Rebecca Reusch (15) vermisst: So viele Hinweise sind bei der Polizei eingegangen

Fall Rebecca: Die Polizei suchte in Brandenburg nach der vermissten Rebecca Reusch aus Berlin.
Fall Rebecca: Die Polizei suchte in Brandenburg nach der vermissten Rebecca Reusch aus Berlin.
Foto: dpa/Polizei Berlin

Berlin. Rebecca Reusch aus Berlin Neukölln wird seit dem 18. Februar vermisst. Ihr Schwager, Florian R. saß in Untersuchungshaft - er wird von der Polizei verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden der 15-Jährigen zutun zu haben. Die Familie von Rebecca Reusch glaubt weiterhin an seine Unschuld.

Donnerstag, 4. April

22.30 Uhr: Wie nun bekannt wurde, stammt das Haar, das im Kofferraum von Rebeccas Schwager gefunden wurde, eindeutig nicht von Rebecca – anders als bislang angenommen. Ein Rückschlag für die Beweiskette der Ermittler, über den „Bild“ berichtet.

Der Schwager war am Tag von Rebeccas Verschwinden und am Folgetag zweimal auf der A12 in Richtung Osten unterwegs gewesen. Er hatte Rebeccas Vater erzählt, er sei wegen angeblicher Drogengeschäfte nach Polen gefahren. Die Ermittler glauben allerdings, dass er die Autobahn vorher verlassen hat. Die Großeltern des Verdächtigen würden in der Gegend leben, deshalb kenne er sich gut aus.

18 Uhr: Die Suche nach Rebecca ruht weiter. Die Ermittler werten weiter die Hinweise aus. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir im Fall Rebecca doch noch weiterkommen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Mittwoch, 3. April

19.02 Uhr: Seit Rebecca Reusch am 18. Februar verschwand, suchte die Polizei fast täglich nach dem Mädchen aus Berlin-Neukölln. Nun steht die Suche seit Freitag still – so lange wie nie seit dem Verschwinden. Der Grund: Statt einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen in brandenburgischen Wäldern konzentriert sich die Mordkommission derzeit mehr auf die 2200 eingegangenen Hinweise.

„Die Mordkommission entscheidet täglich, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Bei neuen Hinweisen zieht sie auch in Erwägung, die Suche wieder aufzunehmen“, so eine Sprecherin der Berliner Polizei gegenüber DER WESTEN. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass man ohne neue Hinweise noch einmal ausrückt.

16.56 Uhr: Gibt es bald einen einen Durchbruch in den Ermittlungen? „Wir sind zuversichtlich, dass wir bald einen neuen und wichtigen Anhaltspunkt finden, der uns zu Rebecca führen könnte“, sagte der Generalstaatsanwalt Martin Steltner gegenüber Focus Online. Details wollte er mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht nennen.

Der zweifach verhaftete Schwager von Rebecca, Florian R., sei ein freier Mann. „Wenn er wollte, könnte er auch in die Karibik reisen, ohne dass wir das verhindern könnten.“

15.15 Uhr: Die Familie von Rebecca hält trotz der schweren Stunden weiter zusammen. Rebeccas Vater hat sich gegenüber „Bild“: „Innerhalb der Familie hat keiner Zweifel an Florian.“ Der Fliesenleger versucht sich auf der Arbeit abzulenken. Die Familie habe nach Florians Freilassung mit ihm gesprochen und nachgebohrt, was an dem Tag von Rebeccas Verschwinden passiert sei. „Aber er darf nichts sagen, seine Anwältin hat ihm das verboten“, so Bernd Reusch.

Kurzzeitig seien auch ihm Zweifel an der Unschuld geommen. „Die Mordkommission wollte uns da was einreden, aber das kann nicht sein“, sagte Reusch der Bild.

14.30 Uhr: Rebeccas Schwester Vivien hat auf Instagram ihren Gemütszustand beschrieben: „Zurzeit so rastlos, immer unterwegs, immer unter Strom. Doch immer voller Hoffnung.“ Die ältere Schwester von Rebecca ist regelmäßig aktiv in den sozialen Netzwerken.

6.32 Uhr: Die Suche nach Rebecca scheint derzeit stillzustehen. Dirk Mittelstädt, der Chef der Vermisstenstelle beim Landeskriminalamt, ermittelt im Fall Rebecca. Der Morgenpost gibt er nun einen Einblick in die Ermittlungsarbeit. Seit dem 22. Februar treffen sich die Mordermittler jeden Morgen und jeden Abend - in einem spartanisch eingerichteten Raum tauschen sie sich aus, entwickeln gemeinsam Hypothesen. Mittlerweile sind zwei Mordkommissionen in den Fall involviert. Eine Mordkommission besteht aus sechs bis acht Ermittlern und einem Leiter.

Die Morgenpost hat auch mit Rebeccas Vater, Bernd Reusch, gesprochen. Er glaubt nach wie vor an die Unschuld seines Schwiegersohns Florian R. Auch wenn sich dieser, so berichtet er, nach der Haftentlassung noch nicht bei ihm gemeldet habe. „Ich hoffe, dass ich meinen Schwiegersohn bald sprechen kann. Bis jetzt hat er sich nicht bei uns gemeldet. Ich bin davon überzeugt, dass er unschuldig ist“, erklärt er der Berliner Zeitung.

Sonntag, 31. März

16.11 Uhr: Am Samstag rückte die Polizei nicht zur Suche nach Rebecca Reusch aus, auch am Sonntag wurde nicht nach dem verschwundenen Mädchen aus Berlin-Neukölln gesucht. Der Grund: Die polizeilichen Maßnahmen sind wie die berühmte Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“. Ohne neue Indizien oder Hinweise können die Behörden weiter nur den Großraum der Region absuchen, in der das Auto von Schwager Florian R. gesehen wurde.

