Rechte hetzen gegen Kinderschokolade und Nationalspieler

Auf einer Sonderedition der Kinderschokolade ist kurz vor der Fußball-EM Jerome Boateng zu sehen.
Auf einer Sonderedition der Kinderschokolade ist kurz vor der Fußball-EM Jerome Boateng zu sehen.
Foto: imago/Norbert Schmidt
Die Firma Ferrero hat auf ihrer Kinderschokolade prominente Porträts versteckt. Rechtsextremen Hetzern scheint das nicht zu gefallen.

Berlin. Wie schon bei der erfolgreichen Fußballweltmeisterschaft wirbt die Marke Kinderschokolade auch zur Europameisterschaft wieder mit einem besonderen Design auf ihren Packungen. Auf diesen finden sich nun bearbeitete Kinderfotos von zahlreichen Fußballstars. Anhänger der Pegida-Bewegung in Baden-Württemberg fühlen sich von den grinsenden Kindern aber offensichtlich angegriffen und hetzen auf Facebook gegen den Hersteller Ferrero. Zwar ist der Originalbeitrag von Pegida nicht mehr auf Facebook einzusehen, Beobachter haben jedoch Screenshots davon erneut hochgeladen.

Was die Rechtsradikalen stört: auf den Fotos ist eben nicht mehr wie bisher nur der grinsende weiße Junge zu sehen, sondern eben auch der türkischstämmige Ilkay Gündogan oder der schwarze Jerome Boateng. Und so schreibt ein Kommentator auf der Facebook-Seite eines Ablegers der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung am Bodensee: „Die versuchen einem echt die Scheisse, als normal unterzujubeln, armes Deutschland.“ Ein anderer Nutzer setzt hinter seinen Beitrag zwar einen Smilie, doch seine Frage wirkt neutral betrachtet gar nicht lustig: „Oder sind das Warnungen vor zukünftigen Terroristen?“.

Ferrero stellt sich gegen Fremdenfeinde

Die Firma Ferrero hat mit ihrer Auswahl der abgebildeten Fußballer schon ein recht deutliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Gleich mehrere Stars mit Migrationshintergrund finden sich auf den Schachteln mit den Schokoriegeln. In einem Werbevideo stellt die Firma alle Stars vor: André Schürrle, Christoph Kramer, Jerome Boateng, Ilkay Gündogan, Mario Götze, Mats Hummels, Shkodran Mustafi, Lukas Podolski, Mario Gomez, Thomas Helmer und Mehmet Scholl.

Trotz der relativ deutlichen Message hinter der Werbeaktion der Marke Kinderschokolade hat das Unternehmen in einer Mitteilung auf Facebook auf die Hasskommentare der Pegida-Anhänger reagiert und deutlich gemacht, was von derartigem Rassismus zu halten ist: „Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities.“

Update: In einer früheren Version dieses Textes war der ursprüngliche Beitrag von „Pegida-BW-Bodensee“ zu sehen. Dieser ist seit Mittwochabend jedoch nicht mehr auf Facebook verfügbar. Gleiches gilt für die Profilseite der Organisation. Ob die Seiten von dem Urheber oder von Facebook gesperrt wurden, war bis zum späten Abend nicht bekannt.

 
 

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