Chaos und Tumulte im Supermarkt - weil Nutella ein bisschen billiger war

„Nur drei Produkte pro Person“ steht auf dem Schild. In Frankreich gab es Gerangel um die Schokocreme.
„Nur drei Produkte pro Person“ steht auf dem Schild. In Frankreich gab es Gerangel um die Schokocreme.
Foto: dpa Picture-Alliance / Laurent Thevenot / picture alliance / Laurent Theve
1,41 statt 4,50 Euro für das Glas Nutella: Wilde Szenen spielten sich in französischen Supermärkten ab. Vielerorts gab es Rangeleien.

Paris.  Drängeleien, Ellenbogenstöße, Schreierei: In Frankreich hat eine Rabattaktion auf Nutella am Donnerstag zu tumultartigen Szenen in Supermärkten geführt.

„Die Leute eilten herein, haben sich geschubst, alles umgestoßen. Es war das reinste Chaos!“, sagte ein Mitarbeiter der Kette Intermarché in der Stadt Forbach in Lothringen der Zeitung „Le Monde“.

Die Supermarktkette bietet die Nuss-Nougat-Creme mit einem Rabatt von 70 Prozent an. Das 950-Gramm-Glas kostet die nächsten Tage statt 4,50 Euro nur 1,41 Euro – so lange der Vorrat reicht. Und eben deshalb bildeten sich vor vielen Märkten noch vor Ladenöffnung Schlangen und die Leute stürmten in die Intermarchés. „Wir waren kurz davor, die Polizei zu rufen“, berichtet der Angestellte aus Forbach weiter.

Da die Rabattaktion für alle Intermarché-Märkte in Frankreich gilt, stürmten die Schnäppchenjäger in vielen Städten und Gemeinden die Supermärkte. Von einer „echten Katastrophe“ sprachen Mitarbeiter gegenüber „Le Figaro“ im Département Loire.

Nutzer teilten Videos von den chaotischen Einkäufen in den sozialen Netzwerken. In L’Horme sagte ein Mitarbeiter dem Blatt, dass an einem Tag so viele Gläser wie sonst in drei Monaten verkauft worden seien. Ein Kunde habe sich in der Menge ein blaues Auge geholt.

In einigen Läden sollen die Kunden am Vorabend der Rabattaktion in die Läden gekommen sein, um die Gläser für den nächsten Tag im Supermarkt zu verstecken. Der Hersteller von Nutella, der italienische Ferrero-Konzern, erklärte, dass der Rabatt nicht mit ihm abgesprochen gewesen sei.

„Ferrero bedauert diese Operation und ihre Konsequenzen, die bei den Verbrauchern Verwirrung und Enttäuschung erzeugen“, teilte das Unternehmen mit. Die Supermarktkette Intermarché reagierte am Freitag zunächst nicht auf eine Anfrage.

Wenn es nach Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Travert geht, werden solche hohen Rabatte künftig übrigens nicht mehr möglich sein. Er hatte in einem Interview der Zeitung „Le Parisien“ angekündigt, dass Rabatte auf Nahrungsmittel künftig auf 34 Prozent des Werts begrenzt werden sollen.

„Es geht darum, gegen exzessive Rabatte zu kämpfen, die in den Augen der Verbraucher die Vorstellung vom angemessenen Preis pervertieren.“ Gleich neben dem Artikel in der Donnerstagsausgabe der Zeitung war eine Anzeige für den 70-Prozent-Nutella-Rabatt abgedruckt. (les/dpa)

 
 

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