Prostituierte veröffentlicht Telefonat mit Berlusconi

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Rom. Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi ist wieder in einen Frauen-Skandal verwickelt: Die Edel-Prostituierte Patrizia D'Addario hat den Mitschnitt eines Telefonats veröffentlicht, in dem Berlusconi unter anderem über eine gemeinsame Nacht plaudert.

Die Italiener verlieren zunehmend das Vertrauen in ihren Regierungschef Silvio Berlusconi. Nach einer in der Tageszeitung «La Repubblica» veröffentlichten Umfrage vertrauen nur 49 Prozent der Italiener Berlusconi - die Hälfte der Befragten hält ihn für «wenig» oder «gar nicht» vertrauenswürdig. Es ist das erste Mal seit seiner Wiederkehr an die Regierungsspitze im Mai 2008, dass Berlusconi in einer IPR-Umfrage unter die 50-Prozent-Marke rutscht. Im Mai hatten ihm noch 53 Prozent der Befragten ihr Vertrauen ausgesprochen.

Einen großen Einfluss auf die Werte dürfte der Skandal um angeblich für Besuche bei Berlusconi bezahlte junge Frauen haben, schreibt «La Repubblica». Italiens Regierungschef war wegen einer Affäre um angebliche Callgirl-Besuche unter Beschuss geraten. Auch seine Ehefrau warf ihm eine Schwäche für minderjährige Mädchen vor und reiche die Scheidung ein.

In der neuen Callgirl-Affäre hatte die Italiener am Montag eine neue Enthüllung erwartet: Die linksgerichtete Wochenzeitung «L'Espresso» veröffentlichte im Internet die Aufzeichnung eines angeblichen Gesprächs zwischen Berlusconi und dem Callgirl Patrizia D'Addario. Eine dem Bericht zufolge dem Regierungschef zugeschriebene Stimme fordert darin die junge Frau auf, nach dem Duschen im «großen Bett» auf ihn zu warten. Sie fragt daraufhin, «Welches, Putins?» Nach Angaben des Callgirls hat Berlusconi ein Himmelbett, in dem der russische Regierungschef Wladimir Putin einmal genächtigt hat. Berlusconis Anwalt Niccolo Ghedini bezeichnete die Aufzeichnungen als «vollkommen wertloses» und «erfundenes» Material und drohte mit Klagen.

Geld für Besuche in Berlusconi-Villa?

D'Addario steht im Zentrum von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Bari gegen einen Geschäftsmann. Er steht im Verdacht, Beschäftigten eines Begleitdienstes Geld dafür bezahlt zu haben, dass sie die Nacht in Berlusconis Anwesen in Rom und auf Sardinien verbrachten. D'Addario nahm nach eigenen Angaben Gespräche mit Berlusconi auf und übergab die Aufzeichnungen der Staatsanwaltschaft. Italienischen Medien sagte sie, sie habe für zwei Besuche in Berlusconis Haus in Rom jeweils 2000 Euro erhalten. (AFP)

 
 

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