Polizei in Freiburg macht mit Segways alten Aprilscherz wahr

Die zwei Polizisten Matthias Engler (re.) und Janka Schmidt am Dienstag bei der ersten Fahrt mit ihren neuen Einsatzfahrzeugen.
Die zwei Polizisten Matthias Engler (re.) und Janka Schmidt am Dienstag bei der ersten Fahrt mit ihren neuen Einsatzfahrzeugen.
Foto: Patrick Seeger / dpa
Noch 2016 scherzte die Polizei in Freiburg am 1. April, sie wolle mit Segways auf Verbrecherjagd gehen. Jetzt ist der Scherz Realität.

Berlin.  Noch im April 2016 hielt es die Polizei in Freiburg offenbar noch für reichlich absurd, dass ein Ordnungshüter mit einem Stehroller auf Verbrecherjagd gehen könnte. Dementsprechend wählte die Behörde als Aprilscherz im vergangenen Jahr die Meldung, dass ihre Beamten von nun an auf Segway-Streife gehen. Nur die „Nutzung auf der Autobahn“ sei natürlich nicht möglich. Die Lacher sind verhallt. Und den Scherz darf spätestens ab jetzt auch niemand mehr machen.

Denn die Freiburger Polizei präsentierte am Dienstag tatsächlich ganz offiziell und ohne den Hauch eines Witzes, dass die Beamten im Breisgau nun erstmals auf Segways patrouilliert hätten.

Segways sollen „sichtbare Präsenz der Polizei“ erhöhen

In der Altstadt und in Grünanlagen würden sie die neuen Einsatzfahrzeuge eignen. So solle „die sichtbare Präsenz der Polizei erhöht, der Kontrolldruck auf potenzielle Straftäter intensiviert und das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung gestärkt“ werden, teilte das Polizeipräsidium mit. Die Lücke zwischen Fuß- und Fahrzeugstreife solle geschlossen werden, sagt Polizeidirektor Berthold Fingerlin. Für die Verfolgung von Straftätern seien sie aber nur bedingt geeignet, das sieht man in Freiburg ein.

Allerdings sind sie nicht die Ersten, die in Deutschland auf Roller-Streife gehen. Bei der Düsseldorfer Bundespolizei sind Segways am Flughafen „vollkommen anerkannte Einsatzmittel“. Anders als ein Bahnhof mit Treppen und schmalen Gängen biete sich der Airport dafür an. „Unsere Erfahrungen sind super“, sagt ein Sprecher. Auf ihren vier Stehrollern seien die Beamten besser zu sehen. Ein weiterer Vorteil: Sie sind lautlos – Ladendieben sei das schon zum Verhängnis geworden.

Polizei in Singapur fährt seit 15 Jahren Segway

In Singapur ist die Polizei bereits seit fast 15 Jahren mit Segways unterwegs. In Südostasien sieht man an größeren Flughäfen häufiger auch Sicherheitsleute damit. Ähnlich wie in den USA: Polizisten auf Segways gehören dort vielerorts zum Alltagsbild. Laut Medienberichten patrouillieren Stockholmer Beamte bereits seit 2011 auf Elektro-Rollern. Andere Behörden machten es ähnlich in Budapest, in Cornwall, in Nizza, in ’s-Hertogenbosch.

Ab dem 8. August sollen dann auch in Freiburg täglich Segway-Streifen gefahren werden. Immer mit maximal 20 Stundenkilometern, mehr geben die Roller laut Hersteller nicht her. Und zunächst zeitlich begrenzt auf zwei Monate, so lange sind die neuen Dienstroller angemietet, dann soll das Ganze bewertet werden.

Wahrscheinlich ist sie vorerst doch noch zu groß, die Angst vor bösen Scherzen. (ba/dpa)

 
 

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