11.34 Uhr: Vermissten-Experte Lars Bruhns, Leiter der „Initiative Vermisste Kinder“, kritisiert einiges an der Vorgehensweise der ermittelnden Berliner Polizei. Er sagt im Interview miit dieser Redaktion: „Von der Außenwirkung wäre es besser, wenn die Polizei regelmäßig Updates geben würde. Das könnte ganz unkompliziert über die Social-Media-Kanäle der Polizei funktionieren.“ Es sei wichtig, dass die Bevölkerung mit der Suche ein Gesicht verbinden könne.

07.43 Uhr: Rebecca ist seit knapp sechs Wochen vermisst. Bisher gibt es weder ein Lebenszeichen von ihr, noch wurde eine Leiche gefunden. Die Polizei aus Berlin und Brandenburg hat immer wieder nach dem Mädchen gesucht, vergeblich.

Nun hat sie eine klare Ansage gemacht: „Es sind keine neuen Suchmaßnahmen vorgesehen.“ Gemeint ist damit aber erstmal nur der Sonntag sowie der vergangene Samstag.

Samstag, 30. März

16.29 Uhr: Die Familie von Rebecca durchlebt weiterhin die Hölle. Ihre Tochter bleibt verschwunden, derzeit wird nicht mal nach ihr gesucht. Rebeccas Mutter hat dem Fernsehsender RTL jetzt ein weiteres TV-Interview gegeben. Darin erzählt sie, dass die Familie die Hoffnung nicht aufgibt. Obwohl der Familie teils blanker Hass von außen entgegenschlage. „Einmal hat mir jemand auf der Straße gesagt, ich solle gefälligst selber mein Kind suchen und nicht Steuergelder ausgeben.“

13.11 Uhr: Am Samstag gibt es keine erneute Suche nach Rebecca. Das gab die Polizei bekannt. Die Suche wurde am Freitagabend abgebrochen.

11.27 Uhr: Die Mutter von Rebecca, Brigitte Reusch, spricht von massiven Anfeindungen gegen sie und ihre Familie. Der Vorwurf: Sie würden den tragischen Fall für Medienpräsenz nutzen und wären auf Aufmerksamkeit aus. „Natürlich werden wir auch angegriffen, weil wir mit den Medien zusammenarbeiten.“

Ein Vorwurf, den Brigitte Reusch nicht nachvollziehen kann. „Wir haben ja Hoffnung, dass wir irgendwann noch unser Kind finden! Wenn wir es nicht publik machen, wer soll denn dann noch nach dem Kind gucken?“

9.42 Uhr: Nach zweitätiger Unterbrechung hatte die Polizei am Freitag die Suche entlang der A12 von Berlin Richtung Frankfurt/Oder wieder aufgenommen.

8.49 Uhr: Rebeccas Mutter Brigitte Reusch hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihr Kind noch lebt. Dass sie und ihre Familie immer wieder öffentlich beleidigt werden, weil sie sich so viel in den Medien zeigen, stört sie nicht.

Sie sehe keine andere Möglichkeit ihre Tochter zu finden. „Wenn wir es nicht publik machen, wer soll dann noch nach dem Kind gucken?“

7.36 Uhr: Rebecca Reusch ist seit mehr als 5 Wochen vermisst, es gibt bisher keine Spur von der Schülerin. Die Polizei hatte am Freitag die Suche nach Rebecca wieder aufgenommen, ohne Erfolg.

Währenddessen hat Rebeccas Mutter Brigitte Reusch in einem Interview mit RTL gesagt, dass sie daran glaubt, dass ihre Tochter noch lebt. „Lasst sie endlich frei“, appellierte sie an vermeintliche Entführer.

Freitag, 29. März

17.20 Uhr: In dem Interview mit RTL stellte Rebeccas Mutter klar, dass sie weiterhin daran glaubt, dass ihre Tochter lebt: „Ich bin immer noch der Meinung, dass mein Kind irgendwo festgehalten wird, weggeschnappt oder sonstiges. Und darum möchte auch bitten, wenn diejenigen mich hören, sie endlich freizulassen.“

Damit widerspricht sie der Polizei, die seit Wochen davon ausgeht. dass Rebecca getötet wurde.

11.37 Uhr: Nach zweitägiger Unterbrechung nimmt die Berliner Polizei ihre Suche nach der vermissten Schülerin Rebecca in Brandenburg wieder auf. Vom Nachmittag an seien Ermittler mit einem Personenspürhund südlich der Autobahn 12 Berlin-Frankfurt (Oder) unterwegs, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Nähere Angaben zum Einsatzort könne sie nicht machen.

Auf das Gebiet südlich der A12 konzentrierte sich die Mordkommission bereits in den vergangenen Wochen bei der Suche nach der 15-Jährigen. Polizisten suchten in mehreren Waldstücken, in Seen wurden Taucher eingesetzt - erfolglos.

9.21 Uhr: Die Familie von Rebecca durchlebt weiterhin die Hölle. Ihre Tochter bleibt verschwunden, derzeit wird nicht mal nach ihr gesucht. Rebeccas Mutter hat dem Fernsehsender RTL jetzt ein weiteres TV-Interview gegeben. Darin erzählt sie, dass die Familie die Hoffnung nicht aufgibt. Obwohl der Familie teils blanker Hass von außen entgegenschlage. „Einmal hat mir jemand auf der Straße gesagt, ich solle gefälligst selber mein Kind suchen und nicht Steuergelder ausgeben.“

Auch werde der Familie vorgeworfen, nur in den Medien präsent sein zu wollen. Rebeccas Mutter dementiert: „Ich fühle mich nicht wohl, vor der Kamera zu sitzen und zu reden. Das ist nicht mein Hobby“, betont sie. „Aber wer soll sonst noch nach meinem Kind gucken? Ich bin der Meinung, dass mein Kind weggeschnappt wurde und festgehalten wird. Ich möchte diejenigen bitten, sie freizulassen.“

6.25 Uhr: Die Polizei hat die Suche nach Rebecca unterbrochen. Noch ist unklar, wie die Ermittler weiter vorgehen. Zwei Tage lang wurde nicht nach der Schülerin gesucht.

