Rheinland-Pfalz: Polizei mit dramatischer Warnung an Bekannte des Bombenlegers – „Er wollte Rache“

Enkenbach-Alsenborn: Vor dem Haus des Arztes, der bei einer Explosion ums Leben kam, liegen Blumen und sind Kerzen abgestellt. Ein toter Landschaftsgärtner steht unter Verdacht, den Arzt mit einer Sprengfalle getötet zu haben.
Enkenbach-Alsenborn: Vor dem Haus des Arztes, der bei einer Explosion ums Leben kam, liegen Blumen und sind Kerzen abgestellt. Ein toter Landschaftsgärtner steht unter Verdacht, den Arzt mit einer Sprengfalle getötet zu haben.
Foto: dpa

Rheinland-Pfalz. Die Polizei in Kaiserslautern ermittelt zur Zeit wegen einer Todesserie in Rheinland-Pfalz. Am vergangenen Wochenende waren bei einer Explosion ein Arzt ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass er durch eine Sprengfalle ums Leben kam.

Am Sonntagmorgen kam es in Otterberg zu einer weiteren Explosion, bei der zwei Personen verletzt wurden.

Rheinland-Pfalz: Mysteriöser Todesfälle beschäftigt Polizei

Der zweite Vorfall geschah am Sonntagmorgen in einem Haus in Rheinland-Pfalz. Der Sprengstoff wurde vermutlich in einem Holzscheit versteckt, der später im Kamin explodierte. Die beiden Bewohner des Hauses wurden dabei verletzt. Die Mutter und Tochter wurden ärztlich versorgt. Lebensgefahr besteht laut Polizei nicht.

Am Mittwoch fand die Polizei in Fischbach eine weitere Sprengvorrichtung. Die Ermittler fanden im Carport einen verdächtigen Gegenstand. Experten des Landeskriminalamtes stellten fest, dass es sich dabei um eine Sprengfalle in Form eines professionell manipulierten Holzscheits handelte. Aufgrund der hohen Gefährlichkeit sprengten die Spezialisten gegen 16.30 Uhr den Gegenstand vor Ort.

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Tatverdächtiger ist in allen Fällen Bernhard Graumann (59) aus Mehlingen. Graumann ist in der Nacht zum vergangenen Freitag in seinem Wohnhaus in Mehlingen verstorben. Die Polizei ermittelt derzeit zur Todesursache. Sein Leichnam wurde obduziert, es bestehen derzeit keine Hinweise auf Fremdverschulden. Ein Ergebnis des toxikologischen Gutachtens wird nicht vor Mittwoch erwartet, teilte die Polizei mit.

Opfer in Rheinland-Pfalz standen in schlechtem Verhältnis zu Graumann – Angst vor weiteren Bomben

Alle Opfer der Explosionen hatten eine Beziehung zum verdächtigten Graumann. Zwischen den Personen soll es laut Polizei öfter zu Streit gekommen sein. Die Polizei spricht von einer „konflikträchtigen Beziehung“. Der Verstorbene habe vor seinem Tod gezielt Vorbereitungen getroffen, um Menschen mit denen er Streit hatte schwer zu verletzten oder sogar zu töten.

„Die Polizei geht nach wie vor davon aus, dass Graumann gezielt an Menschen, mit denen er Streit hatte, Rache nehmen wollte“, heißt es in einem Statement der Beamten.

Das ist über den Bombenleger bekannt

Laut SWR soll Graumann Jäger gewesen sein und einen Waffenschein besessen haben. In den 1980er Jahren soll er versucht haben den Geliebten seiner damaligen Freundin zu erschießen. Deshalb habe er im Gefängnis gesessen.

Personen, die etwas mit Graumann zu tun und eine schlechte Beziehung zu ihm hatten, sollen sich bei der Polizei unter der 0631 369 2660 melden, da sie in Gefahr sein könnten.

Überschallknall sorgt für Aufregung

Mehr als 100 Anrufe gingen seit Dienstag Vormittag bei der Polizei ein. Diesen Hinweisen geht die Polizei jetzt nach. Im Fokus der Ermittlungen stand unter anderem ein Objekt in Siegelbach. Dort fanden die Beamten keine explosiven Stoffe. Auch das Anwesen von Graumann wurde durchsucht. Dabei wurde Schwarzpulver und andere Gegenstände, die dem Waffengesetz bzw. Sprengstoffgesetz unterliegen, sichergestellt.

Die Polizei ist mit Spezialhunden im Einsatz, um an möglicherweise gefährdeten Objekten weitere Sprengvorrichtungen ausfindig zu machen.

Für Aufregung sorgte am Dienstag ein lauter Knall um 11.40 Uhr, der in Siegelbach und Mehlingen gehört worden war. Doch die Polizei gab Entwarnung. Es handelte sich dabei um einen Überschallknall, der von einem Flugzeug verursacht worden war. (lmd/ms mit dpa)

 
 

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