„Heute Show“ (ZDF) entschuldigt sich für geschmacklosen Gag – doch dieses Statement macht Zuschauer nur noch wütender

Moderator Oliver Welke präsentiert seit 2009 die „Heute Show“ (ZDF).
Moderator Oliver Welke präsentiert seit 2009 die „Heute Show“ (ZDF).
Foto: picture alliance/dpa/ZDF | Sascha Baumann

Ein Post der „Heute Show“ (ZDF) ging vielen Zuschauern deutlich zu weit. Und es stellt sich nun die Frage: Was darf Satire eigentlich?

Mit einem flapsigen Tweet zum Holocaust-Gedenktag hat die Redaktion der „Heute Show (ZDF) den Zorn der Zuschauer auf sich gezogen. Hinterher reagierte das Team der ZDF-Sendung rigoros, machte die Situation damit aber nur noch schlimmer.

„Heute Show“ (ZDF) postet flapsigen Tweet – der erzürnt die Zuschauer

Es fing an mit einem Tweet. Er lautete: „Dinge, die man mal vergessen kann: Milch, Butter, Mehl. Dinge, die man nie vergessen darf: den Holocaust. #WeRemember #HolocaustGedenktag“

+++ AfD: Holocaust-Überlebende (88) hält den Rechten Standpauke im Bundestag +++

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Mehr über die ZDF-„Heute Show“:

  • Die ZDF-Show läuft seit 2009
  • Moderiert wird die Satiresendung von Oliver Welke.
  • Zum Team gehören außerdem unter anderem Martina Hill, Christian Ehring, Dietrich Hollinderbäumer, Hans-Joachim Heist, Lutz van der Horst, Hazel Brugger und Fabian Köster.
  • Die Sendung erhielt verschiedene Auszeichnungen, wie den Grimme-Preis, den Bambi und den Deutschen Comedypreis.

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Ging die ZDF-Satiresendung damit zu weit? Aus Sicht vieler Twitter-Nutzer auf jeden Fall! Aus ihr Sicht war der Witz geschmacklos, insbesondere am internationalen Holocaust-Gedenktag.

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Weitere Artikel über die ZDF-„Heute Show“:

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Also reagierte die „Heute Show“ und entfernte den Tweet wieder. Dazu gab es folgende Stellungnahme über Twitter: „Die Absicht unseres heutigen Tweets zum Gedenktag war erkennbar gut gemeint, die Umsetzung für manche Menschen leider missverständlich. Deswegen haben wir ihn gelöscht.“

Doch genau diese Erklärung der „Heute Show“ sorgte im Netz für eine neue Empörungswelle:

  • „Die Menschen, die missverstehen, sind also schuld, dass ihr den Tweet gelöscht habt? Die nicht erkennen, was doch „erkennbar“ ist? Nicht etwa, weil er unterirdisch war? Echt jetzt? Ihr macht die Sache schlimmer, als sie sowieso schon war.“
  • „Cool, jetzt sind also auch noch die Leute schuld, die euren bekloppten Tweet falsch fanden. Was seid ihr nur für unfähige, ignorante Kasper.“
  • „'Erkennbar gut gemeint' zeigt wieder wie fernab jeglicher Realität der öffentlich-rechtliche Rundfunk agiert.“
  • „Ich mache mal einen Vorschlag, wie man so etwas glaubwürdig schreibt: 'Es gibt nichts zu beschönigen: Unser Tweet war unsensibel und dumm. Leider hat uns erst Ihr kritisches Feedback die Augen geöffnet. Wir bitten um Entschuldigung und löschen den Tweet.'“
  • „Es heißt 'Entschuldigung'.“

Allerdings gab es auch Stimmen, die das alles für übertrieben hielten. Schließlich habe die Grundaussage des Tweets doch gestimmt: Den Holocaust dürfe man niemals vergessen.

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Weitere Politik-Nachrichten:

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27. Januar: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz befreit. Seit 1996 dieser Tag in Deutschland der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten ihn 2005 zusätzlich zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Damit hätte niemand gerechnet! Was ist denn bloß mit Oliver Welke passiert. Er zeigt sich ganz verwandelt.

Mit diesem Ekel-Vergleich sorgte die Satireshow vor Kurzem für Furore.