Donnerstag, 28. März

18.42 Uhr: Die Berliner Polizei hat ihre großen Suchaktionen nach der vermissten Rebecca R. vorerst unterbrochen. Am Donnerstag gab es bereits keine entsprechenden Einsätze, wie ein Sprecher mitteilte.

15.36 Uhr: Vermissten-Experte Lars Bruhns, Leiter der „Initiative Vermisste Kinder“, kritisiert einiges an der Vorgehensweise der ermittelnden Berliner Polizei. Aber er lobt auch: Gut sei der Auftritt bei Aktenzeichen XY gewesen, der habe eine große Reichweite gebracht.

Aber: „Er war einfach zu spät. Die Stunden nach dem Verschwinden sind entscheidend. Bis ein eingegangener Hinweis über eine Dienst- oder Leitstelle von einem Bundesland zum anderen geleitet wird, vergeht im Zweifel einige Zeit. Zeit, die gerade am Anfang nicht mehr einholbar ist.“

13.07 Uhr: Rebeccas Schwester verarbeitet am Donnerstag in einem emotionalen Video ihr Empfinden über das Verschwinden von Rebecca.

„Niemand kann fühlen was wir einander bedeuten. Ein unsichtbares Band, welches uns für immer fest zusammen hält. Ich liebe dich vom ganzen Herzen Prinzessin. Ich bete jeden Tag, dass ich dich wieder in meinen Armen halten kann. Schwestern für immer“, schreibt sie unter das Video, das Bilder aus dem Leben der beiden Schwestern zeigt.

9.31 Uhr: Über 2000 Hinweise aus der Bevölkerung sind mittlerweile zum Fall Rebecca Reusch eingegangen. Die Polizei hat angegeben, alle Hinweise zu bearbeiten und hofft auf eine heiße Spur zu der Schülerin.

Allerdings gehen die Beamten davon aus, dass sie bereits tot ist. Auch am heutigen Donnerstag ist keine Suchaktion nach Rebecca seitens der Polizei geplant.

7.26 Uhr: Der Polizei läuft im Fall Rebecca Reusch die Zeit weg. Denn der in ihren Augen Hauptverdächtige ist auf freiem Fuß. Die B.Z. in Berlin zitiert einen der Ermittler: „Der Hauptverdächtige ist frei, wenn nicht bald etwas Belastendes gefunden wird, wird der Fall zum Cold-Case“.

Die Beamten gehen nach wie vor davon aus, dass Rebecca Reusch tot ist. Tagelang haben Polizisten Wälder, Seen und Felder durchkämmt auf der Suche nach ihrer Leiche. Erfolglos.

Der Schwager von Rebecca ist freigelassen worden, da die „gegenwärtig bestehende Beweislage“ nicht ausreiche, um ihn weiter festzuhalten. Dennoch bleibt er der Tatverdächtige.

Mittwoch, 27. März

18.47 Uhr: In der RTL Doku, die sich mit dem Fall Rebecca beschäftigt, berichtet eine Zeugin Überraschendes: Sie will Rebecca noch am Tag ihres Verschwindens an einer Bushaltestelle gesehen haben. „Die stand da ganz normal, ganz okay, hatte aber mit jemandem telefoniert gehabt“, berichtet die Schülerin in der Doku.

„Ich wusste halt nicht, mit wem. 15 Minuten später sind wir in den Bus eingestiegen. Sie (Anm. d. Redaktion: Rebecca) stand immer noch an der Bushaltestelle.“ Sollte diese Aussage stimmen, hätte Rebecca am Abend des 18. Februar noch gelebt. Die Polizei geht davon aus, dass Rebecca das Haus ihrer Schwester nie verlassen hat.

16.02 Uhr: Das Kennzeichenerfassungssystem KESY hatte das Auto des Schwagers Florian R. zweimal auf der Autobahn Richtung Polen erfasst. Das System ist allerdings umstritten. Der Bochumer Kriminalistik-Professor Tobias Singelnstein hat auf Twitter kritisiert: „Im Fall Rebecca hat die Polizei Berlin sich widersprechende Angaben dazu gemacht, auf welche Rechtsgrundlage die Kennzeichenerfassung gestützt wird. Dass die Daten des Beschuldigten dort noch gespeichert waren, wirft zahlreiche Fragen auf.“

11.56 Uhr: Nach etlichen erfolglosen Einsätzen pausiert die Berliner Polizei bei ihrer Suche nach der vermissten Schülerin Rebecca. Für Mittwoch und Donnerstag seien zunächst keine weiteren Aktionen geplant, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Die Ermittler der zuständigen Mordkommission besprechen demnach ihr weiteres Vorgehen.

Schon am Wochenende hatte die Polizei die Suche für zwei Tage ruhen lassen.

9.25 Uhr: Auch beruflich hat der 27-jährige Florian R. derzeit einen schweren Stand. „Ich habe ihm gesagt, dass er wieder zur Arbeit gehen soll“, sagt Petra Klein über den gelernten Koch, der in einem Hotel gearbeitet hat. „Aber der Arbeitgeber hat verständlicherweise Angst vor der Medienmeute. Deshalb kann er nicht in sein normales Leben zurückkehren. Und jemand anderes wird ihn so schnell auch nicht einstellen.“

Düstere Prognosen für den erst 27-Jährigen.

