Markus Lanz (ZDF): Virologe Kekulé sorgt mit Hammer über AstraZeneca für Aufregung

Das ist Markus Lanz

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Ein Satz von Virologe Alexander Kekulé bei Markus Lanz (ZDF) schlägt im Netz hohe Welle. Er äußerte sich über die Corona-Impfstoffe und sorgt damit für Aufsehen bei vielen Zuschauern.

Wenn man jedoch seine ganze Aussage in der Talkshow von Markus Lanz im Kontext hört, erscheint die Aussage wieder in einem anderen Licht.

Markus Lanz (ZDF): Ein Satz von Virologe Kekulé schlägt hohe Wellen

Der Corona-Experte fordert zunächst bei Markus Lanz, dass die Altersgruppe der über 70-Jährigen erstmal nur eine Impfdosis erhalten solle, damit es schneller vorangeht. Bei dem Impfstoff von BionTech ergebe das nach aktuellen Daten aus Israel und Schottland eine Schutzwirkung von bereits 85 Prozent.

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Mehr zu Lanz-Gast Alexander S. Kekulé

  • Der 62-Jährige Virologe wurde als Experte während der Coronavirus-Krise bekannt.
  • Er ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle.
  • Der Professor ist Sohn der Autorin Dagmar Kekulé, die auch Drehbücher für mehrere Filmproduktionen geschrieben hat.
  • Kekulé selbst spielte als Kind die Hauptrolle in dem Filmdrama "Bübchen" (1968).
  • Er selbst ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.

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„Darum fordere ich ja schon lange, dass wir wirklich in Deutschland die ü70-Generation erstmal konsequent durchimmunisieren mit dem BionTech-Impfstoff, der da wirksam ist. Erstmal eine Dosis für jeden“, so Kekulé. Der pragmatische Grund: „Weil wir damit das Sterben beenden!“

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Jedoch räumt Kerkulé gleichzeitig ein, dass er mit dieser Position in der Minderheit sei. Die WHO, das Robert-Koch-Institut und die Mehrheit der deutschen Virologen empfehlen weiterhin zwei Impfdosen für den vollen Schutz hintereinander innerhalb weniger Wochen. Er selbst denke jedoch, dass man die zweite Impfung auch sechs Monate später verabreichen könnte. Die Briten wären so vorgegangen und hätten damit Erfolg.

Heikle Aussage bei Markus Lanz (ZDF) über AstraZeneca

Dann kommt es zu der heiklen Aussage. Markus Lanz spricht an, dass in Deutschland 2,5 Millionen Impfdosen herumliegen, auch weil viele den Impfstoff AstraZeneca ablehnen. Ob das Vakzin von AstraZeneca gut sei, will der Moderator vom Virologen wissen.

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Kerkulé antwortet: „AstraZeneca ist ein guter Impfstoff, aber es gibt auch sehr gute Impfstoffe.“ Er sei für offene Kommunikation und führt deshalb aus: Die 60-70 Prozent Effizienz, von der man bei AstraZeneca ausgehe, reiche „definitiv nicht aus, um eine Herdenimmunität zu erreichen.“ Zudem wirke dieser Impfstof „höchstwahrscheinlich nicht so gut bei den südafrikanischen und brasilianischen Varianten“ und rufe wohl eine stärkere Impfreaktion hervor, also mehr Nebenwirkungen.

Dann fällt der Hammer-Satz: „Deswegen sage ich mal ein bisschen provokativ: Die Wahrheit ist, AstraZeneca ist ein Impfstoff zweiter Klasse.“ Kekulé meint das im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen von Moderna und BionTech. Jedoch stellt er im selben Atemzug klar: „Besser zweiter Klasse mit der Bahn fahren als zu Fuß gehen!“

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Kekulé bei Markus Lanz: Darum hat er kein Verständnis für AstraZeneca-Verweigerer

Der Professor habe kein Verständnis für jene, die sich AstraZeneca nicht spritzen lassen wollen. Das sei so, als wenn man nur mit dem Flugzeug fliege, wenn man in der First Class sitzen kann. Der Schutz bei dem AstraZeneca-Wirkstoff sei stark.

Bei 60 bis 70 Prozent der Geimpften werde eine Covid-19-Erkrankung verhindert, sie würden gar keine Symptome entwickeln. Doch auch bei den anderen rund 30 Prozent habe er eine Wirkung. Die Krankheit würde bei ihnen „wesentlich harmloser“ verlaufen, mit leichteren Symptomen. Sie hätten definitiv eine „wesentlich bessere Chance, nicht an Covid zu sterben.“

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Lanz-Dauergast Karl Lauterbach: „Dass Astra Ladenhüter ist, ist echt absurd“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte fast zeitgleich über Twitter auf eine neue Studie aus Großbritannien aufmerksam gemacht, die belegen soll, dass der AstraZeneca-Impfstoff doch auch bei den über 80-Jährigen nach der ersten Dosis deutliche Effekte zeigt. Die Krankenhauseinweisungen sinken fast identisch wie beim BionTech-Impfstoff um 80 Prozent. Er hält deswegen die Empfehlung der Stiko, der Ständigen Impfkommission in Deutschland, das Vakzin nur an unter 65-Jährige zu spritzen, für einen Fehler.

Schon vor drei Tagen hatte Markus Lanz-Gast Lauterbach einen „Spiegel“-Artikel über Twitter geteilt und geschrieben: „In der Praxis verhindert Astra-Impfstoff fast alle tödlichen Fälle. Nach 12 Wochen 2. Dosis verhindert 80 Prozent aller Fälle. Dass er als Ladenhüter in Impfzentren liegt, ist echt absurd.“