Rebecca Reusch: 100 Tage der Ungewissheit – Polizei stellt Suche ein

Der Fall Rebecca: Eine Chronologie

Rebecca Reusch (15) ist am 18. Februar spurlos verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass die 15-Jährige das Haus des Schwagers und ihrer Schwester nie lebend verlassen hat. Der Schwager von Rebecca Reusch saß in Untersuchungshaft, ist mittlerweile auf freiem Fuß.

Rebecca Reusch (15) ist am 18. Februar spurlos verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass die 15-Jährige das Haus des Schwagers und ihrer Schwester nie lebend verlassen hat. Der Schwager von Rebecca Reusch saß in Untersuchungshaft, ist mittlerweile auf freiem Fuß.

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  • Rebecca Reusch (15) aus Berlin wird seit 18. Februar vermisst
  • Die Ermittler gehen schon lange davon aus, dass die Schülerin tot ist
  • Ihr Vater verrät nun ein bislang unbekanntes Detail

Berlin. Seit 18. Februar wird Rebecca Reusch aus Berlin vermisst. Von der 15-Jährigen fehlt immer noch jede Spur, der Kriminalfall bleibt weiter rätselhaft.

Schnell geriet der Schwager von Rebecca Reusch unter Verdacht, die Schülerin getötet zu haben. Der 27-Jährige saß deswegen in Untersuchungshaft, wurde jedoch aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen.

Alles zum Kriminalfall Rebecca Reusch aus Berlin liest du im News-Blog.

+++ Hier kannst du den Newsblog aktualisieren +++

Sonntag, 26. Mai:

Am Mittwoch ist Rebeccas Verschwinden genau 100 Tage her. Bis heute gibt es keine Spur, kein Lebenszeichen von der 15-Jährien. Da keiner der Hinweise zu einem wünschenswerten Ergebnis führte, gab die Polizei am 18. Mai bekannt, die „strukturierten Suchmaßnahmen“ eingestellt zu haben. Erst bei neuen vielversprechenden Hinweisen würde man die Suche wieder aufnehmen.

Die vielen tausend Hinweise werden aber weiterhin ausgewertet. Allerdings fehlt den Ermittlern noch immer eine heiße Spur. Rebeccas Eltern haben die Hoffnung, ihre Tochter irgendwann wiederzusehen aber immer noch nicht aufgegeben. Der Bild am Sonntag verriet Rebeccas Mutter Brigitte: „Wir beten jeden Tag für sie. Und gehen in die Kirche.“

Dennoch sieht man ihr die letzten Wochen an. Brigitte Reusch ist am Ende ihrer Kräfte.

Der 25. Mai war ein schwieriger Tag für die Familie. Denn seit 1983 kennzeichnet das Datum in Gedenken an Etan Patz den Tag der vermissten Kinder. 2002 wurde der Gedenktag auch in Europa eingeführt. Rebeccas Schwester Vivien hat am Samstag ein Bild in Gedenken an alle vermissten Kinder, die teilweise seit Jahren spurlos verschwunden sind, veröffentlicht.

„Es ist eine Ausnahmesituation, die wohl von niemanden, der es nicht am eigenen Leibe erfahren hat, nachvollziehbar ist. Man fühlt sich ohnmächtig, unverstanden, und vor allem zutiefst schmerzerfüllt“, schreibt die große Schwester. „Du hast in unserer Familie ein riesengroßes Loch hinterlassen. Du fehlst uns allen so sehr.“

Doch sie kann in dieser schwierigen Lage dennoch Kraft aus ihren Erinnerungen schöpfen: „Ich denke so gerne an unsere Momente zurück, wie wir geweint, wie wir gelacht haben. Unser letzter Urlaub, unsere Zukunftspläne. Das alles, jeder Gedanke daran, macht mich zum einem so traurig, dann lächle ich, da mir niemand diese wundervollen Erinnerungen nehmen kann, und so unglaublich, dich als Schwester zu haben.“

Donnerstag, 23. Mai:

Vater Bernd Reusch berichtet in einem Interview mit dem Sender RTL über ein Detail, das bislang nicht an die Öffentlichkeit gelangte. Eine zehnjährige Schülerin, die ebenfalls wie Rebecca die Walter-Gropius-Schule besucht, soll einen handfesten Streit mitbekommen haben. Im Zentrum: Rebecca Reusch und einige Jungs. Die Schüler sollen Rebecca sogar festgehalten haben. "Das Mädel hat gegen 16 Uhr am 18. Februar, also an dem Tag an dem Rebecca verschwunden ist, miterlebt, dass ein großes Mädchen Streit hatte mit mehreren Jungs", berichtet Bernd Reusch gegenüber RTL.