6.21 Uhr: Florian R., der noch immer verdächtigt wird, etwas mit dem Verschwinden von Rebecca Reusch zu tun zu haben, wird nach Aussagen seiner Anwältin „auf Schritt und Tritt verfolgt“. Wie die Rechtsanwältin Petra Klein dem „Focus“ mitteilte, darf er nun nicht einmal mehr seine eigene Tochter in den Kindergarten bringen. Die Einrichtung hat Florian R. laut Anwältin Klein untersagt, dort zu erscheinen – wohl aus Sorge vor der medialen Aufmerksamkeit.

Dienstag, 26. März

17.44 Uhr: Diese Nachricht dürfte der Familie von Rebecca Hoffnung geben. Die ebenfalls 15-jährige Katharina B. aus Langwedel, die seit dem 12. Februar verschwunden war, ist wieder da. Sie hatte sich 43 Tage bei der Familie ihres neuen Freundes versteckt. Hinweise auf eine Straftat liegen nicht vor.

>>> Hier alle Details zu dem Fall >>>

15.59 Uhr: Die Berliner Mordkommission hat ihre Suche nach Rebecca in einem See in Brandenburg fortgesetzt. Wie schon am Montag suchten Polizisten auf einem Boot sowie ein Taucher auch am Dienstag den Herzberger See ab. Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützte die Suche am Ufer und im angrenzenden Wald. Der Herzberger See ist rund einen Kilometer lang und liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Berlin.

14.30 Uhr: Rebeccas Schwester Vivien Reusch hat bei Instagram erneut versucht, ihre kleine Schwester „Becci“ zu erreichen. In einem emotionalen Post spricht sie über die große Liebe und die gemeinsame Zeit, die die Schwestern verbindet:

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
1. Korinther 13
Nun bist du schon 5 Wochen fort. 36 Tage um genau zu sein. Es gibt so vieles was ich dir gerne sagen würde. Der Schmerz ist unerträglich. Immer wieder denke ich an unsere gemeinsamen Momente zurück und mir kommen die Tränen. Du bist ein unglaublich liebevoller, lebensfroher Mensch. Es gibt so Kleinigkeiten im Alltag, wo ich mir nur denke: "Du weißt ganz genau, was Becci jetzt sagen würde." Deine Stimme ist rund um die Uhr in meinen Ohren, wie eine Melodie. Mein Lieblingslied, was sich derzeit nur in meinen Erinnerungen immer wieder abspielt. Ich sehe unsere Videos, wo wir Lachen, wo wir singen. Unglaublich schöne Momente, die ich mir gerne zurück ins Gedächtnis rufe. Und plötzlich spüre ich diese Leere. Du bist nicht da. Es kommt mir vor wie Jahre. Eine unerträgliche, unglaublich schmerzhafte Zeit. Kein Lebenszeichen von dir. Niemand, der so etwas erlebt hat kann sich ansatzweise vorstellen wie es in uns aussieht. Du fehlst.
Jeden Tag starre ich in den Himmel, sehe die Sonnenstrahlen und schicke meine Gebete zu Gott, auf dass er sie erhört und uns unseren kleinen Engel wohlbehalten zurück bringt. Es ist die Liebe, ein unzerstörbares Band, was uns verbindet. Du bist schon immer mehr als meine kleine Schwester. Du bist meine Seelenverwandte. Mein Zwilling. Mit acht Jahren Altersunterschied. Doch das hat uns nie davon abgehalten die selben Interessen zu verfolgen.
Du bist ein Geschenk Gottes. 2002 haben Jessi und ich uns nichts sehnlicher gewünscht als DICH. Wir nahmen einen Zettel, schrieben auf, wie sehr wir uns eine kleine Schwester wünschen, verpackten ihn schön und legten ihn an Heiligabend unter den Weihnachtsbaum. Neun Monate später war unser kleiner Engel endlich da. Unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen, unsere Gebete wurden erhört. Du bist endlich da...
Du bist eine Kämpferin. Eine starke junge Frau. Ich weiß, dass du da bist. Ich spüre, dass du lebst. Das gibt mir Kraft. Ich schöpfe Kraft aus unseren Erinnerungen, aus deiner Stimme in meinem Kopf, wie sie tagtäglich erklingt.
Im Geiste bin ich bei dir, wo auch immer du bist.
IchLIEBEdich“

13.20 Uhr: Die Polizei hat ihre Suche fortgesetzt. Die Beamten suchen am Dienstag am Herzberger See im Osten Brandenburgs. Die Polizei hatte schon am Montag an und in dem kleinen See rund 60 Kilometer südöstlich von Berlin gesucht. Im Einsatz waren Spürhunde, ein Boot, Echolot und mindestens ein Taucher. Die Polizei hatte den Zugang zum See zum Teil abgesperrt.

8.53 Uhr: Jessica R.: „Man fühlt sich dauerhaft beobachtet“

Rebeccas Schwester Jessica hat sich in einem Interview mit RTL geäußert. „Wir haben ja alle zusammengehalten und waren alle der Meinung, dass Flo unschuldig ist“, sagt die 27-Jährige. „Von außen fühlt man sich einfach nur beobachtet. Eigentlich will man mit der Kleinen auf den Spielplatz. Aber das überlegt man sich dreimal, ob man sich das antut. Weil alle ja wissen, wie man aussieht und wie unser Auto aussieht.“

Als ihr Mann verhaftet wurde, „war eine schreckliche Situation, dass jetzt auch noch zwei aus unserem Leben weg sind.“

Inzwischen ist der Schwager von Rebecca Reusch wieder frei. „Ich hab auch zu meinem Mann gesagt: Jetzt bist du wenigstens da, jetzt brauchen wir nur noch Becci, dann ist alles wieder schön.“

6.13 Uhr: Die Polizei hat jetzt die veröffentlichten Bilder des Schwagers von Rebecca Reusch gelöscht. Auch Bilder von dessen Auto wurden entfernt. Die Polizei sieht „keine weiteren Erfolgsaussichten“ durch die Öffentlichkeitsfahndung, heißt es.

