Papst Franziskus trifft sich mit Oberen der Piusbruderschaft

Papst Franziskus bemüht sich seit mehreren Jahren um Kontakt zum rechtskonservativen Milieu im Katholizismus.
Papst Franziskus bemüht sich seit mehreren Jahren um Kontakt zum rechtskonservativen Milieu im Katholizismus.
Foto: dpa
Die Piusbruderschaft gilt selbst im Vatikan als konservativ. Jetzt hat Papst Franziskus deren Generaloberen Bernard Fellay getroffen.

Rom.. Papst Franziskus hat sich erstmals mit dem Generaloberen der erzkonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X., Bernard Fellay, im Vatikan getroffen. Das Kirchenoberhaupt sprach mit dem Erzbischof der von der katholischen Kirche nicht anerkannten Bruderschaft am Samstag im vatikanischen Gästehaus Santa Marta, hieß es am Montag vom stellvertretenden Vatikansprecher Greg Burke. Die Begegnung sei „gut verlaufen“, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Vatikanquellen.

Aus Kreisen der Piusbruderschaft hieß es am Montag, das Treffen sei privater Natur gewesen und habe vordergründig nicht eine Eingliederung der Piusbruderschaft in die katholische Kirche zum Inhalt gehabt.

Vorausgehende Annäherungen

Papst Franziskus hatte Fellay vor zwei Jahren im Speisesaal des vatikanischen Gästehauses kurz begrüßt und auch andere Zeichen der Entspannung gesetzt. So hatte er den Priestern der traditionalistischen Piusbruderschaft erlaubt, im laufenden Jahr der Barmherzigkeit Gläubigen die Beichte abzunehmen.

In dem Schreiben an alle Gläubigen hatte Franziskus im September 2015 betont, er „vertraue darauf, dass in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen“.

Piusbruderschaft geriet 1975 ins Abseits

Zuvor hatte schon Benedikt XVI. eine Annäherung an die aus dem rechtskatholischen Milieu stammende Piusbruderschaft versucht, die 1975 ihre kirchenrechtliche Anerkennung verloren hatte. Er hatte im Januar 2009 die Exkommunikation von vier Bischöfen aufgehoben, darunter war auch der inzwischen aus der Bruderschaft ausgeschlossene Holocaust-Leugner Richard Williamson.

Zudem hatte der Vatikan Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Gemeinschaft in die katholische Kirche aufgenommen. Diese wurden 2012 unterbrochen, weil die Priesterbruderschaft sich geweigert hatte, die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) anzuerkennen. Die Bruderschaft war 1970 aus Protest gegen die Reformen der historischen Bischofsversammlung gegründet worden. (epd)

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