Geschmacklose Hochzeitsfotos aus dem Kongo: Shitstorm für junges Paar

Nicht alle Hochzeitspaare beweisen bei den Fotos zur Trauung Geschmack (Symbolbild).
Nicht alle Hochzeitspaare beweisen bei den Fotos zur Trauung Geschmack (Symbolbild).
Foto: David Dieschburg / Photocase / imago/Photocase
  • Paar will besondere Hochzeitsfotos machen
  • Im Kongo inszenieren sie sich als weißes Power-Paar
  • Betrachter der Fotos sind schockiert

Berlin.  Hochzeitsfotos sind eine Herausforderung für Frischvermählte. Bloß nicht zu langweilig, trotzdem romantisch, ein bisschen außergewöhnlich, aber auch so, dass man sie Mama und Papa schicken kann.

Manch ein Paar ist mit den Standard-Motiven dann aber doch nicht zufrieden und sucht eher außergewöhnliches. Der Fotograf John Milton etwa machte mit seiner Frau 2017 im Kongo eine ungewöhnliche Bilderreihe – für die er nun einen heftigen Shitstorm kassierte.

Inszenierung als tolles, weißes Paar

Denn das Paar inszeniert sich im vom Bürgerkrieg hart getroffenen Land als weißes Vorzeigepaar. So posiert die Braut vor umstehenden Kongolesen und betitelt es bei Instagram: „Just cruising thru the ghetto in Congo in a wedding dress“ – „Nur mal eben durchs Getto im Kongo im Hochzeitskleid fahren.“

Die Fotos wurden von einer Facebook-Nutzerin auf Instagram entdeckt und geteilt, worüber auch der „Business Insider“ berichtete: „Auf diesen Bilder sind zu viele Dinge einfach falsch“, schrieb Cecilia Christin. Daraufhin brach der Shitstorm los.

Auf einem anderen zeigt sie ihren Ring und schreibt „Blood Diamonds“, Blutdiamanten. Und dann sind da noch die Bilder, auf denen bewaffnete Soldaten ihre Pistolen auf das Paar zeigen: „Unsere Gelübde auf der Spitze eines aktiven Vulkans im Kongo vor einem regionalen Stamm zu sagen, während unten ein Bürgerkrieg schwelt, ist mindestens surrealistisch.“

Rassismus, Herabwürdigung – alles dabei

Rassistische Stereotype, Herabwürdigung, Privilegierung, Hohn über schwere Lebensbedingungen und Kriegsromantik – das ist dafür ganz real in diesen Bildern.

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Dass das alles so gar nicht clever ist, sondern im Gegenteil sogar von ziemlicher Dummheit zeugt, erklären den beiden dann auch zahlreiche Nutzer bei Instagram. Beziehungsweise erklärten: Denn die fragwürdigen Bilder sind inzwischen gelöscht. Verteilt werden sie aber weiter. „Ich weiß nicht mal, was zum Teufel ich für solche *zensiert* noch sagen soll.“

Vielleicht das nächste Mal doch vorher nachdenken – und lieber das langweilige Hochzeitsfoto machen. (ses)

 
 

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