Seine Tochter habe sich auf der Schule nicht mehr wohlgefühlt, wollte ihr Abitur woanders machen, so der besorgte Vater.

Mittwoch, 22. Mai:

Vermissten-Experte Peter Jamin betreut seit 1992 ehrenamtlich eine Vermissten-Hotline, hat das Buch „Vermisst-Ratgeber für Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen“ veröffentlicht. Mit unserer Redaktion sprach Jamin darüber, wie Angehörige in einem Vermisstenfall handeln sollten. „Man sollte zunächst im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Schule oder an der Arbeitsstelle nachfragen, ob sich die vermisste Person dort befindet“, rät Jamin. Dennoch: Sollte sich die vermisste Person in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder es Gefahrenstellen (dunkle Parks) auf dem Heimweg geben, sollte man sofort die Polizei einschalten.

Die Eltern von Rebecca Reusch schalteten umgehend die Behörde ein.

>> Hier kannst du das ganze Interview mit Peter Jamin lesen.

Am Samstag, den 18. Mai hat die Polizei eingestanden, die „strukturierten Suchmaßnahmen“ im Fall Rebecca Reusch einzustellen. Allerdings nur solange, bis neue, vielversprechende Hinweise eingehen würden.

Montag, 20. Mai:

Die Hoffnung der Familie: Ihre „Becci“ lebt noch. Rebeccas Schwester Vivien hat erneut ein rührendes Bild von sich und ihrer Schwester bei Instagram geteilt. Es zeigt Rebecca und sie in schicken Kleidern. Vermutlich vor einem Schulball oder einer Hochzeit. Aufgenommen wurde das Bild vor genau einem Jahr.

Samstag, 18 Mai:

Es ist ruhig geworden um die vermisste Rebecca. Die Ermittler werten weiter die tausenden Hinweise aus, die nach dem Verschwinden der 15-Jährigen eingegangen sind. Die heiße Spur fehlt allerdings noch immer.

Deshalb hat die Polizei nun gegenüber „Bild“ eingestanden, dass die Suche nach dem Mädchen vorerst eingestellt wird. „Die strukturierten Suchmaßnahmen nach Rebecca wurden im April vorläufig abgeschlossen.“

Rebeccas Eltern wollen den Glauben daran nicht verlieren, ihr Mädchen irgendwann lebend wieder zu sehen. Mit einem emotionalen Brief haben sie sich jetzt an ihre Tochter gewandt. „Wir sind verloren in unserer Angst und jeden Tag schwindet die Hoffnung, dich jemals wiederzusehen. Wir sind erstarrt in unserer Trauer, alles verhärtet sich innerlich in uns und doch funktionieren wir jeden Tag“, zitiert Fernsehsender RTL aus dem Brief.

Wie sehr die Familie seit dem Verschwinden von Rebecca leidet, zeigen weitere Zeilen der Eltern: „Wir stehen am Fenster starren hinaus und denken jetzt... Jetzt musst du doch kommen, doch stattdessen fahren die Autos ganz langsam an unserem Haus vorbei und schauen zu uns rüber... rüber zu Eltern, die trauern. Was für eine Sensation!“

+++ Vermissten-Experte erklärt, was im Fall Rebecca schief gelaufen ist +++

Sonntag, 12. Mai:

Nun hat sich auch Rebeccas Vater, Bernd Reusch (55) erneut an die Öffentlichkeit gewandt. Mit der Bild sprach Reusch über das Verschwinden seiner Tochter Rebecca. „Es gibt nichts Neues. Die Polizei sagt, die Polen-Geschichte sei geprüft, da sei nichts dran.“ Mit der „Polen-Geschichte“ meint Reusch die Hinweise, dass Rebecca angeblich in Krakau gesehen wurde.

