Revolutionäre Änderung beim Führerschein: DAS soll sich ändern

Foto: imago images / MiS

Berlin. Wer einen Führerschein der Klasse B besitzt, darf bald vielleicht nicht nur ein Auto, sondern auch leichte Motorräder fahren. Das hat das Bundesverkehrsministerium in einem Verordnungsentwurf entschieden.

Führerschein Klasse B soll demnächst auf fürs Motorrad-Fahren gelten

Nicht jeder mit dem Führerschein Klasse B soll aber ein Motorrad zusätzlich fahren dürfen. Man muss mindestens 25 Jahre alt sein und seit mindestens fünf Jahren einen Führerschein besitzen.

Zudem muss man eine Schulung mit fünf 90-minütigen Einheiten hinter sich bringen. Sollte man die Voraussetzungen erfüllen, könnte man dann ohne Motorradführerschein einen sogenannten 125er fahren.

Man darf nur bestimmte Motorräder der Regelung nach fahren

Es geht dabei um Krafträder der Klasse A1 mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimeter und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 Kilowatt, also 15 PS.

Die erweiterte Fahrerlaubnis soll nur für Deutschland gelten. Wer seinen Autoführerschein vor dem 1. April 1980 gemacht hat, darf diese Krafträder sowieso fahren.

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Es hagelt Kritik für den Entwurf

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hält überhaupt nichts von dem Vorstoß von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Diese Leichtkrafträder könnten schneller als 100 Kilometer pro Stunde fahren. Sie seien nach den besonders stark motorisierten Motorrädern die gefährlichste Fahrzeugklasse in der Unfallstatistik, schreiben die Experten in einer Stellungnahme.

Es sei „fraglich“, dass „plötzlich“ die Anforderungen deutlich gesenkt werden sollten – die EU erlaubt das den Mitgliedsstaaten nämlich schon seit 13 Jahren.

66 tote Fahrer in 2017

Im Jahr 2017 starben laut Statistischem Bundesamt 66 Fahrer solcher Leichtkrafträder bei Unfällen. A1-Motorräder hätten bei den „Hauptverursachern von Unfällen mit Personenschaden den traurigen Platz 2“ belegt, schreibt der DVR.

In der Schulung sollen laut Verordnungsentwurf in Theorie und Praxis nur „die wesentlichsten Grundlagen“ des Motorradfahrens vermittelt werden. Ziel sei „die Befähigung zum sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Führen eines entsprechenden Leichtkraftrades“, heißt es im Papier.

Ministerium beruft sich auf die Entscheidung der EU

Die Führerschein-Erweiterung soll demnach etwa 500 Euro kosten. Wie viele Autofahrer davon Gebrauch machen, sei „nicht abzuschätzen“, schreibt das Ministerium.

Unter „Begründung“ heißt es im Entwurf lediglich, die EU gebe den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, Autofahrer auch A1-Motorräder fahren zu lassen – das solle genutzt werden. Das Ministerium verwies am Donnerstag darauf, dass unter anderem Österreich diese Regelung auch schon habe.

Verkehrssicherheitsrat: „Vollkommen unverständlich“

Der Verkehrssicherheitsrat findet das „vollkommen unverständlich“. Wenn man ein größeres Risiko in Kauf nehme, müsse das „zumindest einem erkennbaren Ziel“ dienen, etwa der Förderung der Mobilität.

„An der Unfallstatistik lässt sich aber gerade ablesen, dass Leichtkrafträder in starkem Maße für Freizeitfahrten am Wochenende in den Sommermonaten genutzt werden, und nicht primär, um zur Arbeitsstätte zu gelangen“, heißt es in der Stellungnahme. In Österreich hätten die Zahl der Zulassungen und die Unfälle zugenommen, nachdem die Regelung eingeführt worden sei.

TÜV ebenfalls gegen die neue Regelung

Auch der TÜV ist gegen die neue Regelung. Ein „Kurzprogramm“ reiche nicht, sagte Richard Goebelt vom TÜV-Verband.

Vor allem die praktischen Fahrstunden reichten nicht aus. Künftig solle erlaubt werden, keine Übungen im echten Straßenverkehr durchzuführen - das sei für die Sicherheit „verheerend“. (dpa/ses)

 
 

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