Der Schwager saß wochenlang im Untersuchungshaft, wurde inzwischen aber wieder freigelassen. Als verdächtig gilt der Schwager von Rebecca R. aber weiterhin.

Montag, 25. März

21.18 Uhr: Rebecca Reusch ist immer noch vermisst, die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen tot ist. Der Schwager von der 15-Jährigen saß wochenlang in U-Haft, war hauptverdächtig mit dem Verschwinden des Mädchens etwas zu tun zu haben.

Mittlerweile ist er wieder frei, die Polizei hat die veröffentlichten Fotos von ihm gelöscht. Doch die Anwältin des Schwagers kritisiert gegenüber dem „rbb“ die Arbeit der Polizei enorm: „Man könnte die Vermutung haben, dass die Polizei gar nicht mehr die Aufklärung des Falles in erster Linie verfolgt, sondern nur noch mit der Suche nach einer Leiche beschäftigt ist, die es möglicherweise gar nicht gibt.“ Auch die Familie der Vermissten glaubt weiterhin daran, dass Rebecca lebt.

18.34 Uhr: Obwohl der Schwager von Rebecca Reusch aus der Haft entlassen wurde, sucht die Polizei weiterhin an Orten nach dem Mädchen, an denen der 27-Jährige am Tag von Rebeccas Verschwinden gewesen sein soll. Eine Begründung für dieses Vorgehen gibt es bisher nicht. Bis zum Nachmittag wurde nichts gefunden.

Der Schwager hat derzeit damit zu kämpfen, wieder in sein normales Leben zurückzufinden. Denn sein alter Arbeitgeber habe Angst vor einem Ansturm der Medien, sollte Florian R. wieder zur Arbeit erscheinen. Seine Anwältin macht der Polizei schwere Vorwürfe.

17.03 Uhr: Die Anwältin von Florian R. (27), Petra Klein, hatte am Wochenende gegenüber dem Sender "rbb" das Vorgehen der Polizei kritisiert: „Der Umgang der Ermittlungsbehörden mit meinem Mandanten hat dazu geführt, dass vielerorts spekuliert wurde und praktisch zur Jagd auf meinen Mandanten aufgerufen wurde.“

Auch am Montag hält Klein mit ihrer Kritik nicht hinter dem Berg. Dem „Focus“ sagte sie, dass die Vorverurteilung ihres Mandanten durch die Veröffentlichung seines Fotos und die Medienaufmerksamkeit den Alltag von Florian R. sehr schwer mache: „Ich habe ihm gesagt, dass er wieder zur Arbeit gehen soll“, sagt Petra Klein über den Koch. „Aber der Arbeitgeber hat verständlicherweise Angst vor der Medienmeute. Deshalb kann er nicht in sein normales Leben zurückkehren. Und jemand anderes wird ihn so schnell auch nicht einstellen.“

14.27 Uhr: Die Polizei sucht jetzt mit einem Boot und mithilfe von Echolot den Herzberger See ab. Auch ein Taucher war am Ufer und im Wasser zu sehen. Eine Polizeisprecherin bestätigte nur, das dort Kriminalpolizisten mit Spürhunden und Unterstützung vom Technischen Hilfswerk (THW) unterwegs seien. Die Polizei hatte den Zugang zum See zum Teil abgesperrt.

Der Herzberger See liegt östlich des Scharmützelsees. Hier sucht die Polizei jetzt nach Rebecca Reusch. Der ist etwa einen Kilometer lang und sehr schmal. In der dortigen Umgebung hatte die Polizei bereits in der vergangenen Woche mit Spürhunden nach der 15-jährigen Rebecca gesucht. Auch an einer Landstraße am Scharmützelsee wurde gesucht. Zuvor hatte die Polizei Waldgebiete bei Storkow durchkämmt. Am Wolziger See war sie mit Leichenspürhunden und Tauchern im Einsatz, gefunden wurde nichts.

Die Gegend südöstlich von Berlin ist unter anderem deswegen so im Fokus der Polizei, weil der verdächtige Schwager von Rebecca auf der dort verlaufenden Autobahn A12 Berlin-Frankfurt am Tag des Verschwindens und dem Abend danach unterwegs gewesen sein soll.

13.11 Uhr: Die Suche nach der vermissten Rebecca Reusch aus Berlin ist am Montag an einem kleinen See in Ost-Brandenburg fortgesetzt worden.

Die Kriminalpolizei sei mit Spürhunden und Unterstützung vom Technischen Hilfswerk (THW) am Herzberger See unterwegs, sagte eine Polizeisprecherin. Laut der „B.Z.“ sollen auch Taucher dabei sein. Das bestätigte die Polizei nicht.

Der Herzberger See liegt östlich des Scharmützelsees. Er ist etwa einen Kilometer lang und sehr schmal. In der dortigen Umgebung hatte die Polizei bereits in der vergangenen Woche mit Spürhunden gesucht.

Rebecca Reusch wird seit genau fünf Wochen vermisst.

7.17 Uhr: Seit dem 18. Februar wird die 15 Jahre alte Rebecca Reusch aus Berlin vermisst. Mehrere große Suchaktionen blieben bislang erfolglos.

Unterdessen sorgt ein zweiter Vermissten-Fall für Aufsehen: Auch die 15-jährige Katharina aus Langwedel (Kreis Verden) ist verschwunden.

Die Suche der Polizei nach dem Mädchen hat bislang kein Ergebnis gebracht. „Wir haben weiter keinen Kontakt zu ihr“, sagte ein Polizeisprecher in Verden am Donnerstag auf Anfrage. „Es gibt keinen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort.“

Seit dem 12. Februar ist die Jugendliche verschwunden. Am vergangenen Donnerstag bat die Polizei die Öffentlichkeit um Mithilfe. Eine Straftat könne auch in diesem Fall nicht mehr ausgeschlossen werden, hieß es.