Auch über seinen Schwiegersohn sprach Bernd Reusch: „Ich bin mir sicher, die Polizei verdächtigt immer noch meinen Schwiegersohn.“ Dieser wurde zwar aus Mangel an Beweisen freigelassen worden. Die Polizei scheint ihn aber immer noch im Verdacht zu haben.

Sein Schwiegersohn habe nunmehr sein Leben wieder aufgenommen. Er arbeitet in einem Hotel-Restaurant. Die Kunden würden aber nicht so gut auf ihn zu sprechen sein, so Reusch. So stehe der Verdacht ja immer noch im Raum. Seine Kollegen würden ihn aber gut behandeln.

Mittwoch, 8.Mai:

6.15 Uhr: Rebecca Reuschs Schwester Vivien hat die Hoffnung, dass ihre Schwester noch lebt, noch nicht aufgegeben. Immer wieder teilt sie Erinnerungen auf ihrer Instagram-Seite. So auch dieses herzzerreißende Bild.

Das Bild stamme aus dem letzten gemeinsamen Urlaub, so Vivien.

„Ich schau mir die Bilder von unserem letzten gemeinsamen Urlaub an und es bricht mir HERZ. Wo bist du nur? Was ist mit dir passiert? Es macht mich unglaublich fertig. Ich bin so unfassbar TRAURIG. Ich kann meine Gefühle schlecht in Worte fassen, der Gedanke auf all diese Fragen keine Antwort zu haben, macht mich kaputt. Du fehlst mir so sehr. Ich liebe dich, meine Prinzessin„, schreibt die Schwester emotional.

Rebecca Reusch (15) aus Berlin vermisst: Familie geht drastischen Schritt

Montag, 6. Mai:

Rebecca Reusch wird seit rund zweieinhalb Monaten vermisst. Noch immer fehlt von der Schülerin jede Spur. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Berlin dieser Redaktion am Montag. „Viele wollen sie lebend gesehen haben. Wir haben schon Hinweise aus jeder Ecke der Welt bekommen“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Eine heiße Spur sei aber bislang nicht dabei gewesen.

Die Behörde geht weiter davon aus, dass die 15-Jährige nicht mehr am Leben sei, sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Dass sie irgendwo festgehalten wird, sei derzeit unrealistisch, so die Staatsanwaltschaft.

Donnerstag, 2. Mai:

Der Brandenburger Polizei steht Ärger ins Haus: Die durch den Fall Rebecca bekannt gewordene automatische Erfassung von Autokennzeichen ist möglicherweise verfassungswidrig. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichten über Zweifel von Sicherheits- und Datenschutzexperten, ob die Erfassung gesetzeskonform ist. Die Innenexpertin der Grünen in Brandenburg spricht von einer „sehr laxen Rechtsauffassung“.

Im Polizeigesetz gebe es demnach keine Grundlage, die gilt nur für Gefahrenabwehr, etwa wenn Suizidverdacht besteht. Kennzeichen anderer Fahrzeuge werden gelöscht.

Donnerstag, 25. April:

Rebeccas Familie unternimmt bei der Suche nach der vermissten mittlerweile drastische Schritte. Ihre Schwester Vivien erklärte im Sat.1-Interview, dass die Familie immer wieder Hinweise erhalte und diesen zum Teil auch selbst nachgehe. „Mein größter Wunsch ist, dass wir Rebecca finden, wohlbehalten“, so Vivien.

+++ Rebecca Reusch vermisst: Forensiker Mark Benecke – „Die Leiche ist für den Fall nicht das Entscheidende“ +++

Dienstag, 23. April:

12 Uhr: Vivien Reusch äußerte sich nun im Sat1-Frühstücksfernsehen zu dem Verschwinden ihrer kleinen Schwester Rebecca. Sichtlich aufgewühlt berichtet sie von den Wochen, seit dem Verschwinden ihrer Schwester. „Es gibt keine klare Aussage, dass sie lebt, dass sie tot aufgefunden wurde, es ist einfach... sie ist einfach nicht da“, berichtet Vivien. Für sie sei es nur schwer zu ertragen, dass die Polizei bereits davon ausgeht, dass die vermisste Schülerin tot ist. „Seit dem fünften Tag ihres Verschwindens. Direkt von Anfang an wurde von einer Leiche gesprochen oder einem vermutlichen Tötungsdelikt“, berichtet sie bei Sat1. Und weiter: „Ich verstehe es nicht und jedes Mal bekomme ich kaum Luft und mein Herz stockt und ich verstehe es nicht.“

