Markus Lanz (ZDF): Gleich nach wenigen Minuten ist Ex-Bundespräsident Wulff genervt vom Talk

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Die US-Wahl und der enge Ausgang zwischen Donald Trump und Joe Biden war Thema am Mittwochabend bei Markus Lanz. Zu Gast in der ZDF-Talkrunde war auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff.

Doch Christian Wulff macht schon nach wenigen Minuten klar, dass er keine Lust hat darüber zu sprechen, was Markus Lanz als wichtig erachtet.

Markus Lanz (ZDF): Ex-Bundespräsident Markus Lanz genervt von Trump-Thema

Dass Donald Trump sich bereits als Wahlsieger ausrief, obwohl die Auszählung zu diesem Zeitpunkt noch im Gange war, und ohne Belege über einen Betrug behauptet, empört die Gäste bei Markus Lanz. Auch Christian Wulff, doch der hält Moderator Markus Lanz den Spiegel vor.

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Die Gäste bei Markus Lanz (ZDF) am 4. November:

  • Christian Wulff, Bundespräsident a.D.
  • Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios Washington
  • Sandra Navidi, Juristin
  • George Weinberg, Geschäftsführer der Republicans Overseas Germany
  • Julius van de Laar, Kampagnenexperte
  • Johannes Hano, ZDF-Korrespondent New York

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Als Markus Lanz neue Tweets von Trump einblendet und darüber diskutieren will, reicht es Christian Wulff. Man rede nur über Trumps Tweets und nicht über Inhalte. „Das ist schon wieder ein Erfolg von Donald Trump“, glaubt der Christdemokrat. „Ich will Ihnen jetzt keinen Vorwurf machen, aber wir reden jetzt nur über Donald Trump und seine Grenzverletzungen, mit denen er uns alle abhält von den wirklichen Themen: der europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit, der weltweiten Herausforderungen, auch der Spaltung Amerikas.“

Wulff attackiert Talk von Markus Lanz (ZDF): „Wir tragen zu der Verunsicherung ein Stück weit bei“

Markus Lanz gibt seinem Gast zwar insofern recht, dass man das große Ganze im Blick behalten muss, „aber im Moment gibt, und das ist halt der Punkt, gibt es so viel Pulverdampf in der Luft, dass man versuchen muss, ein bisschen den Durchblick zu kriegen.“

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Wulff greift dieses Bild auf: „Aber ohne Feuer!" Trump rede eigenlich über Dampf, so der Ex-Bundespräsident, denn er habe kein konkretes Feuer benannt. „Es gibt ja nicht irgendwo jemanden in Amerika, der sagt, er sei an der Stimmabgabe gehindert worden, oder er hätte jemanden gesehen, der einen Stimmzettel noch irgendwo eingeworfen hätte. Es gibt kein Feuer, er spricht über Dampf ohne Feuer – und wir selber reden darüber, wo ist überall Feuer und tragen zu der Verunsicherung irgendwie auch ein Stück weit bei.“ Lanz geht da nicht mit: „Ich sehe das wirklich anders!“

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Mehr über Christian Wulff:

  • Der 61-jährige CDU-Politiker war der zehnte Bundespräsident Deutschland.
  • Er hatte von allen Bundespräsidenten die bisher kürzeste Amtszeit (2010-2012).
  • Aufgrund von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover trat Wulff zurück.
  • 2014 wurde er gerichtlich freigesprochen.
  • Von 2003 bis 2010 war Wulff Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

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USA-Expertin bei Markus Lanz (ZDF): „Wir müssen darüber sprechen, weil wir erstmal zum 20. Januar kommen müssen.“

USA-Expertin Sandra Navidi erklärt die Taktik Trumps dahinter: „Es geht jetzt darum, soviel Staub aufzuwirbeln wie möglich. Dass alle durcheinander sind und sagen, das widerspricht sich doch, das macht doch gar keinen Sinn. In der Zwischenzeit ergreift Donald Trump die Möglichkeit das Narrativ zu bestimmen.“ Nun gebe er seinen Leuten die Marschrichtung vor, dass der Wahlausgang Betrug und Lüge sei. Navidi ist deshalb überzeugt: „Wir müssen schon darüber sprechen, weil wir müssen erstmal zum 20. Januar kommen. Da hat Donald Trump noch einige Mechanismen in der Hand, wie er auf Zeit spielen kann und das verhindern kann.“ Sie meint damit die Amtseinführung des neu gewählten Präsidenten am 20. Januar 2021.

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ZDF-Korrespondent zu Christian Wulff: „Mit allem Respekt, Herr Bundespräsident“

Auch ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen widerspricht dem Ex-Bundespräsidenten. Donald Trump starte einen Angriff auf die Demokratie. „Mit allem Respekt, Herr Bundespräsident, selbst wenn wir Äußerungen vom amerikanischen Präsidenten auf Twitter oder sonst wo ignorieren würden, es ändert nichts daran. Für knapp unter 70 Millionen Menschen in diesem Land ist, ich sage mal überspitzt, das Wort dieses Präsidenten Gesetz.“

 
 

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