Programm-Offensive – WDR will 50 Jahre jung werden

Die Niederrhein-Groteske "Meuchelbeck" ist neu: Markus Lindemann (Holger Stockhaus) hat vor Wut ein Loch in die Wand gehauen und findet ein Bündel mit Geld. Mechthild von der Waals (Dagmar Sachse) kommt dazu.
Die Niederrhein-Groteske "Meuchelbeck" ist neu: Markus Lindemann (Holger Stockhaus) hat vor Wut ein Loch in die Wand gehauen und findet ein Bündel mit Geld. Mechthild von der Waals (Dagmar Sachse) kommt dazu.
Foto: WDR/Ziegler Film/Frank Dicks
Im Dezember steht ein großes Jubiläum an. Ein Grund für Nostalgie? Von wegen. In Kürze startet das WDR-Fernsehen mit neuen, jüngeren Formaten.

Köln.. Das WDR-Fernsehen feiert kurz vor Weihnachten einen runden Geburtstag. Das Dritte aus Köln wird 50. Doch Fernsehchef Jörg Schönenborn macht nicht auf Nostalgie. Im Gegenteil: Gut ein Jahr nach Amtsantritt verspricht der 50-Jährige neue, jüngere Formate. Der Sender hat es bitter nötig.

Auf den ersten Blick steht der WDR gut da. Im vorigen Jahr rangierte der Sender mit einem bundesweiten Marktanteil von 2,4 Prozent knapp hinter dem NDR auf dem zweiten Platz. Doch bei genauerem Hinsehen ergibt sich: Die WDR-Zuschauer sind durchschnittlich 64 Jahre alt. Trend: Bei der Generation 65 plus gewinnt der öffentlich-rechtliche Landessender, beim Publikum unter 65 verliert er. Schönenborn hat die ganz jungen Zuschauer schon aufgegeben. Er will vor allem bei der Generation 35 bis 55 stärker punkten als bisher.

Wie Paul McCartney als Maler nach Siegen gelockt wurde

Dazu gehört ein neues Programm-Schema. Aber mindestens genauso wichtig sind frische Inhalte. Wie die schräge Niederrhein-Serie „Meuchelbeck“ von Drehbuch-Autor Stefan Rogall. Der gebürtige Duisburger hat die Folgen nach eigenem Bekunden mit schwarzem Humor angereichert. Regional soll die Serie sein, aber keinesfalls provinziell. Start: Montag, 24. August, 20.15 Uhr.

Direkt danach, um 21.05 Uhr, gewährt der WDR einen Blick in die „Politiker-WG“ – eine Art „Big Brother“ in der Polit-Version. Die Dreharbeiten in Duisburg-Marxloh waren auf jeden Fall ziemlich turbulent.

Innerhalb der Reportage-Reihe „die story“ gibt es ebenfalls Neues: ein Thema, zwei Filme. Am 24. und 31. August, jeweils um 22 Uhr, werden Dramen aus der Welt des Arbeitsrechts dargestellt. Titel: „Ausgetrickst und abgezockt“.

Innovatives darf zudem von dem Comedy-Duo Micky Beisenherz und Oliver Polak erwartet werden, dass im Anschluss nach dem Sozialreport läuft. „Das Lachen der anderen – Comedy im Grenzbereich“ weckt die Erwartung, dass das Format mehr bietet als unverbindliche Flachwitze.

Der Monster-Sturm „Ela“ in Internet-Videos

Um 23.30 Uhr startet „die Runde Ecke“. Eine einfache Idee, die im besten Fall mit minimalem Aufwand maximale Unterhaltung verspricht: Menschen aus NRW sitzen auf einer Bühne und erzählen Bedeutsames aus ihrem Leben. Einer davon ist Siegens Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner. Er präsentierte vor Jahren Ex-Beatle Paul McCartney als Maler im südlichen Südwestfalen.

Verjüngt wird auch ein eingeführtes Format. Die Wissenssendung „Quarks & Co.“ mutiert zu „Quarks & Du“. Vom 25. August an will Moderator Ralph Caspers wissen, wie „das erste Mal“ (Titel) war – etwa wie es sich für die rüstige Dame anfühlt, in einem holländischen Coffee-Shop Hasch zu rauchen.

Während manche Neustarts auf vertraute Namen wie Anke Engelke, Guido Cantz, Bill Mockridge und Matthias Opdenhövel bauen, könnte eine Reportage zu dem vermeintlich banalen Thema Wetter wirklich aufregend sein. Christian Dassel und Clemens Gersch zeigen am 28. August, 20.15 Uhr, mit ihrer Doku „#weltuntergang – Der Sommer, der ins Wasser fiel“, wie der Monster-Sturm „Ela“ Pfingsten 2014 in Internet-Videos eingefangen wurde.

 
 

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