Nur durch den Zusammenhalt innerhalb der Familie schafft sie es, stark zu bleiben. Wer auch zu dieser Familie gehört: Schwager Florian R. Der Mann, den die Polizei schon seit längerem verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden der 15-jährigen Berlinerin zutun zu haben. Dennoch: Die Familie stand und steht hinter Florian R. Die Frage, ob die Familie jemals an Florian R. gezweifelt habe, verneint Vivien. Mehr möchte die alleinerziehende Vivien nicht über ihr Verhältnis zu Florian R. verraten.

Sie erklärt allerdings, dass er seit der Untersuchungshaft ein nervliches Wrack sei. „Wenn man ins Gefängnis kommt, auch wenn es nur die Untersuchungsaft ist, es macht etwas mit einem Menschen. Und ob man da ist, weil man etwas geklaut hat oder jemanden ermordet haben soll, das macht einen Unterschied. Ob man wegen einem Vergehen an einem Kind oder an einem Erwachsenen dort ist, es sind Welten. Mehr sage ich dazu nicht.“

11.28 Uhr: Nun will die Polizei die Spur nach Polen offenbar doch verfolgen. Das erzählte Rebeccas Vater im Gespräch mit „Bild“: „Die Polizei hat mir mittlerweile mitgeteilt, dass sie Kontakt mit den Kollegen in Polen aufgenommen hat. Wir hoffen, dass man da was herausfinden kann“ Die Polizei selbst wollte sich dazu bisher nicht äußern.

Sonntag, 21. April:

17.35 Uhr: Seit zwei Monaten wird Rebecca Reusch vermisst. Das Osterfest muss die Familie Reusch nun ohne die 15-Jährige verbringen. „Die Familie ist zusammen, also die, die noch da sind, mit denen werden wir etwas machen. Das Leben geht weiter“, sagte Vater Bernd Reusch vor den Feiertagen gegenüber RTL.

Die Hoffnung haben sie nicht aufgegeben, Rebecca wiederzufinden. Nichtsdestotrotz wolle die Familie so normal wie möglich weitermachen. „Wir sind eine Familie und wir haben den Geburtstag meiner Enkelin gefeiert und bei uns ist alles schön", sagte auch die Mutter gegenüber RTL. Doch dabei musste sie sich über die Augen reiben.

Freitag, 19. April:

21.10 Uhr: Ein Anruf aus Polen gibt der Familie von Rebecca Reusch Hoffnung. Ein Mann aus Polen will Rebecca in einem Einkaufszentrum gesehen haben. Zudem habe er sich zuhause nochmal genau vergewissert, dass es das Mädchen auf den Vermissten-Fotos gewesen ist. Und bestätigte seine Aussage dann erneut.

Die Familie ist vor allem wegen eines Details neuer Hoffnung: Der Mann erwähnte eine Zahnspange und dass das Mädchen, das er gesehen hat, eine Zahnspange getragen habe. Dieses Detail sei bisher nicht bekannt gegeben worden.

Donnerstag, 18. April:

19.26 Uhr: Gab es vor dem Verschwinden von Rebecca etwa Streit mit Mitschülern? Davon berichten die Eltern der vermissten Rebecca. Ein zehnjähriges Mädchen habe demnach beobachtet, dass Rebecca sich vor der Schule mit einigen Jungs stritt, die sie festhielten.

„Das Mädel hat gegen 16 Uhr am 18. April – also an dem Tag an dem Rebecca verschwunden ist – miterlebt, dass ein großes Mädchen Streit hatte mit mehreren Jungs", sagte Bernd Reusch gegenüber RTL. Es soll dabei auch darum gegangen sein, dass das Mädchen die Schule verlassen wollte. Tatsächlich hatte Rebecca genau das vor.

„Das ist genau das, was wir schon länger mit Rebecca besprochen haben, dass sie das Abitur lieber woanders machen möchte“, sagt ihr Vater. „Unserer Bekannten hat sie berichtet, dass das Mädchen hübsch und groß war und dass sie fürchterlich geweint hat“, so Bernd Reusch über den Hinweis. Das Mädchen habe sich losreißen und wegrennen können. War es etwa Rebecca? Das würde der Theorie der Polizei widersprechen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht lebend verlassen hat.

