Markus Lanz (ZDF): „Doc Caro“ aus Essen hält Armin Laschet Standpauke – auch Moderator lässt nicht locker

Das ist Markus Lanz

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Es war ein denkwürdiger Auftritt von Armin Laschet bei Markus Lanz. Auch, weil der Moderator den CDU-Chef nahezu vorführte.

Bereits bei der Begrüßung schont Markus Lanz seinen Gast Armin Laschet keineswegs: Dieser sei von Kanzlerin Merkel „in aller Öffentlichkeit bloßgestellt“ worden und habe von Markus Söder am Dienstag auf einer Pressekonferenz „den nächsten Ellbogencheck“ kassiert.

Markus Lanz: Armin Laschet (CDU) gerät ins Kreuzfeuer

In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz präsentiert sich Armin Laschet angefasst – und teilt besonders gegen seinen Kontrahenten um die Kanzlerkandidatur deutlich aus. Dann hält ihm auch noch die Essener Oberärztin Carola Holzner eine Standpauke!

Markus Lanz (ZDF) zu Armin Laschet: „Merkel beschädigt Sie als CDU-Chef und möglichen Kanzlerkandidaten!“

Bei Anne Will hatte Angela Merkel die Frage bejaht, ob Armin Laschet gegen die vereinbarten Notbremse-Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz verstoße. Darauf von Markus Lanz angesprochen wiegelt der CDU-Vorsitzende ab: Die ARD-Moderatorin habe nur „sehr geschickt“ nachgefragt. Doch so einfach lässt ihn Lanz nicht davonkommen. Er stellt klar: Es war die Kanzlerin selbst, die NRW ins Spiel gebracht hat. „Das war kein Zufall!“, so der ZDF-Mann.

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Die Gäste bei Markus Lanz am 30. März:

  • Armin Laschet: NRW-Ministerpräsident (CDU)
  • Dr. Carola Holzner: Leitende Oberärztin in der Notaufnahme im Universitätsklinikum Essen
  • Boris Palmer: Oberbürgermeister von Tübingen (Grüne)
  • Dr. Helene Bubrowski: Korrespondentin in der Parlamentsredaktion in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"

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NRW-Ministerpräsident schaut verkniffen und sucht nach Worten. Schließlich sagt er: „Ich kenne Frau Merkel so gut, wir haben ein so gutes Vertrauensverhältnis und ich bin sicher, sie wollte damit keinen Schaden auslösen.“

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Armin Laschet betont, dass NRW bei der Corona-Notbremse nur bei einer einzigen Frage eine kleinen Sonderweg einschlägt, nämlich bei Kommunen, die eine Teststrategie haben, „weil wir mehr Menschen zu den Testlaboren bringen wollen“. Mit einem zertifizierten Corona-Test sei ein Terminshopping in den Läden auch bei Inzidenzen über 100 möglich. „Das ist der einzige Unterschied.“

Markus Lanz lässt nicht locker: Warum die Kanzlerin aber ausgerechnet den neugewählten CDU-Vorsitzenden Armin Laschet als Negativbeispiel vor dem Millionenpublikum angesprochen hat, bohrt er immer weiter nach. „Sie beschädigt Sie als CDU-Chef und möglichen Kanzlerkandidaten!“, behauptet Lanz. Laschet schüttelt den Kopf: „Ich empfinde das nicht so!“, entgegnet er trotzig.

Er habe sich über den Satz Merkels in der ARD-Talkshow nicht gefreut, aber in der Pandemie müsse es auch „zwischen einem CDU-Chef und einer Kanzlerin mal einen unterschiedlichen Akzent in einem kleinen Detail geben können.“

Armin Laschet schießt gegen Söder bei Markus Lanz (ZDF): Sticheleien sind „völlig unangemessen“

Lanz fordert seinen Gast weiter und geht nun über zu Markus Söder, der am Dienstag sagte, er finde den öffentlichen Streit zwischen Merkel und Laschet „seltsam“. „Das ist auch nicht angemessen“, macht Laschet klar. Bei der Person Söder wird er angriffslustiger als beim Thema Merkel. „Wenn die CSU die Kanzlerin immer so gut behandelt hätte wie die CDU-Landesverbände und ich das getan haben, wäre uns manches erspart geblieben“, schießt er gegen München zurück.