Sonntag, 24. März

17.35 Uhr: Am Nachmittag suchten ein gutes Dutzend Freunde von Rebecca in Henningsdorf nach dem Mädchen. Der 18 Jahre alte Justin G. hatte zu der Suche aufgerufen. G. sei ein ehemaliger Schulkamerad von Rebecca Reusch, habe aber seit einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt.

Den Tipp, in dem Waldgebiet zu suchen, habe er von Rebeccas Schwester via Instagram bekommen. Die private Suche brachte keinen Erfolg. Die Gruppe durchkämmte verlassene Lauben, suchten in einem Waldstück neben dem Friedhof. Gegen 17.15 Uhr wurde die Suche abgebrochen.

„Wir sehen keine Anhaltspunkte, dass sich Rebecca hier aufhält oder festgehalten wird. Der Hinweis war für uns wertlos“, so der 18-jährige Initiator der Suche gegenüber „MAZ“.

17.05 Uhr: Die Mordkommission im Fall Rebecca will am Montag über das weitere Vorgehen beraten. Am Wochenende hat die Berliner Polizei ihre Suche nach der vermissten Schülerin nicht fortgesetzt. Die 15-Jährige wird am Montag seit fünf Wochen vermisst. Seit dem Morgen des 18. Februar gibt es keine Spur von ihr. Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen an, dass Rebecca getötet wurde.

14.17 Uhr: Rebecca Reusch ist seit über einem Monat verschwunden. Bislang fehlt jede Spur von der aufgeweckten Schülerin. Wie viele Jugendliche in ihrem Alter war auch die 15-Jährige aktiv in den Sozialen Netzwerken - auf Instagram teilte sie Bilder von sich selbst. Auch das Fahndungsbild stammt von ihrem Instagram-Account. Die Polizei suchte es gemeinsam mit der Familie aus, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Rebecca teilte das Bild am 8. Januar 2019. Schrieb dazu: „Dear cupid, next time hit us both“ (auf Deutsch: „Lieber Amor, bitte treffe beim nächsten Mal beide von uns“).

Das letzte Bild, das die Schülerin vor ihrem Verschwinden auf der Foto-Plattform teilte, stammt vom 26. Januar. Es zeigt eine Polaroid-Aufnahme von Rebecca, damals hatte die blonde Schülerin noch rosarote Haare. Sie trägt ein weißes Shirt, schwarze Hosenträger und blickt auf den Boden. Diesmal teilt sie keine Nachricht zu dem Bild - lediglich eine herausgestreckte Zunge.

Zwei Wochen nach der Aufnahme ist das Mädchen verschwunden.

10.52 Uhr: Führt eine Spur nun nach Oberhavel? Laut lr-online.de soll ein Freund der Vermissten zu einer Suche in Henningsdorf aufgerufen haben. Um 15.30 Uhr soll die Suchaktion starten. Der junge Mann (18) behauptet, neue Hinweise seien der Grund für die Suche. Rebeccas Schwester Vivien soll sie erhalten haben. Die Polizei soll von den Hinweisen bislang nichts gehört haben, wie ein Sprecher lr-online sagt.

9.47 Uhr: Die Anwältin von Florian R., Petra Klein, erhebt im rbb schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Sie spricht von einer Jagd auf ihren Mandanten: „Der Umgang mit meinem Mandanten hat dazu geführt, (...) dass dort vielerorts spekuliert wurde und praktisch zur Jagd auf meinen Mandanten aufgerufen wurde.“

7.14 Uhr: In einer RTL-Doku, die sich mit dem Fall Rebecca beschäftigt, kommt auch eine Zeugin zu Wort. Sie behauptet, das Mädchen noch am Tag ihres Verschwindens, dem 18. Februar, an einer Bushaltestelle gesehen zu haben. RTL sagte sie: „Die stand da ganz normal, ganz okay, hatte aber mit jemandem telefoniert gehabt“, berichtet die Schülerin in der Doku. „Ich wusste halt nicht, mit wem. 15 Minuten später sind wir in den Bus eingestiegen. Sie (Anm. d. Redaktion: Rebecca) stand immer noch an der Bushaltestelle.“ Sollte diese Aussage stimmen, hätte Rebecca am Abend des 18. Februar noch gelebt.

Samstag, 23. März

19.16 Uhr: Strafrechtler Adam Achmed erhebt bei RTL schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Justiz. Rebeccas Schwager werde als sicherer Tatverdächtiger präsentiert, die Unschuldsvermutung werde außer Acht gelassen. „Der ist verbrannt“, sagt Achmed. „Die ganze Bundesrepublik kennt ihn mittlerweile.“

Ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei verteidigte das Vorgehen gegenüber RTL. „Diese Gratwanderung haben Sie immer, wenn Sie mit Bildmaterial an die Öffentlichkeit gehen“, erklärte Benjamin Jendro dem Sender. Die Sicherheitsbehörden hätten Interesse Verbrechen aufzuklären und in diesem Fall eine 15-Jährige nach Hause zu bringen.

14.21 Uhr: Die Berliner Polizei hat ihre Suche nach der vermissten Schülerin Rebecca am Samstag nicht wieder aufgenommen. Auch für Sonntag sei bisher keine offizielle Suchaktion geplant, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Dass zwei Tage lang nicht mehr gesucht wird, spricht für eine gewisse Ratlosigkeit bei den Ermittlern. Es gibt offenbar keine neue Spur.

