Ryanair fliegt Urlauber ins falsche Land – und lässt die Passagiere dort einfach zurück

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Foto: imago/ZUMA press

Timișoara. Eigentlich wollten 200 Passagiere mit einem Flieger von Ryanair von London nach Thessaloniki. Die Reise ging für die Fluggäste stattdessen aber ganz woandershin: in die rumänische Stadt Timișoara.

Der Reihe nach: Um 17.14 Uhr hob die Ryanair-Maschine am Freitag vom Londoner Flughafen Stansted ab. Ohne Umwege ging es von dort aus geradewegs in Richtung des Zieles Thessaloniki in Griechenland.

Nebel zwingt Ryanair-Maschine zum Ausweichen

Weil sich aber über dem Zielflughafen dichte Nebelbänke bildeten, musste der Flieger auf der Höhe der mazedonischen Hauptstadt Skopje seine Route ändern und auf einen anderen Flughafen ausweichen.

Anstatt aber den Flughafen von Skopje anzusteuern, steuerte die Maschine in Richtung Norden weiter. Von Skopje wären es rund zweieinhalb Autostunden bis Thessaloniki gewesen.

Rumänien statt Thessaloniki

Der Pilot der Ryanair-Maschine steuerte weiter in Richtung Bulgarien und passierte die Hauptstadt Sofia. Aber auch auf dem dortigen Flughafen landete er nicht. Von Sofia wären es knapp vier Stunden Autofahrt ins 300 Kilometer entfernte Thessaloniki gewesen.

Stattdessen flog der Billigflieger weiter nach Rumänien und landete schließlich in Timișoara. Die Maschine landete mit einer Verspätung von nur etwa 40 Minuten – nur dass die rund 200 Passagiere nicht in Thessaloniki, sondern im fast 800 Kilometer weit entfernten Timișoara ausstiegen.

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Dort wurden die Fluggäste am späten Abend von Ryanair offensichtlich ziemlich im Stich gelassen. Ein Angehöriger twitterte: „Meine Eltern und 200 Passagiere sind aufgrund des Wetters am Flughafen Timisoara gestrandet. Niemand ist in Sicht und niemand beantwortet Telefone. Babys und ältere Menschen verbringen die Nacht in der Kälte.“

18-stündige-Busfahrt als Alternative

Eine andere Mitreisende machte ihrer Wut Luft: „Die Menschen werden ohne Alternativen am Flughafen Timișoara gelassen.“ Nach Angaben der Frau gab es schließlich doch eine Alternative: Ryanair bot eine 18-stündige Busfahrt an, die auch noch von einem einzigen Busfahrer durchgeführt werden sollte.

Die Ryanair-Maschine flug indes leer zurück nach London. Etwa die Hälfte der 200 Passagiere weigerte sich die Busfahrt anzutreten.

Ein kleines Happyend gab es für sie am Ende doch noch: Die griechische Regierung schickte ein Flugzeug der Fluggesellschaft Aegean nach Rumänien, um die Gestrandeten einzusammeln. 24 Stunden nach dem Start in London kamen sie schließlich in Griechenland an.

Ryanair gehört zu den größten Fluggesellschaften der Welt und befördert jährlich mehr als 100 Millionen Passagiere. (jg)

 
 

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