„Tatort“: Dortmund-Kommissar Jörg Hartmann verrät Film-Geheimnis

Jörg Hartmann spielt den Dortmunder Kommissar Peter Faber.
Jörg Hartmann spielt den Dortmunder Kommissar Peter Faber.
Foto: WDR/Thomas Kost

50 Jahre „Tatort“ feiert die ARD an diesem Wochenende. 50 Jahre unzählige Episoden, dutzende Ermitter. Einer von ihnen ist Jörg Hartmann, der 51-jährige Hagener spielt im Dortmund-„Tatort“ die Hauptrolle des Kommissar Faber.

Zum „Tatort“-Jubiläum, bei dem die Teams aus Dortmund und München in einer Doppelfolge gemeinsam im Mafia-Milieu ermitteln, haben wir mit dem Schauspieler gesprochen. Und eines darf schon jetzt verraten werden: Im Laufe des Interviews lüftet er das Geheimnis um seinen Kult-Parka.

Herr Hartmann, der Jubiläumstatort ‚In der Familie‘ hat die Mafia als Grundthema. Was verbinden Sie persönlich mit dem Thema?

Ich war nie ein großer Fan von Mafia-Filmen, die das Milieu ja meistens ein wenig verherrlichen. Genau das haben wir auch zu vermeiden versucht. Mir ist die Mafia eher unheimlich. Wenn ich ein Gefühl zur Mafia entwickele, dann ist das eher unangenehm. Wirklich brutal. Die Arme der Mafia sind so lang, man erinnere sich nur an das furchtbare Verbrechen in Duisburg. Ich kann dem Ganzen nichts Faszinierendes abgewinnen.

Im Dortmunder ‚Tatort‘ gab es bereits Thematiken wie Homophobie, Polizeigewalt, Kindesmissbrauch… Welches Thema würde Sie noch reizen?

Ich fände es spannend, zu beleuchten, was einen völlig normalen Bürger dieses Landes dazu bringen könnte, zum Mörder zu werden. Wie der ganz normale Mensch mit seinen inneren Dämonen umgeht und von ihnen irgendwann komplett in Besitz genommen wird.

Würden Sie auch ein Thema ablehnen?

Ich würde kein Thema per se ausschließen. Es kommt auch immer darauf an, wie man sich mit dem Thema auseinandersetzt und wie man es umsetzt. In unserem letzten ‚Tatort‘ ging es um Pädophilie. Das ist natürlich immer ein sehr heikles Thema, da muss man genau gucken und überlegen, wie man das umsetzt. Aber auch das ist ja leider ein Teil unserer Gesellschaft. Und gerade deswegen müssen wir auch solch heftigen Themen immer wieder den Raum geben.

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Das ist der „Tatort“:

  • Tatort ist eine Kriminalfilm-Reihe
  • ausgestrahlt wurde sie erstmals 1970 im westdeutschen Fernsehen
  • Bislang erschienen über 1100 Tatort-Filme
  • In den ersten Jahren erschien durchschnittlich ein neuer Film pro Monat
  • Ab den frühen 1990er Jahren erhöhte sich die Häufigkeit der Erstsendungen und liegt mittlerweile bei etwa 35 pro Jahr
  • Das beliebteste „Tatort“-Ermittlerteam kommt aus Münster

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Den Jubiläumstatort haben Sie mit den Münchner Kollegen gedreht. Wie lief die Zusammenarbeit mit Batic und Leitmayr? Im Film fällt ja irgendwann die Bezeichnung ‚Betriebsausflug‘.

(lacht). Ja, als ich nach München durfte, hat sich das schon so angefühlt. Das hatte etwas nahezu Exotisches, dass ich runter in den Süden durfte. Ich habe mich darüber sehr gefreut, fand es aber auch sehr schade um meine Dortmunder Kollegen, die ja im zweiten Teil nicht mitdurften.

Woran lag das?

Sechs Ermittler zu bedienen, hat sich für den Autor als zu schwierig dargestellt. Deshalb war Faber der Einzige, der auftritt. Ich habe das aber genossen. Es war spannend, plötzlich mit den Kollegen aus München zusammenzusitzen. Das ist so, als hätte man die versteckte Kamera aufgebaut. Das sind Gesichter, die einem seit 30 Jahren vertraut sind.

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Könnten Sie sich Batic als Partner im ‚Tatort‘ vorstellen?

Ich könnte mir grundsätzlich erst einmal jeden als Partner vorstellen. Natürlich ist es so, je größer die Unterschiede der Charaktere, desto reizvoller ist es.

Wo haben Sie sich wohler gefühlt? In der bayrischen Berglandschaft oder im Pott?

Ich kann das gar nicht vergleichen. München hatte den Reiz des Exotischen. Aber ich bin auch immer froh, in der Heimat zu sein. Wir haben für den ersten Teil verhältnismäßig lange in Dortmund gedreht. Sechs oder sieben Tage waren das. Und dann auch mal andere Ecken der Stadt zu zeigen, fand ich sehr spannend.

Sie sind nun seit acht Jahren fester Bestandteil im Dortmunder ‚Tatort‘. Machen Sie sich Gedanken darüber, „nur noch“ auf die Rolle des Kommissar Faber reduziert zu werden?

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich die Sorge habe, dass man von so einer Figur schwer loskommt. Es gibt ja genug Kollegen, die darunter leiden und anders nicht mehr gesehen werden. Ich hoffe, dass mir das nicht passiert. Das wäre sehr schade.

So lange wie Sie ist auch Ihr Parka schon Bestandteil des Dortmunder ‚Tatort‘. Ist das jedes Mal derselbe oder wird der auch mal gewechselt?

Das ist immer noch derselbe. Der wird auch immer abgeranzter, überall gucken schon irgendwelche Fäden raus. In der Regel trage ich also immer den einen einzigen Original-Parka, den ich auch damals selbst miteingebracht habe. Bei gewissen Szenen, die Gefahr für den Parka darstellen könnten, gibt es aber zwei Duplikate. Wenn man direkt davorsteht, würde man den Unterschied sehen, aber vor der Kamera fällt das nicht auf. Aber trotzdem ist die Beschaffenheit des Stoffes und die Farbe ein bisschen anders, deswegen bevorzuge ich den Original-Parka.

Wir haben auch mit Hartmanns „Tatort“-Kollege Miroslav Nemec gesprochen. Das Interview kannst du am kommenden Sonntag lesen.

 
 

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