Markus Lanz (ZDF): Eklat in der Sendung – Bundesärzte-Präsident sagt ausgerechnet DAS

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ZDF-Moderator Markus Lanz kann einfach nicht glauben, was der Chef der Bundesärztekammer in der TV-Sendung im Bezug auf die Corona-Masken sagt.

Markus Lanz befürchtet sogar, dass Zitate seines Gastes auf der nächsten Corona-Demo verwendet werden.

Markus Lanz (ZDF): Bundesärzte-Präsident glaubt nicht, dass Corona-Alltagsmasken viel helfen

Lanz-Gast Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, empfiehlt älteren Risikogruppen FFP2-Masken zu tragen, die wirklich „einen gewissen Schutz" gegen eine Coronavirus-Infektion bieten würden. Von einfachen Mund-Nasen-Masken hält er dagegen wenig: „Die Viren sozusagen werden davon nicht aufgehalten.“

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Die Gäste von Markus Lanz am 21. Oktober 2020:

  • Richard David Precht: Philosoph und Buchautor
  • Frank Thelen: Unternehmer
  • Gabriele Krone-Schmalz: Autorin und Journalistin
  • Dr. Klaus Reinhardt: Präsident der Bundesärztekammer

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Der Ärzte-Chef geht noch weiter: Er sei von diesen Alltagsmasken nicht überzeugt, „weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken. “ Eine Studie habe ergeben, dass man 200.000 solcher Masken tragen müsse, um nur eine einzige Infektion zu verhindern.

Moderator Markus Lanz ist fassungslos und hält dagegen. Er erwähnt eine Studie aus Hongkong, die den Sinn der einfachen Schutzmasken belegt habe. Nun rudert Reinhardt etwas zurück: Überall dort, wo man den Abstand nicht wahren kann, „von mir aus auch im öffentlichen Nahverkehr, von mir aus in kleinen Geschäften" oder in „ungelüfteten engen Räumen“, da wolle er es sich „gefallen lassen", dass man solche Masken trägt. Da könne es was bringen. Ein „Unsinn" sei aber die Forderung von Markus Söder, die Alltagsmasken an der freien Luft auf öffentlichen Plätzen zu tragen.

Lanz wird immer nervöser und aufgebrachter, als er die Behauptungen hört. Er ahnt, welche Sprengkraft diese Thesen aus seiner Sendung für die öffentliche Diskussion haben können: „Hier sitzt gerade der Chef der Bundesärztekammer und sagt: keine Evidenz für Masken!“

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Markus Lanz (ZDF): Bundesärzte-Chef vergleicht Masken mit Anti-Terror-Gesetzen in den 1970ern

Auch Reinhard wird es nun zu heikel. Er wolle nicht in den „Maskenkrieg" hineingezogen werden. Dann verwendet er dennoch ein neues polarisierendes Argument gegen die Alltagsmasken: „Ich finde, dass wir darüber nachdenken dürfen in dieser Gesellschaft, ob die Vermummung und sich vermummt gegenüberzutreten, ein Standard werden soll und muss.“ Er vergleicht die Maßnahmen mit den RAF-Gesetzen: „Wenn wir in den 1970er-Jahren im Rahmen der Anti-Terror-Gesetzgebung darüber nachgedacht haben, dass ein Vermummungsverbot ausgesprochen wurde, und jetzt haben wir ein Vermummungsgebot, dann glaube ich, das macht was mit einer Gesellschaft.“ Er jedenfalls habe ein „seltsames Gefühl“, wenn er in seiner Sprechstunde vermummt vor seinen Patienten sitze.

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„Entschuldigung, sie sind Mediziner! Der Philosoph sitzt hier“, attackiert ihn Lanz und verweist auf Richard David Precht auf dem Stuhl neben ihn. Über den Einsatz von Masken könne es doch keine zwei Meinungen geben, da gehe es um Wissenschaft. Sie seien die „ziemlich einzige Waffe“ gegen das Virus, argumentiert Lanz rigoros.

Doch seine anderen Gäste geben Lanz keine entschlossene Rückendeckung:

  • Frank Thelen: „Ich finde es zunächst mal ganz toll, dass man offen seine Meinung dazu sagt.“
  • Gabriele Krone-Schmalz: „Wir wissen viel zu wenig, um Dinge wirklich mit der Kraft eines Naturgesetzes auf den Tisch zu legen. Darüber zu diskutieren, ohne dass man sich gegenseitig an die Gurgel geht, darum geht es ja gerade.“
  • Richard David Precht: „Wir haben keine hundertprozentige Evidenz. Wir haben vielleicht mehr Studien, die Masken nahelegen. Aber das ist auch nicht die Frage. Wenn ich Ihnen folge, und Sie haben bestimmt recht in der Sache, dann wäre das Beste, was man macht, jeder steckt sich eine Maske in die Tasche und wenn er in irgendeine Gedränge-Situation kommt, dann zieht er sie auf. Das geht aber nicht, weil nicht jeder verantwortlich damit umgeht.“

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Reinhard befürchtet nun wohl auch, dass seine Zitate von Corona-Leugnern missbraucht werden und er zu einer „Galionsfigur der Maskengegner“ werde, was er „nicht werden möchte“. Lanz tadelt ihn noch mal: Man könne seine Sätze „mindestens missverstehen“.

Lanz-Zuschauer empört über Masken-Behauptungen des Bundesärzte-Chefs

Auf Twitter gibt es viele empörte Reaktionen zu den Thesen des Bundesärzte-Chefs:

  • „Klaus Reinhardt als Chef der Bundesärztekammer in etwa so kompetent wie Hans-Georg Maaßen als Verfassungsschützer.“
  • „Der Präsident der Bundesärztekammer startet nach der Sendung seinen eigenen Telegram-Kanal.“
  • „Das Auftreten von Dr. Reinhardt bei Lanz ist absolut unverantwortlich. Corona-Leugner werden in Windeseile seine Aussagen instrumentalisieren. Ist er sich der Verantwortung seiner Position nicht bewusst?“
  • „Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt schwadroniert in feinstem Querdenker-Sprech von einem 'Vermummungsgebot'.“
  • „Welche Ärzte fühlen sich von ihrem Präsidenten gerade gut vertreten?“

Karl Lauterbach fordert nach Lanz-Sendung Rücktritt von Reinhardt

Nach der Lanz-Sendung reagierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf den Auftrtitt von Bundesärzte-Chef Reinhardt. Er twitterte: „Die Gleichsetzung der Maskenpflicht zum Schutz vor einer tödlichen Viruserkrankung mit einem 'Vermummungsgebot' gleichzusetzen ist für den ranghöchsten deutschen Ärztefunktionär unentschuldbar. Aus meiner Sicht ein Rücktrittsgrund, wenn er das nicht sofort zurücknimmt.“

 
 

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