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Das ist Armin Laschet:

  • geboren am 18. Februar 1961 in Aachen
  • seit 2017 Ministerpräsident von NRW
  • Vorsitzender der Landesfraktion der CDU
  • Kandidat für Vorsitz der Bundes-CDU und damit wäre er vermutlich auch Kanzlerkandidat
  • während Corona-Krise drängte Laschet früh auf Lockerungen
  • sprach sich vor deren Einführung gegen die Gleichstellung der homosexuellen Ehe mit der konventionellen Ehe aus

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Dann wird es richtig spannend: Lanz stellt fest, dass der Satz von Söder „auch nicht zufällig“ gefallen sei, woraufhin Laschet nickt: „Das ist wahr.“ Der NRW-Ministerpräsident ist angefressen: „Ich finde es rund um diese Pandemie völlig unangemessen, irgendwelche parteipolitischen Spielchen oder Sticheleien zu machen“. Er habe und werde das nicht machen. „Ich würde nie anderen Ratschläge geben, was sie zu tun haben. So ist das!“ Jeder der 16 Ministerpräsidenten kümmere sich um sein Land, keiner brauche eine „Belehrung“. Die CDU als Ganzes wolle diese Sticheleien nicht, „da bin ich todsicher“. Das Duell um die Kanzlerkandidatur der Union findet in diesen Minuten offen im ZDF-Studio statt!

Markus Lanz (ZDF): Oberärztin aus Essen genervt über Pandemie-Wahlkampf in der Union

Die Essener Oberärztin Dr. Carola Holzner (im Netz bekannt als „Doc Caro“) ist irgendwann in der Sendung sichtlich genervt. Zunächst kritisiert die NRW-Bürgerin die Schulpolitik der Landesregierung in der Corona-Krise.

Dann geht sie auf den Lachet-Söder-Merkel-Streit ein. Als „Otto Normalbürger“ wolle sie wissen, welchen Plan die Politik in der Pandemie verfolgt, nicht etwas über Parteipolitik und Wahlkampf hören. Es herrsche nicht mal eine Einigkeit zwischen Merkel und Laschet. „Die Leute wollen ein Konzept“ und „wüssten nicht mehr, was gilt und woran man sich halten soll. Öffnen wir, schließen wir, ab welcher Inzidenz gilt was.“ Es gebe „überhaupt keine Stringenz“ in der Pandemiebekämpfung. Die Wortneuschöpfung „mütend“ bringe die Stimmungslage im Land gut auf den Punkt, eine Mischung aus wütend und müde.

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Das ist Doc Caro aus Essen:

  • Voller Name: Dr. Carola Holzner
  • Oberärztin im Universitätsklinikum Essen (Notaufnahme)
  • Führt bei Facebook einen Medizin-Blog
  • Während der Corona-Pandemie hat sich das Interesse an ihren Beiträgen vervielfacht
  • Mittlerweile hat Doc Caro fast 150.000 Abonnenten bei Facebook

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Laschet zischt zurück: „Finden Sie das Deutschland so schlecht durch die Krise gekommen ist im Vergleich zu allen anderen Ländern der Welt?“ Niemand habe ein Patentrezept für diese Krise.

„Läuft“: Am Ende gibt Lanz seinem Gast Laschet noch einen mit

Zuletzt piesackt Lanz seinen Gast noch mit den jüngsten Affären in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Maskendeals und fragwürdigen Aserbaidschan-Kontakten mancher Abgeordeter. Die Verabschiedung ist dann eine verbale Ohrfeige für Laschet: „Vielen Dank, Herr Laschet. Sie haben eine Menge vor. Bald Kanzlerkandidat. Läuft!“ Über diese spöttisch zu interpretierende „Läuft“-Bemerkung muss sogar der Ministerpräsident selbst lachen.

Bittere Zahlen für Laschet

Armin Laschet macht nicht nur bei Markus Lanz eine schwierige Zeit durch. Auch in der Union sinkt seine Beliebtheit stetig (hier alle Infos).