Markus Lanz (ZDF): Klinikchef aus Essen spricht Corona-Klartext – „Nicht mehr das, was wir im März dachten“

Das ist Markus Lanz
Beschreibung anzeigen

Klare Worte eines Mediziners aus dem Ruhrgebiet! Bereits Anfang November war mit der Ärztin Dr. Carola Holzner eine Medizinerin aus Essen zu Gast bei Markus Lanz. Am Dienstagabend diskutiert erneut ein Mediziner aus Essen im ZDF über die aktuelle Corona-Lage.

Eingeladen ist der Professor Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums in Essen. Markus Lanz will von ihm wissen, wie die Lage aktuell in Essen aussieht.

Markus Lanz (ZDF): Professor aus Essen spricht über angespannte Lage an Uniklinik

Der Krankenhausmanager gibt unverblümte Einblicke in die angespannte Corona-Lage in Essen. Momentan seien zwischen 110 bis 130 Covid-19-Patienten stationär in der Uniklinik, rund 40 davon Intensivpatienten. Dabei „hatten alle Krankenhäuser schon vorher genug zu tun“. Schon bei der ersten Welle im Frühjahr mussten in Essen rund 2000 normale Operationen verschoben werden.

+++ Corona in NRW: Notärztin aus Essen warnt vor „falschem Schamgefühl“ +++

-------------

Universitätsklinikum Essen:

  • Das Universitätsklinikum besteht aus 27 Kliniken und 24 Instituten.
  • Es gehört zur Universität Duisburg-Essen.
  • Gegründet wurde die Uniklinik im Jahr 1909.
  • Es belegt laut dem Ranking der „Times Higher Education“ weltweit den 98. Platz als weltbeste Ausbildungsstätte für Medizinstudenten.

-------------

Besonders die derzeit hohen Todeszahlen seien eine Belastung für das Personal: „Ich finde das wirklich sehr beeindruckend, wenn ich überlege, dass vom vergangenen Freitag bis gestern einschließlich 17 Patienten alleine bei uns an den Folgen von Covid-19 verstorben sind.“

Im November hinge mehr als jeder dritte Todesfall in der Klinik mit Covid-19 zusammen. Der Ärztliche Direktor stellt fest: „Es ist nicht mehr das, was wir damals im März dachten: Naja, ist vielleicht eine schwerere Infektion, normale Grippe oder sowas. Das zeigt sich heute anders.“

Klinikchef aus Essen bei Markus Lanz: „In einer Phase zwischen halb-schlimm und schlimm“

Im Durchschnitt seien die Verstorben 73 Jahre alt, jedoch gebe es eine breite Spanne zwischen 26 und 100 Jahren. Es treffe auch immer wieder Menschen, die mitten im Leben stehen. „Wir haben leider eben auch Verläufe, wo 45-Jährige, die eigentlich im Sport aktiv waren, ganz schlimme Verläufe genommen haben. Das ist nicht vorhersagbar“, warnt Professor Werner bei Lanz.

+++ Markus Lanz (ZDF): China schlachtet Ausschnitt aus seiner Sendung für Corona-Propanda aus +++

Die derzeitigen Maßnahmen der Politik zur Eindämmung der Pandemie hält er für „definitiv richtig“. Aus seiner Sicht befinde man sich „in einer Phase zwischen halb-schlimm und schlimm“, jedoch würden viele Klinik-Mitarbeiter auf den Intensivstationen die Situation als „sehr schlimm“ wahrnehmen.

+++ Markus Lanz (ZDF) kalt erwischt: Frau verlässt die Live-Show – heftige Vorwürfe werden laut +++

Man dürfe daher nicht nur auf die Gesamtzahl der freien Intensivbetten blicken, sondern müsse auch die Belastung und die Ressourcen des Fachpersonals beachten. Es komme auf das Personal an, dass Intensivpatienten pflegen kann, nicht auf die Betten.

Zumal es auch hier immer wieder zu Corona-Infektionen kommen. Zwischen einer und drei Neuinfektionen gebe es jeden Tag unter den rund 8.500 Mitarbeitern in Essen. „Das muss kompensiert werden.“

 
 

EURE FAVORITEN