„Hart aber fair“: Experte spricht Klartext – „Die 6000 Corona-Toten hätte man verhindern können“

Bei „hart aber fair“ wurde über das Coronavirus und seine Auswirkungen diskutiert.
Bei „hart aber fair“ wurde über das Coronavirus und seine Auswirkungen diskutiert.
Foto: ARD

In fast keiner Talk-Sendung im deutschen Fernsehen wird nicht auch über Covid-19 gesprochen.

Das Coronavirus beschäftigt das soziale Leben, die Gesundheit, die Wirtschaft und auch sämtliche Talkshows im Fernsehen. Nun hat sich auch Frank Plasberg als Moderator von „Hart aber fair“ (ARD) mit seinen Gästen zu dem Thema ausgetauscht. Die Aussage eines Soziologen sorgte dabei für Aufregung.

Zu Gast in der Sendung „Hart aber fair“ (ARD) waren eine Professorin für Infektiologie, eine Kassiererin, ein Mitglied der Gruppe „BAP“, ein Polizist und der Soziologe Martin Schröder von der Universität in Marburg.

Bei „Hart aber fair“ sorgt Soziologe mit Aussage für Aufregung

Während Frank Plasberg den größten Teil der Sendung mit den immer wieder kehrenden Fragen nach dem Alltag zu Corona-Zeiten bestritt, zeigte ihm zunächst die Kassiererin Jolanta Schlippes auf charmante Art seine Grenzen als Moderator auf.

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Die Frau, die an der Supermarktkasse teilweise mit ganz anderen Kalibern an Kunden zu kämpfen hat, brachte Plasberg zur Verzweiflung. Als sie auf die Frage, ob sie zufrieden mit ihrem Gehalt sei, schlicht „Ja“ antwortete, stotterte Plasberg weiter zum nächsten Thema. Aus dem Konzept gebracht, weil die Antwort nicht mit dem typischen Klischee übereinstimmte.

Corona-Tote hätten verhindert werden können

Der Soziologe Martin Schröder hingegen warf eine ganz andere These in den Raum. „Die bisher 6000 Corona-Toten in Deutschland hätte man verhindern können“, sagte er, als er auf die Aussage von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble angesprochen wurde.

Schäuble hatte einige Tage zuvor davor gewarnt, dem Schutz von Leben in der Krise alles unterzuordnen. Es gebe einen absoluten Wert im Grundgesetz, das sei die Würde des Menschen. „Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“, sagte Schäuble.

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Martin Schröder ist sich sicher, dass das menschliche Leben heutzutage mehr Wert geschätzt wird, als es das zum Beispiel zu Zeiten des Ersten Weltkriegs getan wurde. Allerdings könnten sich diese Schätzung auch nur extrem reiche und hochentwickelte Gesellschaft leisten.

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Stärkere Beschränkungen hätten mehr Menschenleben gerettet

„Es ist im Endeffekt immer eine Abwägung, wie viel das menschliche Leben wert sein soll. Man hätte die 6000 Corona-Toten in Deutschland vermutlich verhindern können, wenn man wie andere Länder bestimmt, dass niemand das Haus verlässt außer zum Einkaufen. Deswegen war es jetzt schon eine Abwägung, wie viel sind uns die Toten wert und was sind wir bereit dafür zu bezahlen?“

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Allerdings betonte er auch, dass der Wert eines jeden einzelnen Menschen extrem hoch angesetzt sei, das wiederum können sich aber eben nur die reichen Gesellschaften leisten.

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