Rebecca Reusch: Experte hat diesen krassen Verdacht – „DARAUF gibt es durchaus Hinweise...“

Der Fall Rebecca: Eine Chronologie

Rebecca Reusch (15) ist am 18. Februar spurlos verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass die 15-Jährige das Haus des Schwagers und ihrer Schwester nie lebend verlassen hat. Der Schwager von Rebecca Reusch saß in Untersuchungshaft, ist mittlerweile auf freiem Fuß.

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  • Rebecca Reusch aus Berlin wird seit über vier Monaten vermisst
  • Die Polizei geht vom Tod des Mädchens aus, ein Vermissten-Experte sieht das anders
  • Im Video oben: Eine Chronologie des Vermisstenfalls

Berlin. Wo ist Rebecca Reusch? Ist sie abgehauen? Ist sie verschleppt worden? Oder ist Rebecca Reusch gar tot?

All diese Fragen bewegen seit Monaten ganz Deutschland – vor allem aber die Familie der Schülerin. Am 18. Februar verschwand die 15-Jährige in Berlin spurlos. Seitdem hat sie niemand mehr gesehen. Der Fall Rebecca Reusch bleibt auch vier Monate nach ihrem Verschwinden ein Rätsel. Auch in den Sendungen „Aktenzeichen XY“ und „Markus Lanz“ bekam der Fall Sendezeit.

Doch der Polizei fehlt immer noch eine konkrete Spur. Für die Ermittler im Fall Rebecca Reusch stand schon kurz nach dem Verschwinden fest: Die Schülerin muss tot sein. Sie gehen davon aus, dass die Jugendliche umgebracht wurde. Schnell rückte Rebeccas Schwager in den Fokus.

Rebecca Reusch: Vermissten-Experte glaubt nicht an ihren Tod – und hat eine andere Theorie

Der Mann galt lange Zeit als verdächtig, bislang konnten die Ermittler ihm aber nichts nachweisen. Peter Jamin, zu Gast bei Markus Lanz, gilt als Vermissten-Experte. Und geht - entgegen der Meinung der Polizei - davon aus, dass das Mädchen noch leben könnte. Jamin äußerte bereits im Gespräch mit DER WESTEN diesen Verdacht. Und erklärte auch, wie er zu seiner These kommt.

+++ Aktuelle Entwicklungen im Fall Rebecca Reusch +++

„Die Polizei hat die Ermittlungen im Fall Rebecca Reusch ausgeschöpft. Die Beamten haben zwar ein paar Spuren gefunden, das heißt aber absolut nichts! Sie könnte sehr gut noch leben“, so Jamin. Wundern würde ihn das nicht. Auch ihre Schwester Vivien, ebenfalls zu Gast bei Lanz, glaubt daran, dass Rebecca noch lebt.

Im Gespräch mit DER WESTEN zeichnet Jamin zwei weitere Szenarien auf, die im Vermisstenfall Rebecca eingetreten sein könnten - im Gegensatz zu der These, sie sei längst tot.

Rebecca Reusch: Diese Szenarien sind denkbar

  • Rebecca Reusch hat ihrem Leben bewusst den Rücken gekehrt und ist abgehauen. „Das Mädchen könnte auch freiwillig weggegangen sein. Beispielsweise, weil es sich im Internet verliebt hat. Darauf gibt es ja auch durchaus Hinweise“, erklärt Jamin.
  • Rebecca Reusch lebt noch - könnte aber dennoch einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein: „Denkbar wäre auch, dass die Schülerin entführt und eingesperrt worden ist“, so Jamin.

Markus Lanz: Rebecca Reusch immer noch verschwunden – Schwester und Experte sprechen

Im Studio bei Markus Lanz wird ein Bild der verschwundenen Rebecca gezeigt. Direkt daneben das Phantombild, mit dem die Polizei nach der Schülerin sucht. „Ich würde die Frau rechts (Phantombild) auf der Straße nicht erkennen“, gibt Lanz zu. Aufgrund der Photo-Filter, die über das Phantombild gelegt wurden.

„Warum gibt die Polizei so ein Foto raus und nicht eins, das der Realität mehr entspricht“, will Lanz von Vivien Reusch wissen. „Ich kann es ihnen nicht sagen“, passt die alleinerziehende Mutter. „Meine Familie hat der Polizei auch andere Bilder gegeben.“

Berliner Polizei weist Vorwürfe zurück

Diese Darstellung weist die Berliner Polizei am Freitag zurück. Die Berliner Morgenpost berichtet aus Ermittlerkreisen, dass die Fotos einzig von Rebeccas Familie ausgewählt und zur Verfügung gestellt wurden.

