Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Musik

Ron Wood - der Schrat des Rock’n’Roll wird 65

31.05.2012 | 17:40 Uhr
Ron Wood - der Schrat des Rock’n’Roll wird 65
Glückwunsch: Ron Wood wird heute 65 Jahre alt. Foto: imago

Essen.   Der „Stones“-Gitarrist hat sich mit der Zeit unersetzlich gemacht bei der dienstältesten Rockband der Welt. Am Freitag wird der Brite, der bei Jeff Beck und den „Faces“ seine Karriere startete, 65 Jahre alt. Ein Glückwunsch.

Andere wären bei so langer Probezeit vermutlich irgendwann von der Fahne gegangen. 18 Jahre lang musste Ron Wood warten, ehe er vom einfachen Angestellten zum vollwertigen Bandmitglied der „Rolling Stones“ aufsteigen durfte. Das Warten hat sich für ihn gelohnt, vor allem finanziell. Der Junior unter den „Rollenden Steinen“ hat sich über die Jahre im dienstältesten Ensemble der Rockmusik unersetzlich gemacht – nicht nur als Blitzableiter zwischen den ewigen Streithähnen Jagger und Richards, sondern zumindest phasenweise auch als gitarristischer Donnerhall, der sich der Verehrung durch Fans wie Bill Clinton und Jack Nicholson sicher sein darf. Ein echter Sologitarrist der Stones wurde Wood zwar nicht. Aber wenn er will, kann der Mann richtig gut spielen, besonders mit dem Slide.

Allerdings: Während die altvorderen Bandkollegen einen beschaulicheren Lebensherbst eingeläutet haben, hat Ronnie Wood seine von schwerstem Alkoholkonsum und etlichen Frauengeschichten begleiteten Flegeljahre erst in der jüngeren Vergangenheit hinter sich gebracht.

Kind aus armen Verhältnissen

Wer ihn noch vor ein paar Jahren mit mitunter erstarrter Miene auf der Bühne stehen sah und beobachtete, wie seine Finger übers Griffbrett torkelten, der musste den Eindruck gewinnen, dass er mehr als die kolportierten zwei Pullen Wodka täglich intus hat. Und dann litt auch die Qualität. Dennoch genießt Ron Wood Denkmalschutz. Denn er ist halt ein Typ. Ein faltendurchfurchter Schrat, gegen den selbst ein Klaus Augenthaler eine Pfirsichhaut zu bieten hat, und dazu noch ausgestattet mit einer derart drolligen Hut-Frisur...

Der Sohn einer armen Roma-Familie vom Londoner Stadtrand war keine 20, als er bei den damals angesagten „Birds“ einstieg. Es folgten Engagements bei Jeff Beck und vor allem, zusammen mit Rod Stewart, bei den „Faces“. Erstmals 1974, nach dem Ausstieg von Mick Taylor, heuerten ihn die Stones für ihren Klassiker „It’s Only Rock’n’Roll“ an. Dort ist er hängengeblieben.

Am Freitag wird Ron Wood 65. Er malt inzwischen, macht Mode. Aber die Gitarre bleibt sein Hauptwerkzeug, sein kreatives Sprachrohr, sein Lebensanker. Man darf neugierig sein, wohin der Rock diesen Mann noch rollen wird. Vorerst jedoch nicht ins Studio. Die von Wood unlängst gestreuten Gerüchte, die Stones hätten Pläne für ein neues Album, musste er umgehend dementieren. Es soll einen erbosten Anruf von Mick Jagger gegeben haben. Einmal Junior-Stone, immer Junior-Stone...

Michael Minholz


Kommentare
Aus dem Ressort
Anzeigen wegen Vergewaltigung haben immer seltener Erfolg
Justiz
Eine Vergewaltigung anzuzeigen, kostet viele Frauen ohnehin schon viel Überwindung. Eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen könnte ihnen die Entscheidung jetzt noch schwerer machen. Sie zeigt, dass die Aussichten auf eine Verurteilung stark gesunken sind.
Wieso sind Eier mal braun, mal weiß? 15 Fakten rund ums Ei
Ostern
Beim Osterfrühstück steht ein kleines, ovales Etwas im Mittelpunkt: Das Ei. Gerade zu dieser Zeit stellen sich Viele Fragen wie: Woran erkenne ich, dass mein Ei aus ökologischer Erzeugung kommt? Wie lange muss das perfekte Ei kochen? Und mit welchen Farben färbe ich zu Ostern eigentlich gut?
Fährunglück in Südkorea - kaum Hoffnung für 300 Vermisste
Unglück
Die Passagiere hörten einen lauten Schlag — dann ging offenbar alles ganz schnell. Eine Fähre mit 460 Menschen an Bord ist am Mittwoch vor der von Südkorea gesunken. Der größte Teil der Passagiere sind Schüler einer Schule bei Seoul. Rund 300 Passagiere werden vermisst. Hoffnung gibt es kaum.
Was Patienten bei Verdacht auf Behandlungsfehler tun können
Gesundheit
Für ein fatales Versehen nach einer Schönheits-OP müssen jetzt eine Mainzer Klinik, ein Arzt und eine Medizinstudentin haften. Wenn Patienten glauben, ihr Arzt habe einen Fehler gemacht, sollten sie wissen, wie sie sich wehren können. Hier erhalten Sie die wichtigsten Informationen.
Street-Art-Künstler Banksy stellt Fans vor neue Rätsel
Graffiti
Nach einer mehrmonatigen Schaffenspause hat sich der britische Künstler Banksy mit einer neuen Arbeit zurückgemeldet. In der englischen Stadt Bristol hat das Street-Art-Idol in der Nähe eines Jugendclubs ein Graffito auf einer Holztür hinterlassen. Fans und Behörden stehen nun vor neuen Rätseln.
Umfrage
Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

 
Fotos und Videos
Basteln mit Michelle Obama
Bildgalerie
First Lady
Fährunglück vor Südkorea
Bildgalerie
Rettungsaktion