Rotterdamer verkaufen Müll

Rotterdam..  Ali Dib freut sich. Er legt einige alte Kleidungsstücke auf eine Waagschale, zückt seinen Abfallpass und sagt: ,,Das bringt wieder einige Cent.‘‘ In der Tat: Ihm werden auf seinem Abfallpass 0,67 Euro gutgeschrieben. Sobald das Guthaben auf zehn Euro gewachsen ist, kann Ali Dib abkassieren: Es wird in bar ausbezahlt. ,,Mehr als 100 Euro habe ich so in den vergangenen Monaten schon verdient, weil ich meinen Abfall verkaufe und nicht mehr einfach von der Müllabfuhr abholen lasse.‘‘

Ali Dib kann seinen Abfall verkaufen, weil er in Rotterdam wohnt und weil dort ein Pilotprojekt läuft, das Abfall von Privatpersonen aufkauft und dann in großen Mengen weiterverkauft. Mit Gewinn. Ausgedacht hat es sich der Betriebswirt Jorgen van Rijn. Der 46-jährige Ökonom gründete die Firma ,,Afval loont‘‘ – Abfall lohnt sich.

Das Prinzip ist einfach. Am Sammelpunkt des Müllaufkäufers van Rijn wird der Abfall nicht nur entgegengenommen und bezahlt, sondern auch fein säuberlich getrennt, nach Plastik, Papier, Elektromüll, Metallen, Textilien und Kleidung, Glas. Das Müllunternehmen bringt den getrennten Müll in großen Containern unter und verkauft diese dann an große niederländische Abfallunternehmen.

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