Jamin denkt, die Antwort zu kennen. „Dieses Bild hat eine ungewöhnliche Wirkung auf den Zuschauer, den Leser einer Zeitung. Möglicherweise dachten die Polizisten einfach, dieses Bild würde gut ankommen“, sagt der Experte.

„Drei Tage vor ihrem Verschwinden habe ich Rebecca zuletzt gesehen“, erklärt Vivien Reusch. Und weiter: „Es ist von Anfang an ein Albtraum gewesen. Man fragt sich nur 'wann hört das endlich auf?'“

Jamin macht der jungen Frau Mut: „Es kann ohne weiteres passieren, dass Rebecca wieder auftaucht.“

>> Hier kannst du die ganze Sendung vom 5. Juni sehen

Experte äußert krassen Verdacht zu Rebecca Reusch

„Wir wissen, dass es solche Kreise gibt. In denen Mädchen festgehalten werden“, erklärt Jamin weiter im Gespräch mit DER WESTEN und zieht eine Parallele zum Vermisstenfall Stephanie R. aus Dresden.

„Es geht um Leben und Tod“

Im Januar 2006 verschwand die damals 13-Jährige aus der sächsischen Stadt. Sie war auf dem Weg in die Schule - als Mario M. sie abfing, in eine Holzkiste sperrte und wochenlang in seiner Wohnung festhielt. In der Zeit missbrauchte er das Mädchen mehr als 100 Mal.

Nur durch Zettel, die sie bei abendlichen Spaziergängen mit ihrem Peiniger heimlich auf den Boden warf, konnte sie entkommen. Darauf standen Dinge wie: „Es geht um Leben und Tod. Das ist kein Witz.“ Ihr Peiniger wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt.

Vermissten-Experte Peter Jamin mahnt: „Man konnte dem mutmaßlichen Täter ja nichts nachweisen“

Auch im Fall Rebecca gab es einen Hauptverdächtigen: ihren Schwager Florian. Der Berliner geriet früh ins Visier der Ermittler, kam sogar einige Tage in U-Haft. Auch das Haus, in dem er gemeinsam mit Rebeccas älterer Schwester lebt, wurde durchsucht. In jenem Haus hielt sich das Mädchen vor ihrem Verschwinden auf. „Man konnte dem mutmaßlichen Täter ja nichts nachweisen“, mahnt Jamin. Ein Grund mehr, wieso der Experte davon ausgeht, dass das Mädchen noch leben könnte.

Jamin sieht auch eine Parallele zum Fall Maddie McCann: „Auch in diesem Fall besteht die Möglichkeit, dass das Mädchen noch lebt, in irgendeiner anderen Familie beispielsweise.“ Im Fall Maddie McCann gab es neulich eine überraschende Wende. >> Hier mehr lesen

In seinem neuen Buch „Ohne jede Spur – Wahre Geschichten von vermissten Menschen“ greift Jamin weitere Vermisstenfälle auf - die bis heute nicht geklärt werden konnten.

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Polizei stellt Suche nach Rebecca Reusch vorläufig ein

Für Rebeccas Familie, da ist sich Peter Jamin sicher, ist die quälende Ungewissheit derzeit das Schlimmste. Wo steckt ihre Tochter? Lebt sie noch? Rebeccas Schwester Vivien zeigt auf Instagram jeden Tag, wie sehr sie die 15-Jährige vermisst. Teilt Bilder von glücklicheren Zeiten, zeigt ihren Followern, wie sehr sie durch den Verlust auch an ihre körperlichen Grenzen gekommen ist.

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Vermissten-Experte: „In 30 Jahren ist sie ja gerade mal 45 Jahre alt“

Ende April stellte die Berliner Polizei die Suchmaßnahmen nach Rebecca Reusch vorläufig ein. Erst wenn neue, wichtige Hinweise eingehen, soll die Suche fortgesetzt werden. 30 Jahre werden die Akten von Vermissten aufbewahrt.

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Viel zu kurz, findet Jamin. „In 30 Jahren ist Rebecca Reusch ja gerade erst einmal 45 Jahre alt und könnte irgendwo auf der Welt leben.“ (bs)

 
 

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