„Hartz 4“-Empfängerin stellt fragwürdige Theorie auf! „Wenn ich arbeiten würde, wäre es für mich auch okay“

Janine kann nicht verstehen, wieso sich manche Menschen über das Verhalten von einigen „Hartz 4“-Empfängern aufregen.
Janine kann nicht verstehen, wieso sich manche Menschen über das Verhalten von einigen „Hartz 4“-Empfängern aufregen.
Foto: Screenshot TVNOW

„Hartz und herzlich“ begleitet zahlreiche „Hartz 4“-Empfänger in Deutschland. Die RTL2-Kameras zeigen nicht nur den Alltag der Arbeitslosen, sondern bieten ihnen auch eine Plattform, um sich gegen Vorurteile zu wehren.

So auch im Fall von „Hartz 4“-Empfängerin Janine. Ausgerechnet der Brief eines RTL2-Zuschauers lässt die 24-Jährige ausrasten.

Hartz 4“-Empfängerin erhält Hassbrief

Janines Mutter Beate bezieht seit fünf Jahren „Hartz 4“. Und auch Janine selbst beansprucht als alleinerziehende Mutter von Zwillingen das Arbeitslosengeld. Als ihre Mama Beate einen Hassbrief zugeschickt bekommt, platzt Janine der Kragen.

Die 52-Jährige reagiert ziemlich gelassen auf den Brief eines Zuschauers. Vor der Fernsehkamera liest sie den Text laut vor: „Ich habe, wenn ich Sie sehe, schon so eine Wut. Sie leben auf Staatskosten. Künstliche Fingernägel – die sind echt, wohlgemerkt –, Nikotin, Tätowierungen.“ Der Verfasser des Briefes wirft den Darstellern der RTL2I-Sendung vor, sie würden über ihre Verhältnisse leben.

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Das ist „Hartz 4“:

  • „Hartz 4“ bedeutet eigentlich Arbeitslosengeld II
  • Das Arbeitslosengeld wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • „Hartz 4“ soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Potenzielle Empfänger müssen 2020 einen Antrag beim Jobcenter stellen

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Hartz 4“-Empfängerin will sich „auch mal was gönnen“

Beate kann die Wut des Zuschauers nicht verstehen. „Warum sollte man sich mit 'Hartz 4' nicht mal was gönnen können? Ich fahre ja nicht auf die Malediven“, protestiert die 52-Jährige. Der Autor des Briefes fordert Beate dazu auf, sich „endlich einen Job“ zu suchen.

Die Blondine ist mehr als verärgert. Vor allem die Oberflächlichkeit vieler Menschen macht sie wütend. Sie habe das Gefühl, dass ein Zuschauer, der nur einen Ausschnitt aus ihrem Leben im Fernsehen sieht, nicht das Recht habe, über sie zu urteilen.

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Hartz 4“-Empfängerin hat kein Verständnis für diejenigen, die „nichts mit ihrem Geld anfangen“

Die harten Worte des Zuschauers kann auch Tochter Janine offenbar nicht auf sich sitzen lassen. „Die sollen sich über die aufregen, die 'Hartz 4' bekommen und nichts mit ihrem Geld anfangen“, mischt sich die 24-Jährige ein. Janines Theorie sei demnach, dass es besser ist, das Arbeitslosengeld vollständig zu nutzen, statt es anzusparen. Ob ihr dabei die Steuerzahler zustimmen würden? Fraglich.

„Wir kaufen für die Kinder ein, wir haben gute Möbel, wir sind sauber und darum geht's. Wenn ich arbeiten würde, wäre es für mich auch okay, wenn ich sehe, jemand kriegt mein Geld und er macht wenigstens etwas daraus“, erklärt die 24-Jährige ihren Gedanken.

Zum Abschluss stellt Beate klar, dass ihr die Leute keine Briefe schicken, sondern lieber den Mut aufbringen und sie persönlich konfrontieren sollen.

 
 

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