„Verstehen Sie Spaß?“ (ARD): Guido Cantz packt aus – „Bei ihm stand ich kurz vor der Ohrfeige“

„Verstehen Sie Spaß?“-Moderator Guido Cantz.
„Verstehen Sie Spaß?“-Moderator Guido Cantz.
Foto: SWR/Michael Bode

Ein ganzes Jahrzehnt ist Guido Cantz (48) mittlerweile Moderator bei „Verstehen Sie Spaß?“. Ein Jahrzehnt voller Streiche, verdutzter Gesichter und Promis, die nicht glauben wollen, was ihnen da gerade passierte.

Wir haben mit „Verstehen Sie Spaß?“-Streiche-Chef Guido Cantz gesprochen.

Guido, in zehn Jahren „Verstehen Sie Spaß?“ hast du schon einige Legenden reingelegt. Machst du dir bei Leuten wie Thomas Gottschalk oder Helene Fischer mehr Gedanken, als wenn „nur Normalos“ die Opfer sind?

Der Punkt ist natürlich, dass Helene und Thomas sehr viel Erfahrung haben. Da ist es natürlich schwieriger sie zu erwischen. Das fängt mit der Frage an, wo wir die Kamera verstecken. Wie muss eine Situation sein, dass sie auch für Thomas Gottschalk glaubwürdig ist?

Wenn man in der Fußgängerzone mit normalen Leuten dreht, ist es natürlich einfacher, weil man die Szene auch mit anderen Passanten wiederholen kann. Bei einem Promi-Film haben wir immer nur einen Versuch. Nachdrehen können wir da nicht. Das ist das große Problem.

Gab es auch Reingelegte, die dir den Scherz richtig übel genommen haben?

Die meisten Kollegen nehmen das sportlich. Aber natürlich habe ich auch schon von ein paar Leuten Rache angedroht bekommen. Mario Barth und Steffen Henssler haben das dann auch in die Tat umgesetzt und mich reingelegt. Bei Paul Panzer stand ich kurz vor der Ohrfeige (lacht). Aber da muss ich natürlich mit leben.

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Sie moderierten „Verstehen Sie Spaß?“:

  • Kurt Felix (1980 - 1990)
  • Paola Felix (1983 - 1990)
  • Karl Dall (1983 - 1990)
  • Harald Schmidt (1992 - 1995)
  • Dieter Hallervorden (1996 - 1997)
  • Cherno Jobatey (1998 - 2002)
  • Frank Elstner (2002 - 2009)
  • Guido Cantz (2009 - )

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Wie groß ist dein Einfluss bei der Ausarbeitung der Streiche?

Wir haben natürlich ein großes Team. Aber es ist schon so, dass auch ich Ideen für Streiche mit einbringe.

Auf welchen Streich bist du besonders stolz?

Richtig gut war, als Mark Forster geglaubt hat, dass ich eine Frau bin. Da saß ich fünf Stunden in der Maske. Und dass das dann jemand glaubt, fand ich schon toll.

Hast du als Kind auch schon fleißig Streiche gespielt?

Ich hatte immer schon eine große Affinität zum Fernsehen und auch zu „Verstehen Sie Spaß“. Ich bin 71er Baujahr und habe die Sendung daher schon in meiner Kindheit geschaut. Umso begeisterter war ich auch, als ich den Anruf bekam und gefragt wurde, ob ich der Nachfolger von Frank Elstner werden wolle. Ich bin jetzt aber niemand, der am 1. April seinen größten Feiertag feiert.

Wie groß war der Druck auf eine Fernseh-Legende wie Frank Elstner nachzufolgen?

Ich habe da gar nicht so richtig drüber nachgedacht. Mir war schon klar, dass ich mehr verlieren kann, als gewinnen. Auf der anderen Seite habe ich mir gesagt, dass jemand wie ich, der zuvor drei Jahre bei Sat 1 moderiert hat, nun die Möglichkeit bekommt, eine Samstagabendshow im Ersten zu moderieren, da stellt sich die Frage eigentlich nicht. Für mich war relativ schnell klar, dass ich das ausprobieren und die Chance nutzen will.

Im Spätsommer gab es eine Umfrage, in der du nicht gut weggekommen bist. Hat dich das verletzt?

Man muss das Ganze ein bisschen relativieren. De facto waren das vierzig Leute, die sich „Verstehen Sie Spaß?“ angeguckt haben. Ich nehme jegliche Kritik ernst. Ich habe auch einen Coach und versuche mich so immer weiterzuentwickeln. Da bin ich auch sehr ehrgeizig. Man muss das einordnen können. Ich habe mir die Kritik und auch das Lob zu Herzen genommen. Und die Sendung, die wir darauf im Oktober gemacht haben, war die richtige Antwort.

Helene Verstehen Sie Spaß

In welchen Bereichen hilft dir dein Coach?

Man kann jetzt sagen, Messi kann gut Fußballspielen, hat aber auch einen Trainer. Und mein Ziel ist es, sich weiterzuentwickeln. Der Coach ist jemand, der mir sagt: ‚Achte mal darauf‘ oder ‚Achte mal auf deine Gesprächsführung‘. Kleinigkeiten, die aber ganz gute Stellschrauben sind.

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Im Sommer gab es den „Fernsehgarten“ mit Luke Mockridge. Wie viel Humor ist erlaubt, oder wann geht es zu weit?

Das ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Wenn ich auf der Bühne stehe, versuche ich das Richtige für die Leute zu machen, die vor mir sitzen. Wenn ich also eine Familiensendung wie „Verstehen Sie Spaß“ moderiere, dann muss man sich auch humortechnisch anpassen. Wenn ich in einer Satire-Sendung auftrete, kann ich sicherlich einen anderen Humor an den Tag legen. Hugo Egon Balder hat mal zu mir gesagt: ‚Unser Job ist es, Leute zu unterhalten und zum Lachen zu bringen.‘ Wie man das macht, das muss jeder für sich entscheiden.

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Zehn Jahre „Verstehen Sie Spaß?“. Was denkst du, wie lange hält die Ehe Guido Cantz und „Verstehen Sie Spaß?“ noch?

Ich habe meinen Vertrag um zwei Jahre bis 2021 verlängert. Die Lust ist immer noch ungebrochen groß. Es ist immer noch spannend. Stand jetzt kann ich sagen, dass ich noch ein paar Jahre machen möchte. Von daher würde ich mich freuen, wenn diese Ehe noch ein wenig länger hält.

 
 

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