Radfahrer dürfen Akku- und Batterielampen nutzen

Kai Wiedermann
Dynamos sind nicht länger Pflicht am Fahrrad. Künftig reichen auch Akku- oder Batterielampen.
Dynamos sind nicht länger Pflicht am Fahrrad. Künftig reichen auch Akku- oder Batterielampen.
Foto: Thinkstock
Die Dynamo-Pflicht für Radfahrer gilt nicht mehr. Der Bundesrat hat am Freitag entschieden, dass Radler künftig neben Dynamo-Lichtern auch mit Akku- oder Batterielampen unterwegs sein dürfen. In der Vergangenheit drohten Fahrern mit Akku-Lampen noch Bußgelder.

Berlin. Für mehr als 30 Millionen Radler in Deutschland gibt es großzügigere Vorschriften zur Beleuchtung ihrer Fahrräder. Der Bundesrat hat am Freitag eine Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung beschlossen. Fahrräder dürfen künftig neben herkömmlichen Dynamo-Lichtern auch Akku- oder Batterielampen haben.

Laut einer Empfehlung des Verkehrsausschusses im Bundesrat sollten zunächst „für den Betrieb der aktiven lichttechnischen Einrichtungen“ nicht nur Dynamos, sondern auch Geräte mit „wiederaufladbaren Energiespeichern“ verwendet werden dürfen. Diese sollten dem Fahrer die Kapazität der Akkus anzeigen. Noch am Freitagmorgen hatte das Bundesland Hamburg nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Änderungsanträge eingebracht. Demnach sollten auch Lichtanlagen zulässig sein, die mit normalen Batterien betrieben werden. Dem Antrag stimmte die Länderkammer am Ende zu.

Bisher waren in Deutschland Dynamos Pflicht

Die Wahlfreiheit, so die Begründung, soll eine „höhere Akzeptanz“ für Akku- und Batterielampen aufgreifen, da sie „keine fahrdynamisch wirksamen Leistungsverluste“ bewirken und bei jedem Wetter funktionieren.

Bisher waren in Deutschland Dynamos für Fahrräder mit einem Gewicht von über elf Kilogramm Pflicht. Dies galt auch für Pedelecs oder Mountainbikes. Mit der Neuregelung sind Radler, die mit alternativen Lampen unterwegs sind, vor der drohenden Geldbuße von bis zu 15 Euro sicher. Zumindest theoretisch. Laut Angaben von Interessenvertretern der Fahrradfahrer, „gibt es auf dem Markt zwar ein großes Angebot an Akku- und Batteriebeleuchtungen“, diese entsprächen aber nicht der neuen Verordnung.

ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn nannte die Entscheidung „unausgegoren und voreilig“. Er kritisierte, dass die Politik vor der Auswertung einer vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Studie Fakten geschaffen habe. Die Macher der Studie untersuchen, warum Radler in Dämmerung und Dunkelheit ohne Licht unterwegs sind. Mit Ergebnissen, so Huhn, sei erst in Kürze zu rechnen. (mit dpa)