Markus Lanz (ZDF): Verurteilter Doppelmörder Söring mit emotionalen Worten bei Lanz – „Ich habe diese Tat ...“

„Ich bin unschuldig“, sind seine letzten Worte vor Gericht, bevor Jens Söring ins Gefängnis wandert.

Das war 1990. Im November vergangenen Jahres kommt Söring frei - auf Bewährung. Nach 33 Jahren in einem US-Gefängnis. Verurteilt worden war er, weil er 1985 die Eltern seiner damaligen Freundin brutal getötet haben soll. Der verurteilte Doppelmörder war am Donnerstagabend bei Markus Lanz im ZDF. Bis heute leugnet er die Tat. „Ich war nicht am Tatort, war in Washington D.C. im Kino“, erklärt Söring.

Markus Lanz: Verurteilter Doppelmörder leugnet Tat

„Ich war es nicht. Ich habe diese Tat nicht begangen“, wiederholt Jens Söring gegenüber Markus Lanz. Der Diplomaten-Sohn hat 14 Mal einen Antrag auf Bewährung gestellt. 14 Mal wurde der abgelehnt. Im vergangenen Jahr dann die Überraschung: Söring kam frei und wurde nach Deutschland abgeschoben. Den Tag seiner Rückkehr nach Deutschland nennt er den „schönsten Tag seines Lebens“.

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Er sei im Gefängnis eine Nummer gewesen. Nummer 17-92-12. „Sie haben mich nie brechen können“, erzählt Söring. Aus seiner Sicht sei die Freilassung ein Eingeständnis, dass die Behörden in Virginia ihm glaubten, dass er es nicht gewesen sei oder zumindest Zweifel hätten.

Er könne verstehen, warum man den Justizirrtum nicht offiziell eingestanden habe. Schließlich gehe es um potenziell 1,4 Millionen Dollar Haftentschädigung, so Söring. Er zeigte sich dennoch dankbar für die Entscheidung des Gouverneurs von Virginia.

Es sei tatsächlich so, dass man im Gefängnis seine Gefühle wegpacken müssten. Söring berichtete von einem besonderen Moment des Glücks im Knast. Eine Freundin habe ihn besucht und die Sekunden eines Kusses seien ein großes Glück gewesen.

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Söring hatte damals ein Geständnis abgelegt, es später aber zurückgezogen. Er habe seine damalige Freundin Elisabeth Haysom, seine erste große Liebe, schützen wollen. Söring hatte sie 1984, mit 18 Jahren, kennengelernt.

„Es war eine wirklich wirklich schöne Frau“, so Söring über seine damalige Freundin, die er an der Elite-Uni kennengelernt hatte. „Ich dachte ich war im Paradies, ein Sechser im Lotto.“

Flucht nach Großbritannien und Thailand

Sie habe ihm berichtet, dass ihre Mutter sie mit Wissen des Vaters sexuell misshandelt hatte, so Söring. „Ich hatte Verständnis, dass sie ihre Eltern hasste“. Ein Jahr später wurden die Eltern von Elisabeth Haysom tot aufgefunden. Söring und seine Freundin flüchteten nach Großbritannien, später in Sörings Geburtsland Thailand. Nach mehreren Scheckbetrügereien wurden sie in London geschnappt.

Warum er für seine damalige Freundin ein falsches Geständnis abgelegt hatte, wollte Markus Lanz wissen. „Weil ich die Frau liebte. Ich wollte sie schützen“, sagt Söring bei Lanz. Er habe befürchtet, dass sie auf dem elektrischen Stuhl enden würde.

Und er selbst habe gedacht, durch seinen Diplomatenstatus eine Teilimmunität zu haben und "vielleicht fünf bis zehn Jahre" in einem deutschen Jugendgefängnis absitzen zu müssen. Doch vor Gericht bestätigt Haysom seine Schuld, die beiden beschuldigen sich fortan gegenseitig. 1990 wird Söring wegen Doppelmordes zu zweimal lebenslänglich verurteit.

Seine Freundin wird wegen Anstiftung zum Mord zu 90 Jahren Haft verurteilt. Auch sie ist inzwischen auf freiem Fuß. (ms)

 
 

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