Online-Petition fordert Jens Spahn auf, einen Monat von Hartz IV zu leben

Aufgrund seiner umstrittenen Äußerungen zu Hartz IV gibt es nun eine Online-Petition gegen Jens Spahn.
Aufgrund seiner umstrittenen Äußerungen zu Hartz IV gibt es nun eine Online-Petition gegen Jens Spahn.
Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Mit seiner Aussage, wer in Deutschland Hartz IV beziehe, der habe „das, was er zum Leben braucht“ und hierzulande müsse auch ohne Tafeln niemand hungern, löste der künftige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilweise Empörung aus.

Zahlreiche Nutzer sozialer Netzwerke diskutierten Jens Spahns Äußerungen kontrovers, wie du hier nachlesen kannst. Nun startete eine Hartz IV-Empfängerin sogar eine Online-Petition gegen Spahn.

Die 36-jährige Sandra S. fordert Spahn auf der Petitions-Plattform „change.org“ auf: „Meistern Sie für einen Monat Ihren Alltag zum Hartz-IV-Grundregelsatz von 416,00 EUR im Monat.“ Schnell fand Sandra Unterstützer: 77.265 Unterschriften kamen bereits zusammen. Sandra erklärt, sie wolle Spahns Äußerungen nicht hinnehmen.

Jens Spahns Aussagen zu Hartz IV „nicht vorbeiziehen lassen“

Es falle ihr nicht leicht, zuzugeben, Sozialleistungen zu beziehen, doch „der Wille, die Aussagen von Jens Spahn nicht einfach vorüberziehen zu lassen, ist stärker als die Scham.“ Sie teile sich das Sorgerecht für ihren zehnjährigen Sohn mit dessen Vater, erklärt Sandra weiter.

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Das bedeute, dass sie zur Hälfte alleinerziehend sei und mit dem Regelsatz auch ihren Sohn versorgen müsse. Sie rechnet vor, dass ihr und ihrem Sohn nach Abzug aller laufenden Kosten „rund 10 EUR am Tag zum Leben“ bleiben würden. „Das bedeutet finanzielle Armut“, schreibt sie.

Und das sei der Grund für ihre Aufforderung an Spahn, mit dem Hartz-IV-Regelsatz einen Monat lang seinen Alltag lang zu meistern. „Dann gehen wir beide einen Kaffee trinken und unterhalten uns noch einmal darüber, was Armut bedeutet“, beendet Sandra ihre Petitionsschrift. (leve)

 

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