Markus Lanz (ZDF): „Und dieser Mann berät Politiker?“ – Streeck empört mit seinem Auftritt

Das ist Markus Lanz

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Bei „Markus Lanz“ (ZDF) sorgte Virologe Hendrik Streeck für Aufsehen.

Ein Vergleich bei „Markus Lanz“ sorgte eine hitzige Diskussion, auch danach noch im Netz!

„Markus Lanz“ (ZDF): Blick nach Brasilien

In der Sendung ging es besonders um die Corona-Mutationen und deren Auswirkungen. Um über dieses Thema zu sprechen, waren folgende Gäste geladen:

  • Manfred Weber, CSU-Politiker (EVP-Fraktionsvorsitzender)
  • Hendrik Streeck, Virologe (Direktor des Instituts für Virologie der Uni Bonn)
  • Vanessa Vu, Journalistin („Zeit“ Redakteurin)
  • Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister Rostocks
  • Christoph Röckerath, ZDF-Südamerika-Korrespondent

Zu Beginn von „Markus Lanz“ (ZDF) wurde ein Blick über den Tellerrand gewagt. Dafür wurde eine Schalte nach Brasilien zum ZDF-Korrespondenten Christoph Röckerath genutzt. Dieser berichtete von dramatischen Zuständen in Teilen Brasiliens, welche auch oder größtenteils auf eine Corona-Mutation zurückzuführen seien. Auch Virologe Hendrik Streeck äußert sich zu den Mutationen. Seiner Meinung nach solle man die Varianten ernst nehmen, Panik und Angst seien aber kein guter Ratgeber. Die Maßnahmen gegen die Mutationen seien eh die gleichen wie gegen die Ursprungsvariante.

Markus Lanz (ZDF): Vergleich sorgt für hitzige Diskussion

Dann kommt auch Vanessa Vu zu ihrem ersten längeren Redeanteil bei „Markus Lanz“. Dabei geht es darum, dass man immer wieder höre, dass man mit natürlichen Phänomenen (in diesem Fall Corona) umgehen müsse. „Das ist richtig“, so Vu. Es gebe immer wieder solche Phänomene. „Die Masern haben die indigene Bevölkerung Nordamerikas ausgerottet. Also zu einem großen Teil. Das war völlig natürlich. Das ist einfach so passiert“, so Vu weiter.

Damals habe man nicht die Mittel gehabt, aber heute habe man sehr viele. Diese Aussage kann der Virologe Streeck so nicht stehen lassen und fällt der Journalistin ins Wort: „Das ist ja ein Vergleich, der hinkt an allen Ecken und Enden.“ Masern könne man nicht mit Corona vergleichen.

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Vu erklärt, dass sie nicht Masern mit Corona vergleichen wolle, sondern nur aufzeigen, dass man nun die Mittel habe eine Ausbreitung einzudämmen und deswegen nicht damit leben müsse. Der Moderator spricht Streeck nochmal auf den Vergleich Corona zu Masern an. Der antwortet mit einem süffisanten Lächeln: „Als Virologe sträuben sich einem natürlich die Nackenhaare“, so Streeck. Masern seien beispielsweise eine Schmierinfektion und hätten einen deutlich höheren R-Wert. Auch die damalige Situation sei nicht mit der heutigen zu vergleichen.

Markus Lanz (ZDF): Streeck macht sich über Masern-Vergleich lustig - und patzt dabei

Genau diese Aussage fällt Streeck nun aber auf die Füße. Masern ist nämlich eine Tröpfcheninfektion, ebenso wie Corona. Auf der Seite des Robert Koch-Instituts heißt es dazu: „Masern – eine der ansteckendsten Krankheiten des Menschen überhaupt – werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) oder aerogen über Tröpfchen sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen.“

Auf Twitter gibt es empörte und bitterböse Kommentare gegen Streeck:

  • „Was macht Streeck eigentlich beruflich? Gestern bei Lanz behauptete er, dass Masern eine Schmierinfektion sind.“
  • „Wer Masern für eine Schmierinfektion hält und Corona ständig mit HIV vergleicht, der ist vielleicht auch einfach fachlich nicht kompetent genug für den Expertenrat der Bundesregierung.“
  • „Unfassbar peinlich. Mal davon abgesehen, dass Masern über Tröpfcheninfektion und Aerosole übertragen werden, besteht auch bei den Coronaviren eine Infektiösität bereits 1-2 Tage VOR den ersten Symptomen. Das ist Basiswissen! Und dieser Mann berät Politiker?“

Markus Lanz (ZDF): Warum kommt Rostock so „gut“ durch die Pandemie?

Ein weiteres Thema bei „Markus Lanz“ (ZDF) ist, warum Rostock vergleichsweise besser als andere Städte durch die Corona-Pandemie kommt. Dafür wurde auch der parteilose Bürgermeister der Stadt eingeladen. Er habe sehr früh konsequent testen und Personal für Gesundheitsämter umschulen lassen. Auch ein Testzentrum sei schnell entstanden. „Machen. Umsetzen. Volle Kanne nach vorne“, so Claus Ruhe Madsen.

Manche Maßnahmen könne er aber nicht verstehen. „Wir haben keine Kenntnis, dass sich Menschen beim Schuhekaufen im Schuhladen angesteckt haben – trotzdem haben wir die Schuhgeschäfte geschlossen.“ Sein Fazit zu der derzeitigen Lage lautet: „Wir fahren nicht auf Sicht – wir schauen nur in den Rückspiegel und fahren mit 300 Stundenkilometern.“ Mit den Maßnahmen geht er hart ins Gericht: „Wir sind super-unehrlich. Wir ergreifen Maßnahmen, um zu sagen, wir haben etwas getan.“

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CSU-Politiker Manfred Weber kommt in der Sendung zu Wort, als es um das Thema impfen geht. Im Bezug auf die Beschaffung des Impfstoffs sagt Weber, dass die Grundentscheidungen richtig gewesen seien. Man wisse aber nicht, wo die zugesagten Impfdosen aktuell seien. Zu einer eindeutigen Haltung oder klarer Kritik lässt sich Weber aber nicht hinreißen. Bis auf die Meinungsverschiedenheit zwischen Streeck und Vu bleibt diese Sendung von „Markus Lanz“ (ZDF) eher ruhig.