Markus Lanz (ZDF): Virologe Streeck bei Corona-Impfstoff alles andere als euphorisch

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

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Die Meldung, dass die deutsche Firma BioNTech zusammen mit dem Pharmariesen Pfizer auf der Zielgeraden bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes ist, schlug am Montag ein wie eine Bombe. Auch bei Markus Lanz ist der mögliche Impfstoff-Durchbruch am Dienstag ein Thema.

Doch Virologe Hendrik Streeck klingt bei Markus Lanz nicht ganz so euphorisch wie manch andere. Es sei „irre schnell“ gegangen bei der Impfstoff-Entwicklung, man wisse fast noch gar nichts, man kenne keine Daten.

Markus Lanz (ZDF): Virologe Streeck klingt bei Corona-Impfstoff alles andere als euphorisch

Aus Sicht von Streeck ist nun die Phase 3 „alles entscheidend“. Ob der Impfstoff Nebenwirkungen hat, wisse man erst nach dieser laufenden Phase, denn bei „so viele Menschen, die da geimpft werden, da fallen auch mal seltenere Nebenwirkungen auf“, so Streeck. Aktuell läuft der Test mit rund 43.000 Freiwilligen. „Deswegen ist es so wichtig, dass jetzt nicht sofort dieser Impfstoff auf die Menschen losgelassen wird“, mahnt der Virologe.

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Die Gäste bei Markus Lanz (ZDF) am 10. November 2020:

  • Michael Müller: Regierender Bürgermeister Berlins (SPD)
  • Professor Hendrik Streeck: Virologe
  • Dr. Carola Holzner: Oberärztin
  • Johannes Hano: New-York-Korrespondent des ZDF
  • John Bolton: Ex-Sicherheitsberater Donald Trumps

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Ob er sich selbst impfen lassen würde, will Lanz von Streeck wissen. Dieser outet sich als Fan von Impfungen. Konkret bei diesem neuen möglichen Corona-Impfstoff klingt er aber zurückhaltender. Er würde sich zunächst anschauen, wogegen der Impfstoff schützt, ob gegen die Erkrankung Covid-19 oder gegen die Infektion. „Ich würde mir das Risikoprofil ganz genau anschauen wollen. Ich nehme nicht alles, aber wenn es ein funktionierender, sicherer Impfstoff ist, würde ich auch den nehmen." Markus Lanz bemerkt: „Sie drücken sich ein wenig um die Antwort.“

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Hendrick Streeck bei Markus Lanz über Corona-Impfstoff: Bis „spät ins nächste Jahr“

Dann möchte der ZDF-Moderator wissen, ob die Euphorie, die es plötzlich in Deutschland und in aller Welt gab, zu früh ausbrach. „Ich habe mich gefragt: Ist da die nächste Enttäuschung schon angelegt?“, wifft Lanz ein.

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Aus Sicht von Streeck sei Optimismus schon angebracht, aber er sagt auch, dass ein Corona-Impfstoff keine schnelle Lösung der Krise bringen. Es könnten „so viele Impfdosen gar nicht so schnell produziert werden, wie man das weltweit gerne würde“. Zudem müsste der Impfstoff bei -70 Grad gelagert werden, was zusätzliche logistische Probleme mit sich bringt und jeder Mensch brauche zwei Impfungen für den wirksamen Schutz.

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Deshalb rechnet Streeck damit, dass es „spät bis ins nächste Jahr“ dauern würde, bis die Breite der Menschen mit einem Impfstoff versorgt wären.

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