16.09 Uhr: „Es hat jemand angerufen und gesagt, dass er Rebecca in Polen gesehen hat, in einem Kaufhaus in Begleitung eines Mannes“, erzählt Rebeccas Vater im RTL-Video. Der Informant habe sich zu Hause nochmal vergewissert und ist sich sicher: es war Rebecca.

Vor allem ein Detail gibt der Familie Hoffnung: „Der Mann hat die Zahnspange erwähnt.“ Rebecca trage in der Tat eine Zahnspange. Das sei bisher nicht berichtet worden. Das Mädchen habe wohl deutsch gesprochen, so der männliche Informant: „Der Mann meinte, dass man ihr nicht ansah, dass sie sich unwohl fühlte oder ähnliches“, erzählt Rebeccas Vater.

Jeder Hinweis der Familie würde gemeinsam beraten: „Wir besprechen alles. Was kann man glauben, was ist gut, was ist schlecht“, so Mutter Brigitte Reusch. Man habe sogar überlegt nach Polen zu fahren und selbst zu suchen. Sei dann aber wieder von der Idee abgekommen. „Wir würden uns dort gar nicht zurechtfinden."

9.12 Uhr: Auch wenn es so wirkt: Der Fall Rebecca ist für die Ermittler längst nicht abgeschlossen. „Das ist alles andere als ein Cold Case“, so Martin Stelter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin im Gespräch mit RTL. Er wehrt sich auch gegen die Vorwürfe von Rebeccas Familie.

Die hatte die Arbeit der Ermittler immer wieder kritisiert - auch weil Rebeccas Schwager ins Visier der Polizei geraten war. Derlei Kritik nimmt Stelter nicht an und sagt in Richtung der Familie: „Wir haben keine Veranlassung gegeben, uns zu kritisieren.“

Mittwoch, 17. April 2019:

20.40 Uhr: Führt die Spur von Rebecca nach Polen? RTL berichtet, dass der Familie Spuren nach Krakau vorliegen würden. Die Eltern von Rebecca würden demnach immer wieder Hinweise auf den Verbleib ihrer Tochter kriegen. So seien sie gemeinsam mit dem RTL-Reporter Heinz Kegl nach Rostock gefahren, um dort Hinweisen nachzugehen. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner dazu: „Wir gehen allen Hinweisen nach.“ Doch etwas Konkretes gebe es derzeit nicht. Befürchtungen, der Fall könnte zu einem Cold Case werden, gibt er eine Absage: „Es ist kein Cold Case in Sicht."

Auch auf die Kritik der Familie, wonach die Ermittler sie nicht informieren würde, lässt er nicht gelten: „Wir haben keine Veranlassung gegeben, uns zu kritisieren.“

15.24 Uhr: Zwei Monate ist die 15-jährige Rebecca Reusch jetzt schon verschwunden. Noch immer fehlt jede Spur. Eine Anwohnerin des Hauses des Schwagers, in dem Rebecca sich zuletzt aufhielt, berichtet davon, dass ihre Nachbarin das Mädchen noch am Tag ihres Verschwindens gesehen habe. „Meine Nachbarin ist sich zu 100 Prozent sicher, dass sie Rebecca gegen 10.30 Uhr mit der rosa Jacke und der Decke über dem Arm gesehen hat, am Tag als sie verschwand“, sagt die 73-jährige Ludmilla Z. gegenüber „Bild“.

15.09 Uhr: Auch am Dienstag suchte die Polizei wieder am Herzberger See in Ost-Brandenburg, berichtet die Bild. Rund 35 Beamte und Helfer sollen laut einem Polizeisprecher dort im Einsatz gewesen sein. Auch ein Hubschrauber und Suchhunde kamen zum Einsatz.

Rebeccas Mutter erhebt in der „Bild“ schwere Vorwürfe gegen die Polizei. „Wir suchen unsere Tochter und die Polizei sucht die Leiche. Die graben lieber halb Brandenburg um“, so die erschöpfte Brigitte Reusch. „Die hängen sich an einem Whatsapp-Häkchen auf, laut dem meine Tochter noch eine Nachricht von mir bekommen, aber nicht gelesen hat. Deswegen müsse sie am Morgen noch im Haus gewesen sein. Ihr Handy könnte sich aber auch irgendwo anders nochmal eingeloggt haben!“, lautet ihr Vorwurf.

