Anne Will: Wissenschaftlerin knallhart – „Ich glaube die Worte nicht mehr...“

ARD-Talkmasterin Anne Will.
ARD-Talkmasterin Anne Will.
Foto: Screenshot ARD

Auch in der ARD-Talkshow von Anne Will ging es am Sonntag wieder um das Thema Coronavirus. Fragestellung in dieser Sendung; „Raus aus dem Corona-Stillstand – hat die Regierung hierfür den richtigen Plan?“

Um es vorwegzunehmen. Ob die Regierung denn nun den richtigen Plan habe, das konnten auch Anne Will und ihre Gäste Olaf Scholz, Hildegard Müller, Markus Söder, Robert Habeck und Jutta Allmendinger nicht komplett beantworten. Doch in einem Talk, der ausnahmsweise komplett ohne Virologen auskam, kamen zumindest spannende Wirtschaftsthemen auf den Tisch.

Anne Will: Wissenschaftlerin mit erschreckender Prognose

Dabei zeigte vor allem Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung klare Kante. Denn auf die Frage von Anne Will, ob die Lasten gerecht auf alle Schultern der Gesellschaft verteilt würden, antwortet die studierte Soziologin, Psychologin, Sozialpsychologin und Arbeitsmarktforscherin mit einem klaren „Nein“.

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Anne Will: Die Gäste am Sonntagabend (3. Mai 2020)

  • Olaf Scholz (SPD) - Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen
  • Hildegard Müller - Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA)
  • Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) - Parteivorsitzender
  • Jutta Allmendinger - Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)

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„Das werden sie nicht“, so Allmendinger weiter. „Das sehen wir an einer ganzen Menge von Dingen. Ich glaube mittlerweile die Worte nicht mehr, dass die systemrelevanten Berufe nachher eine ganz andere Tarifierung bekommen. Das sind 72 Prozent Frauen. Wenn wir über die ganze Automobilindustrie sprechen, die ganzen Zulieferungen, Gummi, alles mögliche, dann sind das reine Männerjobs. Jedenfalls zu mehr als 75 Prozent. Wenn ich mir anschaue, was an Schulen läuft, dann läuft das super in Schulen, die in guten Gegenden sind.

Die kriegen ihren digitalen Unterricht. In anderen Schulen in benachteiligten Schulen ist das Gegenteil der Fall. Ich weiß, dass Bildung das Moment ist, das nicht nur auf dem Arbeitsmarkt zählt, sondern uns auch durch solche Krisen ganz anders durchkommen lässt, weil uns das Vertrauen in die Zukunft gibt, weil uns das Selbstvertrauen gibt.“

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Anne Will: Drei Jahrzehnte verloren

Zusammengefasst bedeutet das, so Allmendinger: „Die Gruppen unterscheiden sich nach Bildung. Die Gruppen unterscheiden sich nach familiärer Konstellation. Die Frauen werden eine entsetzliche Retraditionalisierung erfahren. Ich glaube nicht, dass man das so einfach wieder aufholen kann. Und dass wir bestimmt drei Jahrzehnte verlieren. Wir sehen es ja jetzt schon in der Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen, die jetzt schon wieder zurückgeht.

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Das ist Anne Will:

  • Anne Will wurde am 18. März 1966 in Köln geboren
  • Von 2001 bis 2007 moderierte sie die Nachrichtensendung Tagesthemen im Ersten
  • Seit September 2007 leitet sie die politische Talkshow Anne Will
  • Anne Will ist Botschafterin des „Raum der Namen“ im Holocaust-Denkmal in Berlin

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Dann gibt es wieder die Heimmütterchen. Wenn jetzt noch die Heimarbeit kommt, dann bleiben die wieder zuhause, weil es natürlich permanenten Rechtfertigungszwang gibt, wieder nach draußen zu kommen. Ich möchte mit dem Recht auf Heimarbeit dann auch ein Recht haben auf einen Platz außerhalb der Familie.“

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Fraglich, inwieweit Allmendinger mit ihrer Prognose richtig liegt. Von Hildegard Müller, der Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, erhielt sie jedenfalls nur verständnisloses Kopfschütteln als Antwort.

 
 

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