WDR: Sender macht sich zum Weichei der Republik – ein Kommentar

WDR-Intendant entschuldigte sich für ein Witzchen, das zur Staatsaffäre wurde.
WDR-Intendant entschuldigte sich für ein Witzchen, das zur Staatsaffäre wurde.
Foto: dpa
  • Der WDR macht einen blöden Witz - und plötzlich gibt es eine Staatsaffäre
  • Der eigentliche Skandal liegt aber woanders
  • Ein Kommentar

Meine Oma hatte einen Hühnerstall. Allerdings kein Motorrad, auf dem sie darin hätte herumfahren können.

Eine patente Frau war sie aber allemal - und damit sind wir beim Thema: Bei diesem saublöden Kinderlied, das die WDR-Spaßabteilung verballhornt hat.

WDR: Video wird zur Staatsaffäre

Das „Umweltsau“-Video ist zu einem #gate geworden, zu einer Staatsaffäre - und beim WDR löschen sie das Video, geißeln sich und bitten auf Knien rutschend um Entschuldigung statt Rückgrat zu beweisen und zum eigenen Produkt zu stehen. Der WDR, das Weichei der Republik.

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Und warum? Weil der Twitter-Stammtisch laut genug grölte: Es sei infam, was der WDR da verbrochen habe. Generationen würden gegeneinander ausgespielt, unbescholtene Omas beleidigt.

WDR: Umweltsau als „Meinungsdiktatur“?

Die FDP in Gestalt von Nicola Beer will jetzt gar den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk reformieren und die CDU beschwört in Gestalt von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einen Generationenkonflikt herauf.

Der Tiefpunkt: Zuletzt demonstrierten Rechtsextreme vor dem WDR-Gelände in Köln. Wegen der „Umweltsau“. Wörter wie „Meinungsdiktatur“ fallen jetzt, von „Umerziehung“ ist die Rede.

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Meine Oma hat übrigens vor über 70 Jahren eine echte Diktatur miterlebt. Und war glücklich, dass sie nach dem Krieg in einem Land gelebt hat, in dem es Redefreiheit, Pressefreiheit und Kunstfreiheit gibt. Sie hätte das WDR-Video als das abgetan, was es ist: Ein blöder, aber harmloser Witz. Mehr nicht.

Das Video war nicht sehr lustig. Aber bei weitem kein Skandal. Dass der WDR sich durch ein paar Tweets reflexartig dazu hinreißen lässt, den Beitrag zu löschen, und sich nun mehrere Sondersendungen lang für einen Satire-Beitrag entschuldigt, ist der eigentliche Skandal.

 
 

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