WDR: „Die letzte Instanz“ sorgt für Entsetzen – Komikerin fällt vernichtendes Urteil: „Blamage“

In der WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ kam es am 29. Januar zu einem Eklat. Im Netz gab es für die Meinungen der Promis einen heftigen Shitstorm.
In der WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ kam es am 29. Januar zu einem Eklat. Im Netz gab es für die Meinungen der Promis einen heftigen Shitstorm.
Foto: WDR/Max Kohr

Die WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ wirbt geradezu damit, dass sie ihren prominenten Gästen die Möglichkeit bietet, kontroverse Meinungen kundzutun.

Nach der Ausstrahlung einer Wiederholung der Show am Freitagabend brach über das Wochenende ein viraler Shitstorm über die WDR-Produktion mit Moderator Steffen Hallaschka herein.

WDR: Mit dieser Folge schoss sich „Die letzte Instanz“ ins Aus

In der Wiederholung der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ diskutierten Steffen Hallaschka mit Autor Micky Beisenherz, Entertainer Thomas Gottschalk, Schauspielerin Janine Kunze und Schlagersänger Jürgen Milski über das Thema Rassismus.

Die Diskussion um den Ausdruck „Zigeunerschnitzel“ sorgt seit mehreren Jahren in Deutschland für Furore. Moderatorin Barbara Schöneberger nahm die Debatte im September 2020 erneut auf die Schippe und scherzte beim Radiopreis in Hamburg: „Zigeunersauce heißt jetzt: Sauce ohne festen Wohnsitz.“

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Das ist Barbara Schöneberger:

  • Barbara Schöneberger wurde am 5. März 1974 in München geboren
  • Seit 2009 ist sie mit Maximilian von Schierstädt verheiratet und hat einen Sohn (*2010) und eine Tochter (*2013)
  • Barbara Schöneberger verlegt seit 2015 das Lifestyle-Magazin „Barbara“
  • Zusammen mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch moderiert sie „Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show“
  • Zudem moderiert Barbara Schöneberger stets den Vorentscheid zum ESC und die Liveshow aus Hamburg

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Ein absolutes No-Go für viele Menschen, die Schöneberger sofort im Netz ermahnten. Steffen Hallaschka fragt deshalb bei seinen TV-Gästen nach, wie sie zu der Debatte stehen. Bloß: Die Zusammenstellung der Gäste hätte für so ein sensibles Thema wohl besser nicht schlechter ausfallen können.

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WDR: Gottschalk, Milski & Kunze wollen ihren Sprachgebrauch nicht ändern

Jürgen Milski sowie TV-Legende Thomas Gottschalk sind der Meinung, dass sich der Gebrauch unserer Sprache zwar verändert hat, es an den alten Formulierungen aber nichts auszusetzen gebe: „Ob ich einen schwarzen Menschen einen 'Mohr' nenne, das hat nichts damit zu tun, dass ich auch nur ansatzweise den Respekt ihm gegenüber verliere“, so Gottschalk, der bei einer Kostümparty in Los Angeles als Jimi Hendrix zum ersten Mal erfahren habe, wie man sich als einziger Schwarzer in einer Gruppe von weißen Menschen fühle – und ja, das hat er wirklich gesagt.

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Janine Kunze schließt sich der Meinung der „alten, weißen Männer“ (wie Hallaschka es formuliert) an: „Hier sitzt eine blonde Frau mit relativ großer Brust. Was meinst du denn, was wir uns anhören?“ Eine gewagte These – schließlich vergleicht die Schauspielerin ihre Situation mit der Geschichte der Sklaverei, Judenverfolgung und anderen Genoziden. Dennoch erhält sie für ihre Aussagen Beifall vom Publikum, das Corona-bedingt nur aus WDR-Mitarbeitern besteht.

Als sie behauptet, dass man sich von Begriffen wie „Zigeunerschnitzel“ und „Mohrenkopf“ nicht diskriminiert fühlen sollte, erwidert Moderator Hallaschka, dass es sehr wohl viele Menschen verletzte. Da schreit Jürgen Milski dazwischen: „Das stimmt überhaupt nicht!“ Er muss es ja wissen.

WDR: SPD-Politikerin Saskia Esken fassungslos

Im Netz stößt die Meinung der Promis auf absolutes Unverständnis. „Das hier ist das mit Abstand ignoranteste, arroganteste und diskriminierendste, was ich seit Langem im deutschen TV gesehen habe! Vier weiße Menschen, die erklären, wie anstrengend und albern es ist, sich mit Rassismus-Kritik auseinanderzusetzen“, heißt es in einem Beitrag, der bei „Twitter“ die Runde macht.

SPD-Vorsitzende Saskia Esken reagiert ebenfalls entsetzt: „Mir fehlen die Worte. Das ist wirklich nur noch zum Schämen“, antwortet die Politikerin auf den Tweet. Auch die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Aminata Touré, äußerte sich auf Twitter.

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„Bereite mich immer vor, wenn ich zu einem Gespräch/Interview/Talkrunde eingeladen werde. Finds nämlich peinlich mit Unwissenheit zu glänzen und nur mit Überlegenheit und Dominanzverhalten aufzutreten“, heißt es dabei von der 28-Jährigen. Auch Komikerin Enissa Amani kommentierte auf Twitter: „Peinlich für Deutschland! Peinlich und schade. NICHT Betroffene, teilweise Auschwitz Witze relativierende Menschen, sitzen im Panel und reden darüber welche Racial Slurs okay sind.“ Die Sendung sei eine „Blamage“, so Amani.

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Das ist Saskia Esken:

  • Saskia Hofer wurde am 28. August 1961 in Stuttgart geboren
  • Seit 2013 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Gemeinsam mit Norbert Walter-Borjans bildet Esken seit dem 6. Dezember 2019 die Spitze der SPD
  • Auf dem Bundesparteitag erhielt sie mit 75,9 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis, das es je bei einer SPD-Vorsitzendenwahl ohne Gegenkandidaten gab
  • In einem Tweet bezeichnete sich Saskia Esken als Teil der linksextremen „Antifa“
  • Seit 1993 ist sie mit Roland Esken verheiratet – das Paar hat drei gemeinsame Kinder

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Inzwischen hat sich der WDR zumindest auf Twitter zu der deutlichen Kritik geäußert. Der Sender schrieb als Antwort auf eine Kritikerin:

„Wir verstehen die Kritik. Sie haben recht! Der Verlauf der Sendung war nicht, wie wir es geplant und uns vorgestellt hatten. In DLI sollen kontroverse Themen unterhaltsam diskutiert werden, dabei darf jeder Gast seine Meinung äußern.“

Weiter schreibt der WDR: „Aber rückblickend ist uns klar: Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen und/oder direkt betroffen sind. Wir lernen daraus und werden es besser machen.“

Nach der harschen Kritik in den Sozialen Medien, aus der Politik und sogar von WDR-Journalisten haben sich die Beteiligten der Sendung nun zum Teil geäußert. Janine Kunze, Steffen Hallaschka und Micky Beisenherz haben zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Hier kannst du nachlesen, was sie zu der Sendung zu sagen hatten.

Sendung verpasst? Die ganze Folge des Meinungstalks kannst du dir hier ansehen.

 
 

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