Duisburg: Polizei sucht weiter nach Mutter von totem Baby „Mia“ – und stößt auf ein ganz anderes Verbrechen

Kommissar Jan Bietzig von der Polizei Duisburg am Grab von Baby Mia.
Kommissar Jan Bietzig von der Polizei Duisburg am Grab von Baby Mia.
Foto: Screenshot ZDF

Der Fall des toten Babys aus Duisburg, das in einer Sortieranlage für Altkleider gefunden wurde, hatte bundesweit für Schock und Trauer gesorgt. Von der Mutter fehlt bis heute jede Spur.

Jetzt sucht der Leiter der Ermittlungskommission der Polizei Duisburg in der ZDF-Sendung „Hallo Deutschland“ nach der Mutter.

Duisburg: Chefermittler sucht Mutter von totem Baby

Das tote Baby aus Duisburg wurde im Herbst 2018 in einer Sortieranlage für Altkleider in der polnischen Stadt Kielce gefunden.

Durch eine Rekonstruktion der Lieferwege fanden die Ermittler raus, dass der Säugling Ende Oktober/Anfang November in einem Altkleider-Container in Duisburg abgelegt wurde, wie du >>>>hier noch einmal lesen kannst.

Doch von der Mutter des Säuglings fehlt bis heute jede Spur. Deshalb spricht Kriminalhauptkommissar Jan Bietzig bei „Hallo Deutschland“ über den Fall, der ihm bis heute „unter die Haut geht“. Er und sein Team tauften das Baby auf den Namen „Mia“, denn: „Jeder Mensch hat einen Namen“, so der Ermittler.

Trauriges Phänomen „Neonatizid“

Das Obduktionsergebnis von Mia bestätigte einen traurigen Verdacht: Das Mädchen kam lebend zur Welt, wurde vermutlich von der Mutter oder deren Partner absichtlich in den Altkleidercontainer gelegt.

Laut Fallanalytikerin Barbara Ernst vom Landeskriminalamt NRW geschieht die Tötung eines Neugeborenen in den ersten 24 Stunden nach der Geburt, der sogenannte „Neonatizid“, immer aus den gleichen Gründen.

So haben die Mütter das „subjektive Empfinden, dass das Kind nicht in ihre jetzige Lebenssituation passt“, erklärt Ernst bei „Hallo Deutschland“. Grund dafür können ein Studium, eine Ausbildung oder die Familie, die kein Kind möchte, sein.

Im Endeffekt bauen die werdenden Mutter keine emotionale Bindung zu ihrem Baby auf, denken: „Das Problem muss weg“. Die Geburt kommt dann überraschend, es kommt zur Kurzschlusshandlung, führt Barbara Ernst aus.

Ermittler geben nicht auf

Bei der Suche nach den Angehörigen von Mia hat die Polizei Duisburg alle 400 Altkleidercontainer der Stadt durchsucht, ist vielen Hinweisen nachgegangen.

Dadurch konnte ein anderes Verbrechen an einem toten Säugling gelöst werden, der zeitweise als ein Geschwisterkind von Mia vermutet wurde. Eine DNA-Untersuchung hat allerdings eine Verbindung beider Fälle ausgeschlossen.

------------------------------

Mehr Themen:

-------------------------------

Auch wenn Mia im Januar 2019 auf einem Duisburger Friedhof beigesetzt wurde und dort ihre letzte Ruhe fand, will Kriminalhauptkommissar Jan Bietzig den Fall nicht ruhen lassen.

Durch den Fernseh-Beitrag erhofft er sich, neue Hinweise zu Mias Schicksal zu erhalten. Zeugen können sich rund um die Uhr bei der Polizei Duisburg unter 023-2800 melden oder auch eine E-Mail an mia@polizei.nrw schicken. (kv)

 
 

EURE FAVORITEN