8.45 Uhr: Vivien Reusch, Rebeccas Schwester, meldet sich mit einer emotionalen Nachricht auf Instagram. „Du kannst die Welt vielleicht nicht ändern. Aber deine Einstellung schon. Es sind nur ein paar Gedanken, die mich überkommen. Man sagt, man wächst mit seinen Aufgaben. Und ja, das kann so sein. Andernfalls geht man daran kaputt“, schreibt die große Schwester der Vermissten. Die Nachricht versieht sie mit den Hashtags #staypositive, #findbecci, #alwayspraying.

Was vor dem 17. April passierte, kannst du hier nachlesen.

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Rebecca Reusch in Berlin vermisst: Die Chronologie der Suche

  • 18. Februar: Rebecca Reusch (15) aus Berlin verschwindet spurlos. Sie hatte bei ihrer älteren Schwester und deren Familie im Stadtteil Britz übernachtet. In der Schule kam sie morgens nie an.
  • 19. Februar: Die Polizei veröffentlicht eine Vermisstenanzeige.
  • 21. Februar: Die Polizei geht mit der Suche an die Öffentlichkeit. Ihre Schwester wendet sich im Internet an die Bevölkerung und bittet um Hilfe
  • 23. Februar: Die Polizei veröffentlicht Fotos und Infos über die Kleidung. Eine Gewalttat gegen die Jugendliche wird nicht mehr ausgeschlossen. Eine Mordkommission wird eingerichtet.
  • 26. Februar: Mit Flugblätter suchen Schwester und Freunde im Stadtteil Rudow.
  • 28. Februar: Der 27-jährige Schwager von Rebecca wird von der Polizei als Verdächtiger festgenommen.
  • 1. März: Die Spurensicherung durchsucht das Haus der Schwester. Der Schwager kommt wieder frei. Ein Tatverdacht besteht nach Ansicht des Richters nicht.
  • 4. März: Der Schwager wird nun doch verhaftet. Ein Haftbefehl liegt wegen des dringenden Verdachts des Totschlags vor. Der 27-Jährige kommt in Untersuchungshaft.
  • 6. März: Die Polizei veröffentlich Fotos des Schwagers und seines Autos. Der Wagen wurde nach dem Verschwinden von Rebecca und am Abend des nächsten Tages auf der Autobahn A 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von Kameras erfasst. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ befasst sich mit dem Fall.
  • 7.-9. März: Die Polizei durchkämmt mit einer Hundertschaft und Hunden ein Waldgebiet nahe dem Ort Kummersdorf südöstlich von Berlin. Auch Leichenspürhunde und Suchhunde für lebende Menschen sind im Einsatz.
  • 12./13. März: Bei dem Ort Rieplos nahe der Autobahn suchen Kriminaltechniker mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW). Sie vergleichen Reifenspuren.
  • 16. März: Die Polizei sucht mit Hunden entlang der Autobahn zwischen Berlin und der Grenze zu Polen.
  • 18./19. März: Die Mordkommission nimmt sich den Wolziger See südlich der Autobahn vor. Hundeführer aus Nordrhein-Westfalen fahren mit Leichenspürhunden auf einem Boot über den See. Die Hunde können Leichen durch aufsteigende Verwesungsgase riechen.
  • 20. März: Die Polizei sucht den Grund des Sees mit einem Echolot von einem Boot aus ab. Taucher steigen ins Wasser.
  • 21. März: Erneut werden Spürhunde an der Autobahn eingesetzt.
  • 22. März: Der Schwager von Rebecca kommt wieder frei. Der Haftbefehl wird aufgehoben.
  • 2. April: Nun sind auch Hellseher an dem Fall dran. Viel dazu beitragen können sie aber nicht.
  • 10./11. April: Nach längerer Pause suchen Leichenspürhunde und Hubschrauber am Herzberger See im Südosten von Berlin
  • Ende April: Die Polizei stellt die Suche nach dem Mädchen vorerst ein

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(bs/ms/fb/ak/pen/mj/cs/mb/lin/db/ses/dso/göt/dpa)

 
 

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