Markus Lanz im ZDF: Als es um dieses Thema geht, kippt die Stimmung – „Katastrophe!“

Karl Lauterbach forderte bei Markus Lanz im ZDF radikale Maßnahmen gegen den Klimawandel.
Karl Lauterbach forderte bei Markus Lanz im ZDF radikale Maßnahmen gegen den Klimawandel.
Foto: Screenshot: ZDF

Am Anfang der ZDF-Talkrunde mit Markus Lanz geht es am Mittwoch vor dem Tag der Deutschen Einheit noch locker zu. Weil einer der Gäste auf sein absolutes Markenzeichen verzichtet: Karl Lauterbach (56) tritt öffentlich ohne Fliege auf. „Meine Töchter empfehlen mir, ich müsste jünger und dynamischer wirken“, so der SPD-Politiker, der gemeinsam mit Nina Scheer um den Parteivorsitz kämpft.

Doch spätestens beim Klimapaket und der Fridays-for-Future-Bewegung nimmt die Diskussion bei Markus Lanz Fahrt auf. Auch in diesem Punkt spielen seine eigenen Kinder eine entscheidende Rolle.

Karl Lauterbach bei Markus Lanz im ZDF: „Wir müssen radikaler werden“

Karl Lauterbach lehnt das von der Groko ausgehandelte Klimapaket strikt ab. Es sei wie ein „Medikament, was so niedrig dosiert ist, dass ich niemals die Wirkung habe“, kritisiert das Bundestagsmitglied. Dabei beruft er sich auf Meinungen zahlreicher Wissenschaftler.

Wegen deren Warnungen vor einem rapiden Verlauf des Klimawandels schwingt sich der 56-Jährige auch auf die Seite der Fridays-for-Future-Bewegung: „Meine eigene Tochter demonstriert gegen uns auf der Straße. Von daher müssen wir da radikaler werden“, fordert Lauterbach - aus teilweise pragmatischen Gründen.

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„Damit können wir Wahlen gewinnen“

So spürt der 56-Jährige beim Thema Klimaschutz: „Damit können wir Wahlen gewinnen.“ Die Dringlichkeit habe er in den letzten zehn Jahren nicht gesehen. Doch wegen aktueller Studien aus der Wissenschaft habe er seine Meinung geändert.

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Mit seiner Haltung versucht Lauterbach derzeit auf den Regionalkonferenzen der SPD für sich als Vorsitzenden der Partei zu werben. Damit stellt er sich öffentlich gegen Olaf Scholz.

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Klimapaket? „Das ist eine Katastrophe“

Dem wohl prominentesten Mitbewerber auf die Parteispitze widerspricht er in maßgeblichen Punkten. Im Gegensatz zu Scholz fordert der 56-Jährige den Austritt der SPD aus der GroKo und plädiert für staatliche Investitionen jenseits der „schwarzen Null“.

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Teile des Klimapakets hält Lauterbach für wenig zielführend. Wie etwa den festgelegten Mindestabstand von 1.000 Metern zwischen zwei Windrädern: „Das ist eine Katastrophe“, kritisiert er.

Journalistin warnt: „Radikalität ist der falsche Weg“

Stattdessen plädiert der SPD-Politiker für deutlich radikalere Maßnahmen. Markus Lanz entlockt Lauterbach daraufhin vier konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels:

  • CO2-Preis auf 50 Euro anheben (1 Liter Diesel damit z.B. 15 Cent teurer)
  • Massiver Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs inklusive 350-Euro-Ticket
  • Massiver Ausbau erneuerbarer Energien - auch Enteignungen (gegen Entschädigungen) für Wärmetrassen denkbar
  • CO2-Ausstoß verringern durch Ausbau des E-Auto-Ladenetzes

Dagmar Rosenfeld (45), die für die „Welt“ die Regionalkonferenzen der SPD begleitet, warnt allerdings: „Radikalität ist der falsche Weg.“ Der Klimaschutz sei nach Ansicht der Journalistin eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Parallelen zu Flüchtlingspolitik

„Klimapolitik darf nicht wie die Flüchtlingsthematik zu einem Spaltungsthema werden“, so Rosenfeld. Zwar würden mehr als die Hälfte der Deutsche den Klimawandel als die größte Aufgabe der Gegenwart betrachten. Aber: „63 Prozent wollen keine höheren Benzinpreise“, merkt die 45-Jährige an.

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Markus Lanz:

  • Das ist die Fernsehsendung „Markus Lanz“:
  • „Markus Lanz“ ist eine Talkshow im ZDF, benannt nach Moderator Markus Lanz.
  • Die 75-minütige Sendung wird dienstags bis donnerstags am späten Abend ausgestrahlt.
  • Meistens wird die Sendung einige Stunden vor der Ausstrahlung in einem TV-Studio in Hamburg-Altona aufgezeichnet, mitunter gibt es auch Live-Übertragungen.
  • In jeder Ausgabe der Show empfängt Markus Lanz vier bis fünf (meist prominente) Talk-Gäste, mit denen er zu einem pro Sendung jeweils neuen Thema spricht.

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Lauterbach: Schwarze Null ist nicht einzuhalten

Das weiß auch Karl Lauterbach. Aufgabe der Politik sei es deshalb, den Bürger von der Wichtigkeit der Maßnahmen zu überzeugen. Das ginge über Anreize (Nahverkehr) und Prämien. Die „schwarze Null“ sei dann zwar nicht einzuhalten, aber das müsse einkalkuliert werden um die Generation seiner Töchter nicht zu verlieren.

 
 

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