13.37 Uhr: Die „Berliner Zeitung“ berichtet, dass Florian R. von seiner Mutter aus der Haftanstalt abgeholt wurde. Beide fuhren laut dem Bericht anschließend zur Wohnung der Mutter in Neukölln. Das heißt, dass der von der Polizei verdächtigte Schwager nicht zurück in das Haus zog, in dem er mit seiner Frau Jessica lebt. Hier war Rebecca das letzte Mal am 18. Februar gesehen worden.

10.32 Uhr: Bekommt Florian R. für seine Zeit im Gefängnis jetzt Haftentschädigung? Wohl eher nicht, mutmaßt die „Bild“. „Die Ermittlungen laufen noch“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es kann also nach wie vor zu einer Anklage kommen. Sollte er nach Abschluss der Ermittlungen unschuldig sein, kann er aber Haftentschädigung bekommen.

7.55 Uhr: Rebeccas Schwager Florian R. ist wieder frei, bleibt aber weiterhin verdächtig. Warum wurde er freigelassen? Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Andreas Fricke (43) sagte gegenüber „Bild“: „Es gibt drei unterschiedliche Verdachtsstufen: den Anfangsverdacht, den hinreichenden Tatverdacht sowie den dringenden Tatverdacht.“

Beim hinreichenden Tatverdacht sei die Wahrscheinlichkeit größer als 50 Prozent, bei einem dringenden Tatverdacht 90 Prozent, dass der Beschuldigte aufgrund der Ermittlungen als Täter in Frage kommt.

„Vermutlich ist in diesem Fall der Verdachtsgrad nicht hoch genug. Es gibt anscheinend nichts Belastbares, was eine weitere Untersuchungshaft rechtfertigt“, so Rechtsanwalt Fricke.

7.01 Uhr: Für das Wochenende habe die Mordkommission zunächst keine weitere Suchaktion geplant, sagte eine Polizeisprecherin. Das könne sich aber im Fall konkreter Hinweise ändern. Bis jetzt gingen etwa 2000 Hinweise bei der Kriminalpolizei ein.

Freitag, 22. März:

18.16 Uhr: Die Berliner Polizei hat ihre Suchaktion im Fall Rebecca Reusch am Freitagnachmittag vorerst wieder eingestellt. Ob der Einsatz mit Spürhunden im Bereich des Scharmützelsees in Brandenburg neue Ansatzpunkte brachte, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen. Für das Wochenende habe die Mordkommission keine weitere Aktionen geplant - das könne sich aber ändern, falls es konkrete Hinweise gebe, hieß es weiter. Andernfalls werde am Montagmorgen über das weitere Vorgehen entschieden.

17.06 Uhr: Auf der Pressekonferenz äußerte die Staatsanwaltschaft einen tragischen Verdacht über das Schicksal von Rebecca Reusch: Alle Indizien weisen darauf hin, dass Rebecca das Haus ihres Schwagers nicht lebend verlassen hat. Deshalb geht man, trotz der Entlassung von Florian R. aus der U-Haft, weiter von einem Tötungsdelikt aus.

16.43 Uhr: Gegen den Schwager könnte erneut ein Haftbefehl erlassen werden, wenn die Staatsanwaltschaft erneut Beschwerde einlegt. Die Staatsanwaltschaft nannte die Entscheidung des Gerichts allerdings vertretbar.

14.20 Uhr: Der Haftbefehl wurde jetzt aufgehoben, weil die Rechtsanwältin des Schwagers eine sogenannte Haftbeschwerde einlegte. Die Staatsanwaltschaft erklärte, es gehe dabei auch immer um die Verhältnismäßigkeit zwischen der Schwere der Tat, der Dauer der Untersuchungshaft und der Beweislage. In diesem Fall habe sich die Beweislage in den vergangenen Wochen eben nicht geändert.

Das heißt, es kamen trotz der intensiven Ermittlungen der Polizei und der Suche nach Rebeccas Leiche keine neuen Indizien oder Beweise gegen den Mann hinzu. Weil das Einsperren eines Menschen aber einen starken Eingriff in sein Grundrecht bedeute, sei das in diesem Fall angesichts der stagnierenden Ermittlungen „irgendwann nicht mehr vertretbar“, so die Sprecherin.

Auflagen gegen den Mann - dass er Berlin nicht verlassen darf oder sich täglich melden muss - wurden nicht verhängt. Das ist nur möglich, wenn ein Haftbefehl bestehen bleibt, es aber eine sogenannte Haftverschonung gibt.

13.54 Uhr: Wie kann es sein, dass Florian R. zwar weiterhin Beschuldigter des Verfahrens ist, aber trotzdem frei? Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärt: „Entscheidender Punkt ist: Wir haben Rebecca bislang nicht gefunden.“ Die Staatsanwaltschaft habe keine Beweise, nichts in der Hand, um den Tatverdacht zu erhärten.

Solange keine Beweise vorlägen, sei die Entscheidung des Richters „vertretbar“, so Steltner. Die Fakten deuteten aber weiter darauf hin, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht lebend verlassen habe. „Wir hoffen, dass wir die Tat zeitnah aufklären können.“

13.18 Uhr: Die Staatsanwaltschaft ist weiter davon überzeugt, dass Rebecca das Haus am Morgen des 18. Februar nicht lebend verlassen hat.

12.29 Uhr: Rebeccas Mutter Brigitte Reusch wirkte erleichtert über die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihren Schwiegersohn. „Wir sind noch sehr überrascht“, sagt sie gegenüber RTL. Vor allem ihr Enkelkind und ihre Tochter, die Frau des Beschuldigten, würden besonders froh über die Freilassung sein.

Die Familie war von Beginn an von der Unschuld von Florian R. überzeugt. „Er wird sich jetzt erstmal ausruhen wollen“, sagt Rebeccas Mutter.

