Aldi, Lidl und Co.: Ärger wegen Pfandflaschen - Händler schreibt Wutbrief

Viele Kunden geben ihre Einweg-Pfandflaschen nicht dort ab, wo sie sie gekauft haben. (Symbolfoto)
Viele Kunden geben ihre Einweg-Pfandflaschen nicht dort ab, wo sie sie gekauft haben. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Gottfried Czepluch

Er hat die Nase voll. Einweg-Pfandflaschen aus Discountern bringen den Inhaber eines Getränkelieferservice aus Stuttgart auf die Palme. In einem offenen Brief lässt Peter Kastner seiner Wut freien Lauf. Der Auslöser: Immer wieder bringen Kunden Einweg-Pfandflaschen aus anderen Märkten in seinen Laden.

Pfandflaschen: Händler hat genug von Einweg-Pfand

Kastner teilt auf Facebook mit: „Wir haben uns in den letzten 12 Wochen die Mühe gemacht und Fremdleergut der Kategorie „Einweg“ gesammelt und dieses Ergebnis nun ausgewertet und es ist erschreckend.“ Dazu postet er ein Bild, auf dem dutzende Müllsäcke voller Einwegflaschen zu sehen sind. Insgesamt 10.400 Pfandflaschen sollen in den Säcken sein.

Aus mehreren Gründen scheint der Getränkehändler genervt zu sein.

Finanzielle Verluste für Händler

Er rechnet vor, dass die Supermärkte durch den Verkauf dieser Produkte einen Umsatz von rund 10.400 Euro gemacht hätten. Die Kosten für die Entsorgung müsse er jetzt allerdings tragen. Und die liegen bei 0,05 Euro pro Flasche oder Dose, also insgesamt über 500 Euro.

„Man drückt uns den Müll auf das Auge, weil es einfacher ist, uns diesen Müll zu bringen als ihn mühevoll am Automaten im Kaufland oder Lidl zu entsorgen. Da müsste man ja in der Schlange stehen und warten oder noch schlimmer, man würde sich die Finger schmutzig machen – denn meistens bekommen wir die Flaschen in Behältern oder Tüten, die mit Resten voll sind und wir dann aus dieser Brühe die Flaschen rauszählen müssen“, beschwert er sich.

Hohe Umweltbelastung durch Einweg-Pfand

Außerdem stört Kastner auch der Umweltaspekt. Da es sich bei den Einweg-Flaschen um Plastikmüll handelt, wird dieser einfach entsorgt und niemand wisse genau, wo der ganze Müll landet. Zwar bekomme er einen Teil des geldes für den Pfand nach einiger Zeit wieder, aber dass das nicht gut für die Umwelt ist, scheint den Händler aus Stuttgart gewaltig zu stören.

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Immerhin bietet er selber weder Einweg-Flaschen noch Dosen zum Verkauf an, sondern setzt auf die umweltfreundliche Mehrweg-Variante. Auch wenn das aus wirtschaftlicher Sicht nicht klug sei, da die Einweg-Flaschen einen großen Anteil des Marktes ausmachen würden.

Am Ende seines Briefes fordert er die Facebook-Nutzer dazu auf, zu handeln, Fachmärkte zu unterstützen und Mehrweg anstatt Einweg-Flaschen zu kaufen.

Facebook-Nutzer unterstützen Kastner

Der Großteil der Nutzer ist von dem Einsatz Kastners begeistert. „Vielen Dank an Getränke Lieferservice Kastner für Ihr Engagement und Ihren Einsatz - da sollten sich viele mal ne Scheibe von abschneiden!!“, schreibt beispielsweise eine Nutzerin. „Sehr guter Beitrag. Wir haben in unserer Bäckerei komplett auf den Verkauf von Getränken in Plastikflaschen verzichtet. Es gibt nur noch Glasflaschen. Der Umsatz ist etwas weniger und das gute Gefühl etwas grösser. Ich bin auch immer entsetzt, wieviel Einweg-Plastikflaschen gekauft werden.“, meint eine andere Nutzerin.

Ein anderer kommentiert: „Herr Kastner, meinen Glückwunsch zu deinem Öffentlichen Brief. Ich kann mich dem nur zu 100% anschließen und möchte, dass es millionenfach geteilt wird.“

Dieser Wunsch ist zwar noch nicht in Erfüllung gegangen. Der Beitrag wurde aber trotzdem bereits über 41.000 Mal geteilt (Stand 24. Juni). Außerdem berichten viele Medien über den Getränkelieferanten in Stuttgart. Aufmerksamkeit hat Peter Kastner durch diesen Post auf alle Fälle geweckt. (lmd)

 
 

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