Papst rät Eltern homosexueller Kinder: Beten und Psychiatrie

Papst Franziskus hat sich auf einem Flug von Irland nach Rom gegenüber Journalisten dazu geäußert, wie er sich als Vater eines homosexuellen Kindes verhalten würde.
Papst Franziskus hat sich auf einem Flug von Irland nach Rom gegenüber Journalisten dazu geäußert, wie er sich als Vater eines homosexuellen Kindes verhalten würde.
Foto: Danny Lawson / dpa
Papst Franziskus hat Eltern homosexueller Kinder empfohlen, zu beten. Eine weitere Maßnahme sei eine psychiatrische Behandlung. 

Rom.  Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, hat Eltern, die homosexuelle Kinder haben, dazu geraten, zu beten und eventuell psychiatrische Hilfe für den Nachwuchs zu suchen.

„In welchem Alter zeigt sich diese Unruhe des Kindes? Das ist wichtig. Eine Sache ist, wenn es sich als Kind zeigt, wenn es so viele Dinge gibt, die man tun kann, mit Psychiatrie oder..., um zu sehen, wie es um die Dinge steht“, sagte der Pontifex beim Rückflug von seiner Reise von Irland nach Rom. Eine andere Sache sei es, wenn Homosexualität erst „nach 20 Jahren“ auftrete.

Papst: Man soll nicht schweigen

Auf die Frage des Journalisten, was er als Vater eines homosexuellen Kindes tun würde, sagte Franziskus am Sonntagabend: „Ich würde als Erstes sagen: beten. Nicht verurteilen, reden, verstehen, dem Sohn oder der Tochter Raum geben.“

In jedem Fall zeuge es von schlechter Elternschaft, wenn man über das Thema schweige. „Den Sohn oder die Tochter mit homosexueller Tendenz zu ignorieren, ist ein Mangel an Vaterschaft, an Mutterschaft.“ Man dürfe die Kinder „nicht davonjagen“.

Scharfe Kritik von Schwulen- und Lesbenverbänden

Schwulen- und Lesbenverbände in Italien kritisierten den Papst für seine Wortwahl. „Von Psychiatrie zu sprechen, verleitet katholische Eltern zu glauben, dass man mit der Psychiatrie Homosexualität heilen kann“, sagte Fabrizio Marrazzo von der Gay Hotline laut Nachrichtenagentur Ansa. „Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Variante des menschlichen Verhaltens, und als solche sollte sie akzeptiert und respektiert werden.“ (dpa)

 
 

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