Rassismus-Witz nach Bruchlandung in San Francisco sorgt für Ärger

Die Zahl der Todesopfer der Bruchlandung in San Francisco ist auf drei gestiegen. Ein Mädchen erlag seinen bei dem Unglück erlittenen Verletzungen im Krankenhaus.
Die Zahl der Todesopfer der Bruchlandung in San Francisco ist auf drei gestiegen. Ein Mädchen erlag seinen bei dem Unglück erlittenen Verletzungen im Krankenhaus.
Foto: Justin Sullivan/afp
Einen Sturm der Entrüstung hat ein schlechter Scherz nach der Bruchlandung eines Flugzeugs in San Francisco mit drei Todesopfern gesorgt. Ein TV-Sender hatte die vermeintlichen Namen der koreanischen Piloten der Maschine-gemeldet: Ausgesprochen verballhornten sie das Geschehen in vermeintlich gebrochenem Englisch mit asiatischem Akzent.

San Francisco. Nach der Bruchlandung einer Boeing 777 in San Francisco mit drei Toten hat ein rassistischer Witz in der amerikanischen TV-Berichterstattung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der kalifornische Sender KTVU hatte in seiner Berichterstattung die vermeintlichen Namen der koreanischen Piloten vermeldet - die sich kurze Zeit später als Scherz entpuppten.

"Sum Ting Wong, Wi Tu Lo, Ho Lee Fuk, Bang Ding Ow" war in den KTVU-Nachrichten neben einem Bild der ausgebrannten Maschine zu lesen. Was Moderatoren und Redakteure zu spät merkten: Laut ausgesprochen gleichen die Namen einer Beschreibung des Unfallhergangs in etwas gebrochenem Englisch und mit asiatischem Akzent: "Something wrong, we too low, holy fuck, bang ding ow", auf Deutsch: "Etwas falsch, wir zu tief, heilige Scheiße, bumm krach aua." Schnell häuften sich die Kommentare im Internet von empörten Nutzern über den rassistischen, geschmacklosen Scherz.

Den Schnitzer bemerkte der Sender erst in der laufenden Berichterstattung. Schnell folgte eine umfassende Entschuldigung bei den Zuschauern. Man habe mehrere Fehler gemacht, sagte Moderator Frank Somerville. So hätte KTVU die Namen weder laut ausgesprochen, noch nach der genauen Position des Mitarbeiters der US-Behörde für Verkehrssicherheit (NTSB) gefragt, der dem Sender die Namen telefonisch bestätigt hatte.

Praktikant bei der Flugsicherheitsbehörde soll für schlechten Scherz verantwortlich sein

Die Reaktion der NTSB ließ nicht lang auf sich warten. In einer Mitteilung entschuldigte sich die Behörde für die "falschen und beleidigenden" Namen. Schuld sei ein Praktikant gewesen, der außerhalb seiner Befugnisse gehandelt und dem Sender die zweifelhaften Namen bestätigt habe. Fiel KTVU also auf einen Scherz der Behörde herein?

Eine wirklich eindeutige Antwort der Behörde blieb aus. Die Namen seien beim Sender entstanden, teilte die NTSB-Sprecherin Kelly Nantel auf dpa-Nachfrage mit. Woher genau der Sender diese Namen haben, könne sie allerdings nicht sagen. Klar wurde nur: Den täglichen Wettlauf um exklusive Nachrichten hatte KTVU zwar zwischenzeitlich gewonnen, allerdings auf Kosten der Wahrheit.

Die Fluggesellschaft Asiana Airlines will die US-Verkehrsbehörde und den TV-Sender offenbar nun verklagen. Die Würde der vier Piloten und des Unternehmens sei durch die beleidigenden Fantasienamen "ernsthaft beschmutzt" worden, teilte Asiana am Sonntag mit. Deshalb würden nun rechtliche Schritte eingeleitet.

Weiter Ermittlung zur Todesursache für eines der Opfer

Die Ermittlungen nach der Todesursache für eines der getöteten Mädchen gingen auch am Wochenende weiter. Bei der Bruchlandung der Boeing 777 der Asiana Airlines waren vergangenen Samstag zwei 16-jährige Mädchen ums Leben gekommen. Eines der Mädchen wurde nach dem Crash von einem Feuerwehrauto überfahren - ob es dabei getötet wurde, blieb zunächst unklar.

Die Zahl der Todesopfer hatte sich am Freitag auf drei erhöht, nachdem ein Mädchen seinen Verletzungen erlag. Sechs Verletzte wurden stationär behandelt, teilte das Krankenhaus in San Francisco mit, zwei von ihnen befanden sich noch in kritischem Zustand. Die vom Crash schwer beschädigte Landebahn wurde inzwischen wieder freigegeben. (afp/dpa)

 
 

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