Rachida Dati - Geheimnis um ihr Baby ist gelüftet

Lange rätselte die französische Nation, wer der Vater von Rachida Datis Tochter sein könnte.
Lange rätselte die französische Nation, wer der Vater von Rachida Datis Tochter sein könnte.
Foto: Pierre Hounsfield/Gamma-Rapho via Getty Images
Lange rätselte Paris, wer der Vater der kleinen Zohra ist. Mutter Rachida Dati (47), Ministerin der Ära Sarkozy, wartet mit einem exzentrischen Multi-Millionär auf. Die Veröffentlichung löste nun ein widersprüchliches Echo aus.

Paris.. Die ganze Nation nahm 2009 aufgeregt Anteil an der Geburt der kleinen Zohra – und am späten Babyglück der prominenten Mama. Nur die Frage aller Fragen, wer denn der Vater des süßen Wonneproppens sei, blieb unbeantwortet. Rachida Dati (47), damals Justizministerin und Shootingstar der Ära Sarkozy, schwieg eisern. Und schuf damit – vom präsidialen Code für den Atomknopf abgesehen – das wohl bestgehütete Geheimnis der Republik.

Ein kniffliges Rätsel, über das sich „Tout-Paris“ jahrelang den Kopf zerbrechen sollte. Doch nun scheint es endlich gelöst: Der exzentrische Multi-Millionär Dominique Desseigne (68) soll der große Unbekannte sein.

Bericht empört dementiert

Das berichtete jedenfalls das gut unterrichtete Politmagazin „Le Point“. Rachida Dati, von Beruf Anwältin, sei demnach bei einem Pariser Zivilgericht vorstellig geworden, um Dominique Desseigne zur „Anerkennung der Vaterschaft“ aufzufordern. Eine spektakuläre Enthüllung, die ein widersprüchliches Echo auslöste. Während die mutmaßliche Antragstellerin den Bericht sogleich empört dementierte („das ist falsch“), ließ Monsieur Desseigne ein Kommuniqué verbreiten, in dem Rachida Datis Antrag ausdrücklich bestätigt wird.

Dominique Desseigne, groß gewachsen, blaue Augen, sonnengebräunte Haut, Typ Playboy, gebietet über die Unternehmensgruppe Lucien Barrière und damit über ein schillerndes Imperium aus 37 Casinos, 15 Luxushotels sowie 130 Restaurants und Bars, darunter das berühmte „Fouquet’s“ auf der Pariser Prachtstraße Avenue des Champs-Élysées. Das „Fouquet’s“ ist zugleich ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde: Denn hier feierte Nicolas Sarkozy im Mai 2007 den Gewinn der Präsidentschaftswahl. Eine rauschende und im Nachhinein höchst Image schädigende Party im Kreise von Milliardären und Millionären, von Stars und VIPs, von der das bitter enttäuschte Parteivolk brüsk ausgeschlossen war.

Er zählt seit langem zum erlauchten Kreis der Sarkozy-Freunde

Dominique Desseigne zählt seit langem zum erlauchten Kreis der Sarkozy-Freunde. Und wurde schon 2009 als Zohras Vater gehandelt. Über deren Mutter verlor der superreiche Beau damals gegenüber „Paris Match“ allerlei nette Komplimente. „Schön, intelligent und lebendig“ sei sie. „Und meine Kinder mögen sie. Sie ist eine kompetente und mutige Ministerin.“ Charmante Worte, ein Beweis der Wertschätzung, aber keiner für die Vaterschaft. Und so schossen wildeste Spekulationen ins Kraut. Die Kandidaten? Sie rekrutierten sich aus dem „Who-is-Who“ der französischen Elite, darunter Vorstandsvorsitzende großer Konzerne, ja, sogar dem früheren spanischen Premierminister José Maria Aznar sagte der Boulevard einen Seitensprung nach.

Die von Medienrummel begleitete Risikoschwangerschaft endete mit einer Aufsehen erregenden Geburt. Rachida Dati, eine zierliche Person und schon 43, brachte die kleine Zohra am 2. Januar 2009 per Kaiserschnitt zur Welt. Und verblüffte die Nation, als sie schon fünf Tage später wieder am Kabinettstisch saß, um ihre ambitionierte Justizreform durchzusetzen.

Spektakuläre Karriere

Ihr steiler Aufstieg zur Justizministerin zählt zu den spektakulärsten Karrieren der Republik. Einer, in der Schlüsselpositionen nahezu ausschließlich gut betuchten Absolventen von Eliteschulen vorbehalten und Einwandererkinder praktisch chancenlos sind. Doch Rachida Dati, Tochter eines marokkanischen Maurers und einer algerischen Hausfrau, zweites von elf Kindern und überaus ehrgeizig, schaffte den Sprung von ganz unten nach ganz oben. Eine Immigrantentochter auf dem Sessel des Justizministers – dergleichen hatte die Republik noch nie erlebt. Dem konservativen Präsidenten diente sie zugleich als Symbolfigur für die „Ouverture“, die Öffnung, und für bis dahin verbitterte Einwanderer stieg sie auf zur großen Hoffnungsträgerin.

Zwar fiel sie am „Hofe“ Sarkozys recht bald in Ungnade und wurde ins Brüsseler EU-Parlament abgeschoben. Man lachte sie gar aus, etwa als sie sich in einem Interview arg verplapperte und „Fellation“ sagte, aber „Inflation“ meinte. Zu Unrecht wurde sie außerdem verdächtigt, Urheberin jener bösartigen Gerüchte zu sein, wonach Präsidentengattin Carla Bruni ein Techtelmechtel mit dem Schmusesänger Benjamin Biolay gehabt haben soll.

Neues Ziel: Bürgermeisterin von Paris

Doch Rachida Dati, ständig medial präsent, besitzt die Eigenschaften eines Stehaufmännchens. Und so strebt die allein erziehende Mutter weiterhin zäh nach Höherem. 2014 will die Bürgermeisterin des 7. Arrondissements erneut aufsteigen: zur ersten Chefin des Hauptstadt-Rathauses. Ein prestigeträchtiger Job, den auch Jacques Chirac lange innehatte, ehe er Staatsoberhaupt wurde.

 
 

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