Markus Lanz (ZDF): Versauen es die Grünen wieder? Eigenheim-Eklat nur „kleiner Vorgeschmack“

Das ist Markus Lanz

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Die Grünen liegen bei um die 20 Prozent in Umfragen, doch die Gefahr ist da, dass sie erneut einen Absturz bis zur Bundestagswahl erleben werden wie schon 2017 und 2013. Das wird am Donnerstagabend bei Markus Lanz deutlich.

Mit dem Alt-Grünen Jürgen Trittin diskutiert Markus Lanz in seiner ZDF-Talkshow über das Eigenheim-Eigentor der Öko-Partei.

Markus Lanz (ZDF): Eigenheim-Eigentor als Warnung für den grünen Wahlkampf

Mit seinem Interview im „Spiegel“ sorgte Anton Hofreiter für eine Steilvorlage für die politische Konkurrenz. Der Grünen-Fraktionschef sagte unter anderem: „Ein-Parteien-Häuser verbrauchen viel Fläche, viele Baustoffe, viel Energie. Sie sorgen für Zersiedelung und damit auch für noch mehr Verkehr.“

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Aus Sicht von Moderator Lanz war das ein „kommunikativer Super-GAU“, ähnlich wie der unpopuläre Vorschlag für einen Veggie-Day in Firmen-Kantinen vor der Bundestagswahl 2017 oder das Steuerkonzept von Jürgen Trittin vor der Wahl 2013.

Jürgen Trittin reagiert betont gelassen in der ZDF-Talkshow. Die Aussagen von Hofreiter seien verfälscht worden, niemand bei den Grünen wolle Eigenheime verbieten und sowieso würden Kommunalpolitiker aller Couleur in Ballungszentren die Probleme kennen: „An dieser Stelle wird Toni für eine Position geprügelt, die in Deutschland parteiübergreifend kommunal praktiziert wird.“ Das Wohnproblem lasse sich in Ballungszentren nicht durch Eigenheime lösen.

Markus Lanz (ZDF): „Die fatale Neigung ehrlich zu sein“

Trotzdem gehe es doch um Kommunikation, so Lanz. Anton Hofreiter habe aus seiner Sicht die „fatale Neigung ehrlich zu sein“. Ob man nicht um die Wahrheit in Interviews auch mal „herumschwurbeln" müsse, will der ZDF-Mann wissen. Trittin glaubt dagegen nicht, dass man alle Konfrontationen im Wahlkampf durch „Formulierungskünste“ umgehen wird können. „Wer Klimaschutz ernst nimmt, wird darüber reden müssen, wie wir wohnen, fahren, leben und so weiter.“ Deswegen sei die Eigenheim-Debatte nur ein „kleiner Vorgeschmack“ auf das gewesen, was auf die Grünen in den nächsten Monaten zukommen, so Trittin. „Wir werden im Wahlkampf eine Zuspitzung erleben“, lautet die Warnung an seine Partei.

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Die Gäste bei Markus Lanz (ZDF) am 18. Februar:

  • Jürgen Trittin: Grünen-Politiker
  • Thea Dorn: Moderatorin der ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“
  • Thielko Grieß: Journalist
  • Wolfram Wemer: Verleger des Magazins „The European“

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Verleger attackiert Grüne bei Markus Lanz (ZDF): Eigenheim als „Klimafeind stigmatisiert“

Viel grundlegender sieht dagegen Verleger Wolfram Weimer die „Eigenheim-Debatte“. Weimer: „In Wahrheit ist es die Eröffnung eines Kulturkampfes um das Eigenheim“. Das Eigenheim werde hier als „Klimafeind stigmatisiert“.

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Wenn die Grünen die SPD als Volkspartei der linken Mitte ablösen wolle, müsse man auch bürgerliche Positionen vertreten. Doch diese Debatte um das Eigenheim werde „wie ein Tesafilm“ an der Partei hängen bleiben, zumal es nicht nur ein Aussetzer von Hofreiter war. Die Partei fordere schon länger in en Programmen eine „Bauwende“, mit einer CO2-Bepreisung von Zement und Sand.