sie in Richtung Garten zurückgelaufen, einer hat sich hingekniet, hat den anderen Deckung gegeben.

Vor dem Haus haben die SEK-Beamten die normalen Polizeibeamten unter Feuerschutz auf ein Fenster abgelöst. Dann sind sie rein ins Haus. Bis dahin sind keine Schüsse gefallen. Erst gegen Ende fielen drei Schüsse, die ich gehört habe. Dann hat ein Beamter ein Fenster geöffnet und es war vorbei.

6.24 Uhr: Nach dem SEK-Einsatz in Salzgitter-Fredenberg am Donnerstag stellen sich viele Fragen. Wer ist die zweite Leiche? Welches Motiv hatte der Täter? Wie geht es weiter?

Am frühen Freitagmorgen ist der Stand zunächst der gleiche wie am späten Donnerstagabend, so Polizeisprecher Frank Oppermann auf Nachfrage dieser Redaktion. Weitere Informationen erwartet Oppermann im Laufe des Tages, dann aber von der ermittelnden Staatsanwaltschaft.

Donnerstag, 11. April:

22.50 Uhr: Im Rahmen des Einsatzes im Hans-Böckler-Ring hat die Polizei auch die Wohnung des Täters in der Einsteinstraße durchsucht. Anfängliche Hinweise auf mutmaßlichen Sprengstoff in dieser Wohnung bestätigten sich nicht, meldet die Polizei.

In der Wohnung fanden die Beamten gegen 21.30 Uhr die Leiche einer männlichen Person. Zu den Gesamtumständen, insbesondere zur Todesursache, können zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Angaben gemacht werden.

20.53 Uhr: Der Mann, der sich in der Wohnung verschanzt hatte, hat die Einsatzkräfte laut Polizei bedroht. Er soll bewaffnet gewesen sein, heißt es. Auch die das SEK bedrohte er mit einer Waffe, woraufhin einer der Beamten auf den Mann schoss. Trotz sofortiger Reanimationsversuche starb der Mann.

Derweil sind nach unseren Informationen Polizeikräfte in einer anderen Wohnung einige hundert Meter entfernt im Einsatz. Dort werden offenbar Spuren gesichert. Die genauen Zusammenhänge sind noch unbekannt.

19.55 Uhr: Nach Informationen dieser Redaktion näherte sich das SEK der Wohnung von hinten. Über den Balkon sollen die Beamten dann in die Wohnung gelangt sein.

19.20 Uhr: Der Polizei stehen jetzt umfangreiche Ermittlungen bevor. Polizeisprecher Thorsten Ehlers bezeichnet die derzeitige Situation als "nebulös". Von einer Geiselnahme geht die Polizei derzeit allerdings nicht mehr aus.

19.11 Uhr: Die Bedrohungslage ist beendet. Das gab Thorsten Ehlers, Pressesprecher der Polizeidirektion Braunschweig, am Abend bekannt. Die Situation vor Ort sei sicher, so Ehlers.

Die Polizisten fanden eine verletzte Person in der Wohnung. Es sei allerdings noch nicht klar, ob die Person diese Verletzung nicht schon vor dem Einsatz der Polizei hatte.

18.34 Uhr: Thorsten Ehlers hat soeben erste Angaben zur Situation vor Ort gemacht. Demnach liege derzeit eine Bedrohungslage vor. Es gebe jedoch noch keine sicheren Erkenntnisse über mögliche Verletzte oder die Anzahl der Menschen, die sich in der betroffenen Wohnung befinden. Angeblich soll sich ein Mann mit einer Waffe in der Wohnung aufhalten, Schüsse seien gefallen. Beides konnte der Polizeisprecher aber noch nicht bestätigen.

18.16 Uhr: Laut Informationen der "Salzgitter Zeitung" soll es eine Geiselnahme gegeben haben. Eine Person sei erschossen worden.

(mvg/vh/pen/lin/ck/fb)

 
 

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