12.25 Uhr: „Der Mann ist frei“, sagt Martin Steltner in einer Erklärung vor der Presse.

12.20 Uhr: Staatsanwalt Martin Steltner sagt: „Es hat sich nichts geändert. Der Beschuldigte ist der Schwager von Rebecca.“ Das Gesamtbild der Ermittlungen reiche im Moment nicht aus, um einen dringenden Tatverdacht zu begründen. „Wir müssen uns an die Fakten halten.“

11.41 Uhr: Florian R. kommt zwar auf freien Fuß, jedoch gilt er weiter als Beschuldigter. Daran habe sich nichts geändert, sagten Vertreter der Staatsanwaltschaft verschiedenen Medien. Die Ermittlungen laufen weiter.

10.54 Uhr: Der Haftbefehl gegen den Schwager Florian R. ist aufgehoben worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Berlin mit. Es gebe nach derzeitigem Ermittlungsstand Zweifel am dringenden Tatverdacht.

Per Twitter teilte die Staatsanwaltschaft mit: Auf die Haftbeschwerde habe der Ermittlungsrichter den Haftbefehl aufgehoben. „Die Entscheidung des Ermittlungsrichters ist im Hinblick auf die gegenwärtig bestehende Beweislage vertretbar“. Die Staatsanwaltschaft werde keine Beschwerde dagegen einlegen.

Die Ermittlungen würden mit „unverändertem Aufwand“ andauern. Neue Erkenntnisse gebe es aber nicht.

10.11 Uhr: Die Familie von Rebecca leidet enorm unter dem Verschwinden der 15-Jährige. Am Freitag postete Schwester Vivien erneut den emotionalen Aufruf, Hinweise zu geben. Rebeccas Mutter erzählte dazu gegenüber RTL, dass die Familie wüst beschimpft wird, „dass ich lautstark angesprochen wurde, dass ich mein Kind selbst suchen soll und nicht die Steuergelder aus dem Fenster werfen soll.

Menschen würden das Haus der Familie beobachten oder mit dem Auto langsam vorbeifahren.

8.34 Uhr: Die Mordkommission entscheidet am Freitag, wo die Suche nach der verschwundenen Rebecca (15) weiter geht. „Etwas Genaues können wir dazu noch nicht sagen“, erklärte ein Sprecher der Polizei am Morgen.

Mit Spürhunden hatten die Beamten am Donnerstag an der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) und an Landstraßen nach Spuren gesucht. Am Scharmützelsee in Brandenburg durchkämmten Polizisten mit Spürhunden das Gelände - jedoch ohne Erfolg.

Donnerstag, 21. März:

19.17 Uhr: Die Suche nach der vermissten Rebecca musste am Donnerstagabend erneut erfolglos beendet werden. Immer noch gibt es keine Spur zu der 15-Jährigen. Während ganz Deutschland nach der Jugendlichen sucht, verwirrte die Familie mit einer Wohnungsanzeige.

Darin wurde ein Nachmieter für ein WG-Zimmer gesucht, rund zwölf Quadratmeter wurden angepriesen, 400 Euro Miete soll das Zimmer kosten. Als Kontakt wurde die Mutter angegeben. Die Wohnungsanzeige ist mittlerweile wieder gelöscht.

Schwester Vivien hat bei Instagram Stellung dazu bezogen, nachdem sie von vielen verwirrten Usern wegen der Anzeige angeschrieben wurde. „Ja, meine Eltern vermieten eine 4-Zimmer-Wohnung. Klar haben wir zur Zeit andere Probleme, aber diese Einkünfte sind für meine Familie wichtig.“

16.00 Uhr: Die Polizei sucht am Donnerstag intensiv an der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt. An der Ausfahrt Fürstenwalde West waren die Beamten mit Suchhunden unterwegs. Die Autobahn wurde dafür teilweise gesperrt.

Bis zum späten Nachmittag brachte die Suche keine Ergebnisse ein, teilte die Polizei mit.

12.12 Uhr: Hält sich Rebecca in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern auf? Dieser Spur geht Mutter Brigitte Reusch nun nach. Sie erhielt einen Hinweis von einer Frau aus Lelkendorf. Anita N. will die vermisste Rebecca oft dort gesehen haben - nach ihrem Verschwinden! Der Mutter schreibt sie: „Rebecca Reusch befindet sich bei ihren Freund Maximilian, er ist 22 Jahre alt aber leider kenne ich ihn nicht so richtig. Ich sehe Rebecca Reusch jeden Tag, sie tut mir sehr leid.“ Das geht aus einem aktuellen Bericht auf rtl.de hervor.

Brigitte Reusch macht sich sofort auf den Weg in das kleine Dorf, hofft, ihre Tochter dort endlich wieder in die Arme schließen zu können. Doch die Spur führt ins nichts. Anita N. behauptet, Rebeccas Cousine aus Münster hätte das Mädchen abgeholt. Das beweist, dass der Hinweis nur ein Fake war. Rebecca Reusch hat keine Cousine in Münster. Die Mutter gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrer geliebten Rebecca dennoch nicht auf.

11.24 Uhr: In den vergangenen Tagen hat die Polizei mit vereinten Kräften am Wolziger See in Brandenburg nach Rebecca gesucht. Am Donnerstag haben die Beamten ihre Arbeit dort noch nicht fortgesetzt. Worauf sich die Beamten heute konzentrieren, ist weiter unklar.

09.33 Uhr: Ingesamt sind bei der Polizei bislang 1.800 Hinweise eingegangen. Die Masse an Zeugenaussagen müsse „nach und nach ausgewertet werden“, sagte ein Sprecher der Polizei der dpa.

Noch immer fehlt den Ermittlern die ganz heiße Spur. Wann und wo die Suche nach Rebecca am Donnerstag fortgesetzt wird, hat die Polizei noch nicht bekanntgegeben.

Was vor dem 21. März passierte: hier nachlesen

(ms/bs/ak/pen/mj/cs/mb/lin/db/ses/dpa)

 
 

EURE FAVORITEN