Markus Lanz (ZDF) und Ramelow geraten in ZDF-Talkshow heftig aneinander

Ziemlich genervt von Markus Lanz: Bodo Ramelow.
Ziemlich genervt von Markus Lanz: Bodo Ramelow.
Foto: ZDF-Mediathek

Angespannte Stimmung bei Markus Lanz (ZDF). Bei ihm zu Gast ist Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Als es um den Fall Nawalny geht, geraten Markus Lanz und der Linken-Politiker heftig aneinander.

Markus Lanz (ZDF): Bodo Ramelow sichtlich genervt vom Moderator

Markus Lanz nutzt die Gelegenheit, einen prominenten Linken-Politiker im ZDF-Studio zu haben, um ihn zum Fall Nawalny und der vermeintlichen Putin-freundlichen Haltung der Partei Die Linke zu befragen.

Doch Ramelow spielt anfangs da nicht mit. Der Anschlag auf den Putin-Kritiker sei ein „ungeheuerlicher Vorgang“, zumal es nicht das erste mal passiert sei, dass gegen einen Regime-Gegner ein Nowitschok-Gift eingesetzt wurde. Es empöre ihn, dass jemand, der öffentlich Kritik äußert, damit rechnen muss, in Russland vergiftet zu werden.

Lanz versucht Bodo Ramelow gegen seine Partei zu positionieren: „Sind sie auf der Seite der Kanzlerin oder auf der Seite von Gregor Gysi?“ Gysi habe in den Raum gestellt, dass auch ein Gegner der Erdgasleitung Nord Strem 2 den Anschlag verübt haben könnte, um die Beziehung zwischen Deutschland und Russland zu verschlechtern.

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Ramelow bleibt starr: „Ich habe keine Kenntnisse“ Und zeigt immer wieder auf die USA. Von dort beziehe man Erdgas, das mittels der Fracking-Methode auf umweltschädliche Weise gewonnen wird. Er habe jedenfalls „keine Lust nur auf Zuruf in den Chor einzustimmen und zu sagen, Nord Stream 2 muss beendet werden, von all denen, die schon vorher gesagt haben, sie wollen es nicht.“

Markus Lanz rüffelt Ramelow: „Nicht ablenken!“

Lanz will keine Verweise auf andere Länder zulassen und rüffelt seinen Gast: „Nicht ablenken!“ Doch der lässt sich nicht maßregeln und macht weiter Andeutungen über US-amerikanische und westliche Geheimdienste, die etwa vor dem Irak-Krieg oder im Fall Kurnaz gelogen und getäuscht hätten. „Ich kann mir im Moment leider alles vorstellen.“ Das Verbrechen müsse lückenlos aufgeklärt werden und man solle sich an rechtstaatliche Prinzipien halten und nicht vorverurteilen.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Der 64-jährige ist der erste Linken-Ministerpräsident.
  • Er wurde erstmals 2015 zum Landesvater von Thüringen gewählt.
  • Von 2005 bis 2009 war Ramelow Mitglied des Bundestags.
  • In den 1990er-Jahren führte der Verfassungsschutz über Ramelow eine Akte.

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Dann konfrontiert Lanz den Linken-Politiker mit einem Tweet seines Parteigenossen Klaus Ernst, der geschrieben hatte, dass auch westliche Geheimdienste im Besitz von Nowitschok-Giften seien und die Verwendung kein hinreichender Beweis für die Täterschaft Russlands sei.

Hier geraten die beiden erneut aneinander. Ramelow wird laut: Die Aussage von Ernst sei doch inhaltlich richtig. Und wieder verweist er auf die USA: Man brauche belastbare Beweise, denn Folterflüge, Foltergefängnisse und illegale Gefängnisse seien „nicht nur eine russische Spezialität“.

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Ramelow vergleicht Giftanschlag mit Polizeigewalt – hier wird es Markus Lanz zuviel

Dann wirft Ramelow den Fall Nawalny mit dem jüngsten Fall von Polizeigewalt in den USA in einen Topf. „Wenn ich die Bilder auf mich wirken lasse in den letzten Tagen, wie der eine Schwarze zu seinem Auto geht und in den Rücken geschossen wird, dann finde ich das alles unerträglich. Das ist genau so unerträglich wie das Vergiften von einem politischen Gegner.“

Diese Aussage ist Lanz zu viel: „Das eine hat mit dem anderen jetzt nichts zu tun!“

„Finden Sie nicht?“, entgegnet Ramelow.

„Finde ich nicht!“, erwidert Lanz entschieden.

Doch Ramelow bleibt dabei: „Das eine ist unsere Freundschaftsmacht und das andere ist unsere Feindschaftsmacht. Entschuldigung, aber das ist mir zu einfach.“

Lanz will das nicht so stehen lassen: „Das eine ist Polizeigewalt, möglicherweise auch rassistisch motiviert. Das andere ist einen politischen Gegner schlicht und ergreifend umzubringen!“

Doch Ramelow sieht schon eine Parallele: Am Ende sollten beide Männer sterben.

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