Intendant will Kostenausgleich: Kommt jetzt die Erhöhung des Rundfunkbeitrages?

Für viele Zahlungspflichtige ist der Rundfunkbeitrag ein Ärgernis.
Für viele Zahlungspflichtige ist der Rundfunkbeitrag ein Ärgernis.
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  • Deutschlandradio-Intendant Raue will Rundfunkbeitrag-Erhöhung
  • Damit sollen steigende Kosten ausgegleichen werden

Berlin.  Der Rundfunkbeitrag ist für viele ein Ärgernis. Zahlungspflichtige empfinden den monatlichen Betrag von 17,50 Euro als eine Art Zwangszahlung.

Stefan Raue, Intendant von Deutschlandradio, ist dies noch nicht genug. Er plädiert für eine moderate Erhöhung des Rundfunkbeitrags, die steigende Kosten ausgleicht. „Der Beitrag ist seit 2009 nicht erhöht worden, 2015 gab es eine Absenkung“, sagte Raue der Deutschen Presse-Agentur.

Rundfunkbeitrag bis 2020 auf monatlich 17,50 Euro

„Wenn wir von einer Steigerung von rund zwei Prozent pro Jahr ausgehen, bei Sachkosten, Honoraren und Gehältern, dann kann man sich schnell ausrechnen, wie viel einem weniger zur Verfügung steht, wenn die Kostensteigerung nicht ausgeglichen wird.“

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Deswegen ziele ein Einfrieren des Rundfunkbeitrags auf eine Beschränkung der Möglichkeiten. „Das ist die Gefahr dabei.“ Für seinen Sender würde eine Erhöhung von zwei Prozent nur rund einen Cent mehr pro Monat bedeuten. Der Rundfunkbeitrag für alle öffentlich-rechtlichen Angebote ist bis 2020 auf monatlich 17,50 Euro pro Haushalt festgelegt.

Streit um „presseähnliche“ Online-Beiträge ist „Schaukampf“

Den Streit um „presseähnliche“ Online-Beiträge der Sender, der in den vergangenen Monaten mehrfach für Schlagzeilen sorgte, hält Raue für einen Schaukampf. „Internetangebote sind heute alle multimedial, im Übrigen auch die der Verleger“, sagte Raue, der seit Anfang September Deutschlandradio-Intendant ist.

„Die Verlage machen doch selbst längst deutlich mehr als presseähnliche Angebote, sie haben natürlich Videos, Audios, lang erzählte Geschichten mit Fotos und Grafiken.“ Die Formulierung sei überholt. „Ich fände es gut, wenn sie nicht mehr auftaucht. Aber das setzt voraus, dass alle Seiten einsehen, dass der Begriff nicht mehr taugt“, sagte Raue. „Wir können alle mal ins Netz gucken und suchen, was wir da noch Presseähnliches finden.“ (dpa/lhel)

 

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