Physik-Nobelpreis für drei Astronomen aus den USA und Australien

DerWesten
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die Wissenschaftler Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Forschungen zur Ausdehnung des Universums durch die Beobachtung entfernter Supernovae.

Stockholm. Der Nobelpreis für Physik wird alljährlich als zweite der begehrten Auszeichnungen vergeben. Nach dem Willen des Stifters Alfred Nobel soll immer derjenige den renommierten Preis erhalten, der "die wichtigste Entdeckung oder Erfindung im Bereich der Physik" gemacht hat. Darüber hinaus muss diese Forschung dem Wohl der Menschheit dienen.

In diesem Jahr sprach die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften den Preis den drei in den USA geborenen Forschern Saul Perlmutter, Brian Schmidt und Adam Riess für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur beschleunigten Ausdehnung des Universums zu.

Im Vorjahr war der Preis für Physik an die in Russland geborenen Andre Geim und Konstantin Nowoselow für ihre Forschung über das Material Graphen gegangen. Deutsche Forscher wurden zuletzt 2007 und 2005 ausgezeichnet, namentlich Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich der Helmholtz-Gemeinschaft und der Münchner Atomphysiker Theodor W.Hänsch.

Nobel, der mit der Erfindung des Dynamits im Jahre 1867 zu Reichtum gelangte, verfügte in seinem Testament den Aufbau einer Stiftung für all jene, die in Medizin, Physik, Chemie und Literatur sowie bei der Völkerverständigung jeweils "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben".

Die Bestimmung über das "verflossene Jahr" ließ sich allerdings nicht halten, da sich der Wert von Entdeckungen bisweilen erst später zeigt. Deshalb revidierte die Nobel-Stiftung im Jahre 1900 ihre Statuten. 1968 stiftete die Schwedische Reichsbank im Einvernehmen mit der Nobelstiftung einen Preis für Wirtschaftswissenschaften, der erstmals 1969 verliehen wurde.

Die Preise für Physik, Medizin, Chemie, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm vergeben. Den Friedenspreisträger bestimmt ein gewählter Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Zu Lebzeiten Nobels bestand noch eine Union zwischen Schweden und Norwegen. Die Verleihung der Nobelpreise erfolgt alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters. Die Nobelpreise sind derzeit mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotiert. (afp/dapd)